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Sonntag, 19. März 2017

[Rezension #38] Schafkopf

Name: Schafkopf
Autor: Andreas Föhr
Genre: Krimi, Lokalroman
Preis:  9,99€ - Ich habs aus einem offenen Bücherschrank
Seiten: 448
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2010
ISBN: 978-3-426-6398-1
Verlag: Knaur Verlag

Rückentext:
Der Kleinkriminelle Stanislaus Kummeder geht an einem Oktobersonntag frühmorgens mit einem Bierfass auf den Riederstein. Dort auf dem Gipfel, hoch über dem Tegernsee, wird ihm aus heiterem Himmel der Kopf weggeschossen. Was der Mann, der nie auf Berge ging, auf dem Riederstein zu schaffen hatte, wozu er ein Bierfass auf den Gipfel schleppte und weshalb ihn jemand mit einem Präzisionsgewehr aus 500 Meter Entfernung erschoss - das können nur zwei Menschen beantworten: der ewig frierende Kommissar Wallner und sein bayerisch-anarchistischer Kollege Polizeiobermeister Kreuthner. Bei ihren Ermittlungen stoßen die beiden auf das geheimnisvolle Verschwinden einer jungen Frau, auf 200 000 Euro im Kofferraum eines dubiosen Anwalts, einen prügenden Wirt mit abnormen Körperkräften und eine Neumondnacht vor zwei Jahren, in der die Geschehnisse durch eine Partie Schafkopf ihren tragischen Anfang nahmen ...

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Auch dieses Buch spielt in meinem Heimatbundesland Bayern, weswegen ich es damals ebenfalls aus dem Bücherschrank mitgenommen hatte. Auch hier war ein ein wenig neugierig, wie es wohl sein würde und wurde dieses Mal nicht enttäuscht. Das Buch wirkt von der Erzähltart interessanter als Josefibichl und da ich beim Bücherschrank kaum auf den Rückentext geachtet hatte, fand ich es ironisch, dass in zwei Büchern hintereinander jemand auf einem Berg sterben muss. Allerdings hatte ich auch viel mehr Spaß mit dem Buch als mit dem anderen.

Die Charaktere haben auch etwas mehr Farbe enthalten und man kann sie viel besser auseinander halten. Die Rätsel und das Drumherum um den Mord sind ziemlich undurchsichtig, auch wenn man als Leser lange Zeit mehr erfährt als die ermittelnden Beamten. Dennoch wirkt es nicht, als hätte der Autor ne Deus ex Machina auspacken müssen, damit sie ebenfalls auf die Lösung kommen. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen und springt zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Allerdings wirken die Sprünge nicht sehr rabiat, sondern passen fast immer zur Situation. Oder, etwas wird in der Gegenwart behandelt und der Leser erfährt dann wie in einer Rückblick, was es damit auf sich hat oder was passiert ist. Natürlich macht man sich als Leser Gedanken und ich bin schon das eine oder andere Mal in die Irre geführt worden. In beiden Zeitebenen erfährt man Stück für Stück, was passiert ist, wodurch das Buch durchgängig spannend bleibt. Außerdem sind die Vergangenheitssequenzen allesamt mit einer Datums- und Uhrzeit markiert, sodass man nun weiß, in welcher Zeitebene man gerade ist. Das fand ich sehr angenehm, ich hatte mal ein anderes Buch, das in drei Zeitebenen spielt und in welcher jeder "Protagonist" den gleichen Vornamen hatte. Das war total verwirrend, vor allem, da man nie wusste, in welcher Zeit spielt das nun. Hier wurde es allerdings durch die Trennung sehr gut geregelt.

Auch kommt der bayerische Dialekt vor, was für mich das Buch erst so richtig lebendig macht. Zwar rede ich meist nur Hochdeutsch und rede erst so richtig im Dialekt, wenn ich im Stress oder wütend bin, aber für mich fühlte es sich einfach normal an, das so zu lesen. Vermutlich, weil es für grundsätzlich normal ist, auch, wenn hier viele Menschen in meiner Umgebung genauso wenig im Dialekt reden oder gar nicht.

Handlungen haben Konsequenzen und beeinträchtigen die Zukunft. Genau das Motto herrscht in diesem Buch und ich fand es immer wieder interessant, wenn ich die Zusammenhänge und Konsequenzen gewisser Handlungen entdecken durfte. So ergibt es ein herrliches Zusammenspiel, welches aber nicht chaotisch wirkt. Nur das Ende wirkte auf mich ein wenig merkwürdig und auch zu rasch, hier wurde das Erzähltempo leider unnötig erhöht. Und auch eine Sache geht am Ende nicht ganz auf, aber möglicherweise habe ich da auch etwas falsch verstanden.

Das hier ist der zweite Band einer Reihe, aber es macht nichts, wenn man wie ich den ersten Band nicht gelesen hat, da der zweite Band eine eigene, vom ersten Band unabhängige Story besitzt. Bis auf die eine oder andere Ausnahme kommen die Charaktere sehr realistisch und auch menschlich rüber. Was ich ebenfalls in so manchen Buch vermisst habe, menschliche Charaktere mit menschlichen Fehlern und Schwächen. Zwar wird in dem Buch auch ein Thema behandelt, welches in Geschichten sehr oft vorkommt, aber so traurig die Tatsache ist: Sowas gibt es auch im echten Leben.

Leseprobe (die ersten 10 Sätze):
15. Juni 2007, 22 Uhr 58: Die Nacht war warm. Rechtsanwalt Jonas Falcking stand neben seinem silbernen Porsche. Grillen zirpten, eine Katze huschte vorbei, löste einen Bewegungsmelder aus, die Lampe über der Tür des Hauses schaltete sich ein. Im Erdgeschoss hatte das Haus grüne Fensterläden mit ausgeschnittenen Herzen in der Mitte. Im ersten Stock konnte man im Gegenlicht der Lampe undeutlich einen geschnitzten Holzbalkon erkennen. Bayerischer Landhausstil.
Eine Ziertanne stand blau auf dem nächtlichen Rasen. Falcking hatte die Hände in die Hosentaschen seines Armani-Anzugs gesteckt. Der Anwalt wartete darauf, dass der Bewohner des Hauses herauskam. Von der Lampe über der Tür fiel Licht auf das Wagendach.


Fazit:
Mir hat das Buch trotz ein paar Schwächen hier und da sehr gut gefallen. Auch fühlte ich mich hier fast schon heimisch, was aber auch passend ist, spielt es ja wie gesagt in meinem Heimatbundesland. Zwar hier kenne ich die Gegenden nicht genau, aber das ist für mich kein Hinderungsgrund. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich mir auch den ersten Band und auch die anderen Bände zum Lesen holen werde. Ob nun als gedrucktes Buch oder auf dem Kindle, nun, das lasse ich mal noch offen. Vermutlich aber werden es die Kindleversionen ... naja, mal sehen. Bis ich dazu komme, werden noch 1-2 Jahre vergehen. Ich sag mal, wenn sich jemand für Bayernkrimis interessiert, dann kann er mit dem Buch nichts verkehrt machen. Es bekommt 4 Rubine von mir.







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Quelle:
amazon.de

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