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Donnerstag, 29. Januar 2026

[Rezension #429] My Dark Romeo

 

 

Titel: My Dark Romeo

Autor*in: Parker S. Huntington und L.J. Shen

Erschienen in Deutschland: 2024

0Originaltitel: My Dark Romeo

Erschienen in England: 2023

Übersetzer*in: Anne Morgenrau

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Slice of Life, Hetero, Romance, Erotik

Preis: € 19,99

Seiten: 457

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-426-28437-7

Verlag: Knaur Verlag

Rezensionsexemplar: Nein 

 

Inhalt:

Es solle ein harmloser Kuss auf einem rauschenden Debütantinnenball sein. Ein heimlicher Moment mit einem gut aussehenden Fremden. Doch im Gegensatz zu seinem Namensvetter wird mein Romeo nicht von der Liebe angetrieben, sondern von Rache. Für ihn bin ich eine Schachfigur. Ein Druckmittel. Die Verlobte seines Rivalen. Für mich ist er ein Mann, der Gift verdient. Ein dunkler Prinz, den ich nicht heiraten will. Er denkt, ich werde meine Schicksal akzeptieren. Nun, ich habe vor, es umzuschreiben. Und in meiner Geschichte stirbt Julia nicht. Aber Romeo? Er geht zugrunde. 

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Wie hatte es jemand in der einen Bücherapp so treffend kommentiert?

"Es ist so cringe wie ein Unfall mann will wegschauen aber kann es nicht 😭"

Und ja, das ist es tatsächlich. Es ist wie eine Massenkarambolage, man sollte nicht hingucken und doch tut man es. Womit man sich eigentlich keinen Gefallen tut, weder bei einem echten Unfall mit (vielen) Fahrzeugen, noch bei diesem Buch. 

Ich hatte es in der Bibliothek gesehen und dachte mir: Ach, probiere es doch mal aus, so schlimm kann es ja nicht werden, nicht wahr? Oh sweet summerchild :D

Denn es wurde schlimm. Fremdscham-Schlimm, um hier ganz genau zu sein. Denn sowohl die Story, als auch die Charaktere sind... wie umschreibe ich das nett? Ganz ganz speziell? 

Fangen wir mal mit Dallas an. Diese Frau hat so gut wie keine Hobbys, außer, ständig Chaos zu veranstalten, teuer Geld auszugeben und sich wie eine Prinzessin auf der Erbse aufzuführen. Sie hat keine Freunde, sie hat keine Interessen, sie hat keine Hobbys. Und sie hat nur ein Ziel im Leben: Kinder zu bekommen. Am besten so viele wie möglich. Zwar wird geklärt, warum sie das Ziel hat, aber so richtig erklärt es das nicht. Und es dominiert ihr ganzes Denken. Das... war es auch schon. Das ist alles, was zu Dallas zu sagen gibt. 

Dann gibt es noch Romeo. Er ist irgendwie ein Teilzeitarsch, manchmal ein Vollzeitarsch und jemand mit einer ach so tragischen Geschichte, die irgendwie sein ganzes Verhalten erklären soll. Hier und da erzählt er Dallas von seiner schwierigen Vergangenheit, seinem schwierigen Verhältnis zu seinen Eltern und auch, wie ihn das alles geprägt hat. Gleichzeitig ist er ein wandelnder Widerspruch. Auf der einen Seite will er nicht, dass sein Nebenbuhler die Firma erbt. Auf der anderen Seite, will er keinen Erben haben, also dass seine Linie mit ihm ausstirbt. Und auch die Firma in den Ruin treiben. Viel bekommt man von seiner Arbeit nicht mit, er ist viel mehr damit beschäftigt, seinem Geld hinterherzuweinen, dass Dallas mit vollen Armen aus den Fenster wirft (wobei ich ihn da verstehen kann) und auch damit, das Chaos zu beseitigen, das Dallas hinterlässt. Außerdem macht er gerne dem Ex-Verlobten von Dallas das Leben schwer. 

Überhaupt, das zwischen Dallas und Romeo. Ja, ich habe oben als Genre Romance genommen. Aber... es fühlte sich nicht wie Romance an. Überhaupt waren sich die beiden so uneinig, ob die sich überhaupt mochten oder nicht. So auf der einen Seite sind sie nur am Streiten, Bestrafen und Rebellieren. Auf der anderen Seite werden sie immer körperlicher, wobei auch so manche Szenen dabei sind, bei denen ich mir dachte: Ok, Brudi, ist klar O_o

Wie dass er z.B. mit ihr Sex hatte, durch seine Boxershort und ihr Höschen durch, so als Kondomersatz. Ja. Das habe ich mir nicht ausgedacht, das ist so tatsächlich passiert. Auch redet sie ständig davon, dass sie ein Kind will, er nicht, und dennoch nimmt er sie ab einem gewissen Punkt ohne Kondom, oder andere Verhütungsmittel. Und irgendwann will er dann auch ein Kind, weil? Ja, keine Ahnung, warum. Das wird nie wirklich erklärt.  

Die Story... hier gibt es keinen roten Faden. Mal geht es darum, dass der Charakter einen Skandal macht und dann aufgeräumt werden muss. Dann macht der andere was ähnliches. Und dann muss auch noch der Ex-Verlobte wieder runtergemacht werden, der eine Mischung aus Fiesling und feuchtem Tafelschwamm ist. Achja, die Verlobung war nur auf dem Papier, Dallas und ihr Ex-Verlobter mochten sich eigentlich nicht so... Romeo hat Dallas auch anfangs nur haben wollen, um den Ex-Verlobten eine auswischen zu können. Ansonsten gibt es wie gesagt keinen festen roten Faden. 

Was mir auch noch aufgefallen ist, ist die herbe Ausdrucksweise. Ja, ich weiß, die deutsche Sprache ist, was Dirty Talk und Sexszenen angeht, etwas unelegant. Aber es muss doch einen sprachlichen Mittelweg zwischen "200-seitige Bauanleitung" und "Dialogbuch, geschrieben von Egon Kowalski" geben D:

Vor allem, das passiert recht schnell. Und auch die sexuellen Szenen haben recht schnell was von einem Porno. Einem billigen, drittklassigen Porno.

Warum ich das Buch durchgelesen habe? Im ersten Absatz steht die Antwort.  

 

 

Fazit:

Hinterher, als ich mit dem Buch fertig war, was auch länger gedauert hat als ich dachte, saß ich da und dachte mir: Ok. Das war was. Aber nicht meins. Es gibt noch zwei Fortsetzungen, aber die werde ich mir nicht holen. Ne, danke, kein Bedarf. Hier ist so einiges, das echt schief gelaufen ist, aber hey, solche Erfahrungen muss man auch mal machen. Denke ich. Wobei man hier auch wieder nichts verpassen würde. Ich kann höchstens für mich und meine zukünftige Geschichten mitnehmen, wie ich es nicht machen möchte. Von mir bekommt das Buch insgesamt zwei Sterne und ich bin froh, dass ich es mir nur ausgeliehen und nicht irgendwann gekauft habe.

 

 

 

 

 

  

 

Quelle:

Foto: Selbst geschossen

Donnerstag, 15. September 2022

[Rezension #174] Tatsächlich ... Vampir

 

Titel: Tatsächlich ... Vampir

Autor*in: Lynsay Sands

Erschienen in Deutschland: 2016

Originaltitel: About a Vampire

Erschienen in den USA: 2015

Übersetzer*in: Ralph Sander

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Mystery, Hetero, Erotik

Preis: € 9,99

Seiten: 397

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-7363-0192-4

Verlag: Bastei Lübbe AG

 

Inhalt:

Dem Unsterblichen Justin Bricker liegt die Damenwelt zu Füßen. Keine Frau hat es bisher geschafft, sich seinem Charme zu entziehen - bis er auf Holley Bosley trifft. Ihre erste Begegnung ist eine Katastrophe: Holly ergreift die Flucht vor ihm, stürzt und wird lebensgefährlich verletzt. Um sie zu retten, muss Justin sie wandeln, nur um dann zu erfahren, dass sie bereits verheiratet ist. Doch er ist entschlossen, für seine Gefährtin zu kämpfen, auch wenn es bedeutet, alle Regeln zu brechen...

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Bevor ich etwas zum Inhalt sage, möchte ich erst einmal ein paar Worte über das Cover verlieren. Das Buch habe ich vor ein paar Jahren irgendwann mal gebraucht gekauft, seitdem lag es auf meinem SuB. Vermutlich ist es mir nur der Titel und damit die Thematik des Buches aufgefallen, sondern auch das Cover, das mir bis heute ziemlich gut gefällt. Ich mag das Zusammenspiel der Farben, aber auch das Getränk (vermutlich Sprudelwasser?) zusammen mit den Früchten. Hätte ich das vor mir stehen, ich würde es nur zu gerne trinken.

Aber gut, hier geht es ja nicht nur darum, das Cover zu bewerten, sondern auch das Buch selbst. Und das Buch fand ich so ... ganz ok. Ich finde es interessant, dass die Charaktere hier eigentlich keine Vampire sind, bzw sich nicht als welche ansehen, sondern als Unsterbliche, die allerdings zum Überleben hier und da Blut brauchen. In ihrem Blut befinden sich kleine Nanomaschinen; oder zumindest sowas in der Richtung, sie nennen es nur Nanos, die sie von ihnen heilen, von Krankheiten und Fehlstellungen befreien wie auch von unnötigem Körpergewicht. Sie sorgen dafür, dass sie eine viel bessere Ausdauer haben, mehr Kraft und auch, dass sie quasi länger leben. Sie können auch ganz normal unter den Menschen leben, müssen nicht in Särgen schlafen oder sich vor dem Sonnenlicht fürchten. Also ja, es sind wirklich so gut wie keine Vampire. Lediglich, dass Neulinge schnell in einen Blutrausch geraten können und dass sie Fangzähne haben, um Blut zu trinken, auch, dass frisches Blut besser ist als aus der Konserve, das ist alles dagegen gleich geblieben. Überhaupt finde ich es interessant, wie sich die Unsterblichen, so nennen sie sich, in die Gesellschaft integriert haben. Auch haben sie Jäger, die Abtrünnige jagen und Gesetze, an die sie sich halten müssen. So gibt es nur zwei Situationen, in welchen es erlaubt ist, von Sterblichen zu trinken: Wenn man in einer starken Notsituation ist oder Neuling.

Nun gut, wenn man wie ich diese interessante Version von Vampiren mag, dann könnte man die Geschichte eher genießen. Aber so richtig gehöre ich dann doch nicht zur Zielgruppe, denke ich. Denn im Buch redet Justin die ganze Zeit davon, dass Holly seine Lebensgefährtin ist, mit der er unbedingt sein restliches Leben verbringen möchte. Dabei kennt er sie doch kaum bis gar nicht. Sie verliebt sich dann auch irgendwann in ihn, was mir ebenfalls übereilt vorkommt, aber ok. Er sieht halt gut aus und so ganz anders als ihr langweiliger Ehemann. Sie gibt es zwar nicht zu, aber irgendwann fängt sie an, die beiden zu vergleichen und dabei gewinnt jedes Mal Justin. Vollständig ihr Herz an ihn verlieren tut sie allerdings erst, als die beiden sich küssen und dann in einem geteilten Traum Sex haben. Dabei wird alles als so geil, ultraerregend und gefühlvoll hoch 10 beschrieben, dass man das Gefühl hat, die beiden haben vorher Drogen genommen, damit sie den Sex ihres Lebens haben können. Danach fühlt sie sich quasi zu ihm hingezogen ... gut, das kommt mir vllt als demiromantische/demisexuelle Person einfach viel zu schnell vor, dass er sich so schnell in sie verliebt, obwohl er sie kaum kennt und dass sie nach dem Sex verrückt nach ihm ist.

Ansonsten, die restlichen Charaktere sind ok, aber die wenigsten stechen heraus. Am besten kam Gia rüber, die Holly immer und überall hilft und überhaupt eine gute Freundin für sie ist. Ich habe mich immer gefreut, wenn sie vorkam.

Die Geschichte ist an sich gut und leicht geschrieben, man kommt recht schnell durch und es war auch ziemlich entspannend, auch oder trotz der Sexszenen, bei denen gerne mal übertrieben wurde. Mir hätte es besser gefallen, wen die beiden erstmal Freunde gelieben wären und es dann einen Timeskip gegeben hätte, wenn der Ehemann tot ist und sie sich langsam annähern. Bin halt doch mehr der slow burn Fan^^°

Achja, was ich auch noch gut finde: Das hier ist bereits der 22. Band einer Reihe von Vampirbüchern, aber wenn ich das richtig verstanden habe, steht jedes Buch für sich alleine, sprich, die anderen 21 Bände davor haben kaum bis gar nichts mit dem hier zu tun. Man muss also nicht die 21 Bände davor gelesen haben, zumal man das mit den Vampiren hier sehr gut erklärt bekommt. Wie es in den anderen Bänden ist, ob es da auch derartige Vampire bzw Unsterbliche sind oder mehr tradionelle Versionen, kann ich nicht sagen, da ich diese nicht gelesen habe.

 

Fazit:

Das Buch ist ganz ok, es ist wie gesagt locker geschrieben, aber manche Dinge waren dann doch zu übereilt und kaum überzeugend für mich. Dafür ist es das erste Buch, dem ich es nicht übel nehme, dass man ihm nicht ansehen kann, dass es Teil einer Reihe ist, da keinerlei Vorkenntnisse von anderen Teilen notwendig sind. Zumindest, soweit ich es gesehen habe. Dennoch, ich hätte mir persönlich einen anderen Ausgang gewünscht. Von mir bekommt das Buch insgesamt 3 Sterne.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: Selbst geschossen