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Donnerstag, 30. Januar 2025

[Rezension #369] Saved Dreams

 

 

Titel: Saved Dreams - Whitestone Hospital

Autor*in: Ava Reed

Erschienen in Deutschland: 2024

Originaltitel: -

Erschienen in -: -

Übersetzer*in: -

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Lesbian Romance, Romance, LGBTQ+, Drama

Preis: € 14,00

Seiten: 384

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-7363-1826-7

Verlag: LYX

Rezensionsexemplar: Nein

 

Inhalt:

Der Job als Assistenzärztin am Whitestone Hospital gibt Jane Miller mehr Kraft, als sie jemals für möglich gehalten hätte - bis sie in die Gynäkologie versetzt wird und dort mit der Oberärztin Dr. Abby Clark zusammenarbeiten muss. Abby berührt sie. Aber am schlimmsten ist, dass sie hinter Janes Fassade zu blicken und ihre dunkelsten Momente zu erkennen scheint. Kann Jane das zulassen und ihr Herz noch einmal für einen anderen Menschen öffnen?

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Das Buch hatte ich letztens in der Bibliothek gesehen, wusste gar nicht, dass die Fortsetzung der Reihe schon erschienen ist. Bzw letztes Jahr schon rausgekommen ist, das ist komplett an mir vorbei gegangen. Daher habe ich mir gedacht, ok, dann leihe ich es mir eben aus und lese es, bis ich es mir irgendwann hole :D

Also habe ich es mitgenommen und dann die Tage gelesen. Und ich muss sagen, trotz, dass ich so lange nicht mehr in der Reihe gelesen habe, habe ich trotzdem gut reingefunden.

Es fängt genau da an, wo es beim letzten Mal aufgehört hat und ist mal wieder sehr spannend, aber auch sehr aufregend. Und ich finde es toll, dass es hier auch mal ein weibliches Pairing gibt, mit zwei weiblichen Charakteren, die ziemilch gut zusammenpassen. Aber auch die Rahmenstory hat mir gefallen, dass die Story komplett in the Gynäkologie spielt und damit auf verschiedene Themen aufmerksam macht, die man als Frau (oder Nicht-Frau) kaum oder gar nicht auf dem Schirm hat. Natürlich eingebettet in einem klinischen Alltag, so realistisch wie es auf mich jedenfalls rüberkam.

Aber auch die Story rund um Jane und ihre Vergangenheit, wie sie immer wieder damit zu kämpfen hat und sich Abby und der Gesamtsituation nur sehr langsam öffnen kann, fand ich sehr gut gemacht. In den vergangenen Bänden wurde immer wieder erwähnt, dass sich Jane um die Schichten in der Gyn drückt, aber es wurde nie genau erklärt warum. Hier erfährt man es schließlich und es macht leider einfach nur Sinn. Ich konnte total verstehen, warum Jane die Abteilung lieber für immer meiden wollte.

Dazu gibt es noch die Storyline von Laura und Josh, das verfolgt uns auch noch in diesen Band hinein. Und es wird sicherlich auch noch einen großen Part im nächsten wie auch letzten Band spielen. Ja, eigentlich war das ja hier erst als Tetralogie geplant, aber jetzt wird/wurde wohl doch eine Pentalogie daraus. Ok, auch nicht schlimm XD

Im Gegenteil, dann hat man mehr zu lesen.

Außerdem gefällt mir die Zeichnung am Anfang des Buches sehr gut, sie verrät kaum was, und ich konnte es kaum erwarten herauszufinden, was es damit auf sich hat.

 

Fazit:

Ich hatte beim Lesen sehr viel Spaß, auch wenn ich manchmal bei Jane den Kopf schütteln musste, wegen einem bestimmten Verhalten. Aber ja, wie gesagt, ich hatte viel Spaß. Und ich freue mich schon auf den nächsten Band. Dieser hier bekommt jedenfalls von mir fünf Sterne :-)

 

 

 

 



Quelle:

Foto: Selbst geschossen

Montag, 6. Januar 2025

[Rezension #362] Wer, wenn nicht wir?

 

 

Titel: Wer, wenn nicht wir?

Autor*in: Alicia Zett

Erschienen in Deutschland: 2024

Originaltitel: -

Erschienen in -: -

Übersetzer*in: -

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Bi Romance, Lesbian Romance, Hetero, Romance, LGBTQ+, Slice of Life, Drama

Preis: € 15,00 [D]

Seiten: 414

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-426-52970-6

Verlag: Knaur Verlag

Rezensionsexemplar: Nein

 

Inhalt:

Leo ist Lenas erste große Liebe: Sie waren das Traumpaar ihres Abi-Jahrgangs und wohnen seitdem zusammen in ihrem Heimatdorf. Trotzdem ist Lena nicht glücklich. Was ist aus ihren Träumen geworden? Und wer ist sie?, ohne Leo? Da taucht nach fünf Jahren Funkstille ihre ehemals beste Freundin Kate wieder auf, zu der sie seit einem Vorfall in der Nacht des Abi-Balls keinen Kontakt mehr hatte. Kate ist mittlerweile ein international erfolgreiches Model und bittet Lena, sie als Fotografin auf eine dreiwöchige Reise zu begleiten. Bald ist Lena hin- und hergerissen zwischen diesem ganz anderen, aufregenden Leben und ihrer Angst, nicht gut genug zu sein. Und zwischen Leo und Kate ...

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Eigentlich wollte ich an dem Tag nur einen Manga mitnehmen, aber hey, manchmal kommt es dann doch anders als man denkt. Das Buch hier habe ich zufällig im Buchladen gesehen, erst bin ich wegen den schönen Farben auf dem kompletten Buch (nein, es ist kein Farbschnitt dabei) darauf aufmerksam geworden, geblieben bin ich allerdings wegen der Beschreibung. Und ich habe schon mal ein Buch von ihr gelesen, das mir gut gefallen hat, daher dachte ich mir, dass mir das hier auch gut gefallen könnte. Was auch der Fall ist!

Ich hatte schon mal ein Buch gelesen, wo ein Charakter (dort war es ein männlicher Hauptcharakter) sich zwischen zwei Frauen entscheiden musste, und es fiel ihm verdammt schwer, weil er in beide Frauen gleich stark verliebt war, aus unterschiedlichen, aber ehrlichen Gründen. Ohne da viel zu spoilern, am Ende kam es zu einer Lösung, mit der alle drei Beteiligten zufrieden leben konnten. Da wurde mit dem Problem gut umgegangen. Gut, das hier ist jetzt der erste Teil einer Dilogie und es gibt noch vieles, was offen bleibt, aber auch hier wird das Problem richtig gut angegangen.

Und zwar in dem Sinne davon, dass es hier keinen Arsch gibt oder dass hier ein Charakter schlecht gemacht wird, damit es mit dem Liebesdreieck funktioniert. Denn das ist früher sehr gerne mal so gemacht worden, besonders im Fanfictionbereich, dass ein Charakter zu einem Arsch oder Unsymphatisant umgewandelt wird, damit "nachvollziehbar" ist, warum B sich dann am Ende von A trennt und mit C zusammenkommt. Fand ich ehrlich gesagt immer ein bisschen cringe. Das ist hier nicht der Fall.

Stattdessen bekommt man die Story aus drei Perspektiven gezeigt, aus der von Lea, die von Leo und die von Kate. Die Story entwickelt sich weiter und man bekommt mit, wie die Charaktere gewisse Punkte jeweils sehen, aber auch, wie sie über die jeweils beiden anderen denken, fühlen und was ihre Gedanken zu all dem sind. Man sieht, wie Leo stark in Lea verliebt ist, aber auch ein bisschen zu sehr von seiner Arbeit eingespannt ist. Man sieht die Zweifel, die Kate erfüllen und auch, was ihr alles Angst macht, besonders im Bezug auf die Vergangenheit. Und man sieht die Zweifel, die Lea hat. Sie entliebt sich nicht von heute auf morgen von Leo, das ist ein schleichender Prozess, der schon vor dem Storybeginn angefangen hat. Außerdem hinterfragt sie ihr Leben, es wird aber auch begründet, warum sie es tut. Auch das passiert nicht "plötzlich".

Alles in einem angenehmen Tempo, nicht zu schnell, nicht zu langsam und genauso schnell findet man heraus, was in der Vergangenheit passiert ist. Es gibt hier und da Andeutungen, nichts konkretes, aber so manches, das mich zum rätseln und nachdenken gebracht hatte. Ich habe das Buch gerade zu verschlungen und hab mir dann, kaum als ich mit dem Buch fertig war, den zweiten (und letzten) Band vorbestellt. Außerdem finde ich es cool, dass Lea einen Blog über ihre Fotografie-Tätigkeit schreibt, und das man hin und wieder einen Blogeintrag von ihr zu lesen bekommt.

 

Fazit:

Eine angenehme Überraschung, von dem Buch wusste ich davor nichts und es lag einfach herum, also im Buchladen, daher bin ich froh, dass ich dem Buch eine Chance gegeben habe. Mein Bauchgefühl meinte, nimm das Buch mit und es hatte mal wieder recht. Zumal ich es schön fand, mal einen bi-neugierigen Hauptcharakter zu haben, kommt doch sehr selten vor, mir kommt es jedenfalls sehr selten vor. Ich bin echt gespannt, wie sich das Ganze entwickeln wird, da mir alle drei Charaktere ans Herz gewachsen sind und ich hoffe, dass es für sie alle gut ausgehen wird. Das Buch hier auf jeden Fall bekommt von mir fünf Sterne und eine Lese-Empfehlung!


 

 

 

 


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Foto: Selbst geschossen

Montag, 30. Dezember 2024

[Rezension #358] Wer verliebt sich schon in eine Prinzessin?

 

 

Titel: Wer verliebt sich schon in eine Prinzessin?

Autor*in: Clare Lydon, Harper Bliss

Erschienen in Deutschland: 2024

Originaltitel: Once Upon A Princess

Erschienen in Hong Kong?: 2018

Übersetzer*in: Vanessa Tockner

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Lesbian Romance, Drama, Slice of Life, LGBTQ+

Preis: € 16,90 [D]

Seiten: 244

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-96324-967-9

Verlag: Ylva Verlag

Rezensionsexemplar: Nein

 

Inhalt:

Prinzessin Olivia Charlton, Vierte in der britischen Thronfolge, glaubt an die große Liebe - was in einem traditionsbewussten Königshaus wie dem ihren eher eine Nebensache ist. Rosie Perkins, durch und durch bürgerlich, hat keine Zeit für romantische Eskapaden, denn sie kämpft darum, ihr Café und ihr Leben über Wasser zu halten.

Als Olivia nach Cornwall flieht, um ihren königlichen Pflichten zu entkommen, treffen die beiden aufeinander und es dauert nicht lange, bis die Funken sprühen. Aber können eine Cafébesitzerin und eine Prinzessin wirklich glücklich werden, wenn alles gegen sie spricht?

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Das Buch hier bzw die deutsche Übersetzung habe ich damals zufällig auf der FBM gefunden, da ich mir den Stand mal näher ansehen wollte, und auch, da ich noch auf der Suche nach einem Lesbian Romance Roman war. Mir war einfach danach etwas in der Richtung mal wieder zu lesen, und da ist mir in der New Adult Halle der kleine Stand mit der Regenbogen-Deko aufgefallen. Wie es der Zufall so wollte, waren grad auch die beiden Autorinnen vor Ort und so konnte ich mir meins von den beiden signieren lassen. Was mich aber in meiner Meinung nicht beinflussen wird, habt ihr ja auch schon in der Vergangenheit gesehen.

Mich hat diese Prämisse total neugierig gemacht, bzw die Kombination aus Prinzessin und Cafébesitzerin, sprich, das Trope, Adlig und Bürgerlich verlieben sich und kommen zusammen. Ja, das ist eine meiner Lieblingskombos, allein schon die ganzen Probleme, die die adelige Person deswegen bekommen kann und wie sie sich ihnen dann stellt. Ja, sorry, das wird mir nicht so schnell langweilig werden. Und das hat sich mit dem Buch auch nicht geändert.

Man wird direkt in die Story reingeworfen und merkt, mit welchen Problemen sich Olivia stellen muss, ohne dabei wirklich ein Mitspracherecht hat. Da hat sie einmal was mit einer Person und zack, soll sie mit dieser Person verheiratet werden, obwohl sie diese nicht so wirklich liebt. Ich meine, es ist schön, dass Olivias Sexualität und Vorlieben akzeptiert werden, das spielt absolut keine Rolle, also sie wird nicht dazu gezwungen, einen Mann zu lieben. Gut, dass die Mutter sagt: Hey, mit der Frau hattest du mal was am Laufen, die würde für gute Presse sorgen, machen wir das!, ist jetzt auch nicht so gut. Man hat also bei dieser ganzen Akzeptanzgeschichte einen leicht bitteren Nachgeschmack.

Als die beiden sich kennenlernen, will Olivia einfach nur ihre Ruhe haben und täuscht daher Rosie einen anderen Namen, sowie eine andere Vergangenheit vor, oder weicht den Fragen aus. Irgendwann hat sie eine tolle Idee, wie sie Rosies Café retten kann und tja, ob ihr das gelingt oder nicht, dass lasse ich mal offen. Zumal sich das sowieso nicht in kurzen Worten erklären lässt, ohne zu viel zu spoilern.

An sich hat mir das Buch gut gefallen, sowohl von der Story, als auch von den Charakteren her. Zwar ist es natürlich nicht cool, dass Olivia Rosie angelogen hat, aber auf der anderen Seite, bei ihrer Vergangenheit, kann ich es auch total verstehen, warum sie es getan hat. Allerdings gab es auch ein, zwei Stellen, die entweder ein bisschen trocken waren von der Story her, oder die ein bisschen zu schnell abgehandelt wurden, besonders in der zweiten Buchhälfte. Was aber mich nicht daran gehindert hat, die Story zu genießen bzw das ganze Buch. Der Farbschnitt ist auch richtig schön und passt zu den vielen bunten Rosen vorne und hinten auf dem Buch.

 

Fazit:

Hachja, beide Autorinnen kannte ich davor noch nicht, aber ich könnte mir vorstellen, irgendwann wieder was von den beiden zu lesen, ob nun nach aktiver Suche nach weiteren Büchern oder wenn ich sie per Zufall entdecke. Btw, ich bin mir nicht genau sicher, in welchem Land das Buch erschienen ist, da der ursprüngliche Verlag Ladylit Publishing in Hong Kong gegründet wurde, allerdings konnte ich online nicht so viele Infos finden. Daher ist dieser Punkt mit Vorsicht zu genießen, das Buch selbst kam zuerst in englisch raus.

Von mir bekommt das Buch insgesamt vier Sterne und ein glasklare Lese-Empfehlung :-)

  


 

 

 

 


 

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Foto: Selbst geschossen

Dienstag, 7. Mai 2024

[Rezension #298] Wir können alles sein

 

 

Titel: Wir können alles sein

Autor*in: Johanna Kramer

Erschienen in Deutschland: 2023

Originaltitel: -

Erschienen in -: -

Übersetzer*in: -

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Lesbian Romance, Drama, Slice of Life

Preis: € 14,90

Seiten: 280

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3964432612

Verlag: Kampenwand Verlag

 

Inhalt:

Carolina ist achtundzwanzig Jahre alt und auf der Suche nach sich selbst, als sie Brida begegnet, einer Heilerin, die vor den Trümmern ihrer zweiten Ehe steht. Zwanzig Jahre trennen die beiden Frauen. Doch während Carolina vom ersten Augenblick erkennt, welche Liebe sie verbindet, hat Brida nicht nur Angst, sich auf die Beziehung einzulassen, auch ihr Mann verhindert einen Neuanfang. Ohne Hoffnung bricht Carolina alleine nach Schottland auf, um ihren Weg als Schriftstellerin zu gehen.

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Das Buch hier habe ich vor wenigen Wochen mal von einer ganz lieben Person im Rahmen einer Wichtelaktion geschenkt bekommen. Vielen lieben Dank dafür nochmal! Ich finde es super, dass hier bei meinen Wünschen auf die Genres geachtet wurde, die ich erwähnt hatte bzw meinte: Och, da hätte ich gerne mal das eine oder andere Buch dazu. Aber leider, leider hat mich das Buch nicht überzeugt, obwohl ich es mir vor und während des Lesens gewünscht hätte. Was leider nicht der Fall war und das tut mir leid.

Doch warum genau hat es mir nicht so gut gefallen? Das hat mehrere Gründe und betifft hauptsächlich die beiden Protagonistinnen, wie auch die Story. Ich muss zugeben, ich bin (die meiste Zeit) kein son großer von großen Altersunterschieden, aber ich mache das nicht rein von der Zahl abhängig (bei zwei Erwachsenen jedenfalls) und achte auch darauf, wie sie von der Persönlichkeit her sind. Und wie groß der Unterschied ist. Hier fand ich den Unterschied jetzt nicht so schlimm, ich konnte aber nicht sagen, wer von beiden jetzt die Jüngere ist. Wenn es nicht auf dem Klappentext stehen würde, hätte ich es gar nicht herausgefunden, denn im Buch wird es nicht wirklich angesprochen. Und beide verhalten sich irgendwie wie launische, empfindliche Teenager.

Generell wissen die beide nicht so wirklich, was sie möchten und das nervt über die Dauer des Buches. Beide sind mit ihren Ehen nicht zu zufrieden und verlieben sich ineinander. Ok, blöde Situation. Aber anstatt zu sagen: Ok, wir beenden erstmal unsere Ehen mit Scheidung etc und gucken dann, was zwischen uns ist, fangen sie irgendwie eine Art Affäre an. Anfangs ist es nur auf "seelischer" oder "spriritueller" Ebene oder so, später aber wird es körperlich. Gleichzeitig aber bleiben sie in Ehen drin, auf die sie eigentlich keine Lust mehr haben und sagen: Ne, wir haben da keine Gefühle oder so. Und das wenige, was man von ihren Ehen mitbekommt, ist nur neutral bis negativ. Von den Männern bekommt man so gut wie gar nichts mit, nur, dass sie der Grund sind, warum die Ehen nicht mehr so gut laufen, gleichzeitig habe ich nicht mal ne Ahnung, wie die beiden heißen. Oder die Namen wurden mal erwähnt und ich habe sie wieder vergessen, weil sie so unwichtig sind.

Auch fand ich die Story nicht so interessant. Es gab immer mal wieder Sprünge in der Story, und es gibt so viel an Text, aber an sich passiert da nicht so viel. Man bekommt so gut wie nichts aus ihrem gemeinsamen Alltag mit, vielmehr geht es fast nur um die gemeinsamen Reisen der Beiden nach Schottland, wo sie dann so ihre Sachen machen, allein oder zusammen. Aber was die beiden verbindet, außer, dass sie unglücklich verheiratet sind, das habe ich im ganzen Buch nicht herauslesen können, sorry. Auch reden die beiden gerne mal philosophisch um die Ecke herum, keine Ahnung, was das genau soll. Und gegen Ende ist jetzt nicht wirklich klar: Haben die beiden sich nun scheiden lassen? Oder sind sie einfach abgehauen und kein Schwein fragt nach ihnen? Wie vieles, was nicht direkt während der Reisen passiert ist, wird es entweder gar nicht oder nur kurz angeschnitten. Man bleibt im Unklaren und das finde ich uncool.

Die einzigen Dinge, die mir gefallen haben, sind das Cover (das sieht richtig schön aus), die Illlustrationen zwischen den Kapiteln und dass man sieht, welches Kapitel aus wessen Sicht geschrieben ist. Das passiert leider viel zu wenig in Büchern und das finde ich schade.

 

Fazit:

Genauso wie ich es schade finde, dass ich mit dem Buch nicht warm geworden bin, egal, wie sehr ich es beim Lesen probiert habe. Stattdessen habe ich ständig mit den Augen gerollt und gehofft, dass die mal "ihren Scheiß zusammenbekommen". Was aber gefühlt während des ganzen Buches nicht passiert. Sehr schade. Aber naja, sowas kann man ja vorher nicht wissen. Trotzdem vielen lieben Dank an meinen Wichtelelter, ich weiß diesen Versuch sehr zu schätzen. Vor allem, da Bücher aus dem Bereich Lesbian Romance ziemlich rar sind.

Jedenfalls bekommt das Buch von mir insgesamt zwei Sterne.

 


 

 

 

 

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Foto: Selbst geschossen

Samstag, 15. Juli 2023

[Rezension #230] Mordsregatta

 

Titel: Mordsregatta

Autor*in: Harald Jacobsen

Erschienen in Deutschland: 2011

Originaltitel: -

Erschienen in -: -

Übersetzer*in: -

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Krimi, Drama, Hetero, Lesbian Romance

Preis: € 9,99

Seiten: 311

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-8392-1388-9

Verlag: Gmeiner-Verlag

 

Inhalt:

Während der Kieler Woche wird ein Toter aus der Förde gezogen, er wurde Opfer eines Gewaltverbrechens. Ausgerechnet jetzt, wo Kommissar Frank Reuter gerade begann, sich seiner Exfrau langsam anzunähern! Wieder einmal hat der Beruf Vorrang, und so begibt sich Reuter auf die Suche nach dem Mörder des jungen Bootsbauer-Azubi. Seine Ermittlungen führen schnurstracks zum Kollegen des Toten, dem Freund seilner Tochter. Ist etwa seine eigene Familie in dem Fall verwickelt?

 

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Ich muss erst noch kurz zu den Infos oben was sagen. Der Preis, wie auch die ISBN und der Verlag beziehen sich auf die normale Version des Buches. Das hier ist eine "genehmigte Sonderausgabe für den Bassermann Verlag", die Bücher konnte man dann 2020 bei Aldi Süd für ein paar wenige Euro kaufen. Da man das Buch unter der ISBN, die darauf abgedruckt ist, nirgendwo finden kann, habe ich eben die entsprechenden Infos vom normalen Buch genommen. Glaub, für das hier hab ich damals drei oder vier Euro gezahlt? Kann ich echt nicht mehr sagen, außer, dass die eben total günstig waren.

Gut, nachdem wir das geklärt haben, direkt zum Buch. Man wird sofort in die Handlung hineingeworfen und man wird auch gleich mit dem Problem konfrontiert, mit dem sich der Polizist herumquälen darf. Auf der einen Seite will er seine Ehe retten, auf der anderen Seite muss er sich um seinen Job kümmern und darum, einen Mörder zu schnappen. Besonders, als dann Leiche #2 auftaucht, ist mehr als Eile geboten. Dabei stellt er sich nicht gerade sehr geschickt an und er bemüht sich auch ehrlich gesagt kaum darum. Die meiste Zeit denkt er zwar an seine Ex, aber so wirklich Kontakt baut er nur selten zu ihr auf. Meistens nur, wenn es um die Tochter geht oder wenn er was von ihr braucht. Ansonsten bemerkt man davon nichts und ich habe auch die meiste Zeit vergessen, dass Frank da was in der Richtung vorhatte. Natürlich hat er dann bis zum Schluss keinen Erfolg, was sein privates Vorhaben angeht.

Klar, der Job eines Polizisten ist kein reiner 9-to-5 Job. Dennoch, mal ne Mail, ein Telefonat oder sonstwas, das sollte doch drin sein. Kein Wunder also, dass sie sich von ihm getrennt hat und auch vorsichtig ist, was seine erneuten Annäherungsversuche angeht. Die auch nur am Anfang stattfinden und danach nie wieder.

Was mir aber dafür gefallen hat, war, dass das Buch aus insgesamt drei Perspektiven besteht. Am wenigsten davon ist die Perspektive von Jasmin, Peters Tochter, denn sie taucht nur für wenige Kapitel auf. Der Rest besteht aus Peters POV und der von Regina, einer Kollegin oder Vorgesetzten von ihm, so ganz kam das im Buch nicht rüber. Überhaupt kamen oft sehr viele Namen auf einmal vor und ich musste hin und wieder überlegen: Wer war das nochmal?

Etwas, was ich beim Lesen ehrlich gesagt nicht so gerne mache, weil mich das aus dem Lesefluss reißt.

Ansonsten fand ich es auch interessant, dass Reginas Vater ein Rechtsanwalt ist und der gerne mal gegen die Interessen seiner Tochter arbeitet, nur um am Ende über ihr stehen zu können oder sagen zu können: Ha, ich bin besser als du!

Ziemlich miese Nummer, finde ich. Überhaupt fand ich Reginas Vater sehr unangenehm und ärgerte mich jedes Mal, wenn er "Screentime" bekommen hat.

Und Reginas Eifersucht war manchmal eher kontraproduktiv.

Die Story und den Fall selbst fand ich eher so mittel. Oft genug kam ich auch hier mit den Namen durcheinander und das mit dem Motiv habe ich auch erst sehr viel später verstanden. Was ich dagegen nicht verstanden habe, ist, dass die Eltern etwas über ihren Sohn so lange verheimlicht haben, obwohl das wichtig für den Fall gewesen wäre. Und der Ausgang hätte meiner Meinung nach etwas spannender geschrieben werden können. Zwar wirkt es erst, als könnte der Gegner entkommen, ohne für seine Verbrechen büßen zu müssen, aber dann fällt es den Guten viel zu leicht, ihn zu fangen.

 

Fazit:

Das Buch war zwar vom Schreibstil her gut zu lesen, aber die Charaktere und die Story fand ich so mittel. Es war ok, nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Mittel halt. Dennoch bereue ich es nicht, das Buch gelesen zu haben. Von mir bekommt das Buch insgesamt drei Sterne. 

 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: Selbst geschossen

Dienstag, 28. März 2023

[Rezension #209] Everlove

 

Titel: Everlove

Autor*in: Tanya Byrne

Erschienen in Deutschland: 2022

Originaltitel: Afterlove

Erschienen in den USA: 2021

Übersetzer*in: Stefanie Frida Lemke

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Lesbian Romance, Slice of Life, Drama, Mystery

Preis: € 16,00 [D] | € 16,50 [A]

Seiten: 511

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-7373-5980-1

Verlag: Fischer Kinder- und Jugendbuchverlag GmbH

 

Inhalt:

Autoscheinwerfer! Das Letzte, was Ash hört, ist das Knacken der Windschutzscheibe. Sie zerspringt in Tausende von Scherben, die in der Luft hängen wie Sterne. Ash stirbt - mitten in ihrer eigenen Liebesgeschichte. Doch ihre Liebe zu Poppy ist viel zu groß, um so abrupt zu enden. Für Ash ist klar: Sie muss den Tod überwinden, um Poppy wiederzusehen.

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Bevor ich über den Inhalt des Buches rede, will ich zwei Sachen ansprechen.

Zum einen ist das der Unterschied zwischen dem deutschen Titel und der Originalversion. So wirklich kann ich nicht verstehen, warum man den englischen Titel durch einen anderen englischen Titel ersetzt hat. Klar, der deutsche Titel passt meiner Meinung nach auch zhiemlich gut, aber das Umändern hätte ja nicht sein müssen. Vielleicht wurde das so entschieden, weil es im Deutschen das Wort "After" auch gibt, auch wenn es nicht so oft verwendet wird. Dachte der deutsche Verlag vielleicht, dass die Leute denken, dass das nicht "Afterlove", sondern blöd gesagt "Popoliebe" heißen könnte? Hab jetzt spontan nichts dazu finden können ... naja, kann man nicht ändern^^°

Zum anderen gefällt mir das Aussehen des Buches, all das ganze Lila und Rosa lässt das Buch sehr hübsch aussehen. Gut, vielleicht liegt es daran, dass ich die Erstausgabe mit Farbschnitt erwischt habe. Der Farbschnitt war nebem dem Cover auch das erste, was mir am Buch aufgefallen war. Überhaupt gefallen mir all diese Bücher, die nun mit Farbschnitt kommen, zumal diese auch viel besser aussehen als damals. Ich hatte früher schon mal ein Buch, das sowas hatte, aber die Tinte (?) hat die Seiten zusammenkleben lassen, so dass ich sie zum lesen oft auseinanderreißen musste und am Ende hatte man vom Motiv nicht mehr viel gesehen. Und ich weiß auch endlich, wie das heißt: Farbschnitt. Was ich auch super fand, waren die Trennzeichen zwischen den Absätzen. Während Ash noch lebt, sind es kleine Herzen, doch nach ihrem Tod sind es kleine Sensen. Schönes Detail!

So, nun zurück zum Buch. Neben dem schönen Aussehen des Buches war ich auch neugierig auf den Inhalt, denn Lesbian Love lese ich immer sehr gerne. Hab nur immer noch das Gefühl, dass davon nicht so viele Bücher in den Bücherläden stehen/liegen, wie bei Hetero oder Gay Romance. Jedenfalls, das Buch hier habe ich gefunden (wenn auch recht zufällig) und bin dann auch recht bald dazu gekommen, es zu lesen.

Es war ein wirklich süßes und ruhiges Buch, wenn man mal von der Sterbeszene absieht. Die Beziehung zwischen Ash und Poppy hat sich so natürlich, so ungezwungen und schön angefühlt. Auch fand ich Ashs Familie sehr interessant, finds nur schade, dass man von ihnen nicht so viel zu sehen bekommen hat.

Das Konzept der Sensenmädchen, dass immer die letzte Person, die am Ende des Jahres stirbt, zum Sensenmädchen oder Sensenjungen wird, das ist mal was komplett anderes. Und auch, dass sie keine andere Aufgabe haben, als verstorbene Menschen zu Charon zu führen, das finde ich gut. Ist neu und erfrischend. Dass niemand weiß, wohin Charon einen bringt, und ob man wirklich dort ankommt, wo man sich wünscht anzukommen... das ist halt das Geheimnisvolle und Reale. In der Realität weiß auch keiner so genau, was mit einem nach dem Tod passiert. Wohin man kommt, ob man überhaupt irgendwo hinkommt und wie sich das anfühlt.

Wie das Buch dann geendet ist, da musste ich schon ein paar Seiten zurückblättern, weil ich es nicht glauben konnte oder wollte. Aber das ging mir bei Ashs Todeszene genauso, ich konnte nicht glauben, wie schnell es ging. Bei beiden Fällen habe ich hin und zurückgeblättert, dachte, ich habe vielleicht irgendein Detail übersehen ... aber nein, das habe ich nicht. Es ist wie im echten Leben, da kann es auch von einer Sekunde auf die andere passieren, was schon unheimlich ist.

Das einzige, was ich nicht ganz verstanden habe, ist, warum die Sensenleute ausgerechnet in einer Buchhandlung leben, aber hey, mir als Bücherwurm würde das sogar ziemlich gut gefallen.

Apropos gefallen, das Buch ist kein Meisterwerk, aber das muss es auch nicht sein. Es ist ein ziemlich entspanntes und gemütliches Buch, ohne negative Konflikte oder toxische Personen, die den Charakteren alles vermiesen wollen. Das war mal eine nette Abwechslung und die fand ich sehr schön.

 

Fazit:

Das Buch mag nicht so arg aufregend gewesen sein und dennoch habe ich die ganze Zeit mit Ash und Poppy mitgefiebert. Habe mich gefragt, wie das zwischen den beiden ausgehen wird. Zwar ist das Ende ein wenig offen, aber ich konnte mir trotzdem denken, wie es mit den beiden weitergehen wird. Gut, vielleicht ist es auch nur meine Hoffnung, das könnte es natürlich auch sein. Wie dem auch sei, das Buch gefällt mir und es hat mich super unterhalten. Von mir bekommt es insgesamt vier Sterne und ich werde es definitiv behalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: Selbst geschossen

Samstag, 17. Dezember 2022

[Rezension #189] Zu viel zum Glück

 

Titel: Zu viel zum Glück

Autor*in: Sanne Hipp

Erschienen in Deutschland: 2022

Originaltitel: -

Erschienen in -: -

Übersetzer*in: -

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Lesbian Romance, Drama, Fluff, Slice of Life

Preis: € 3,99 [E-Book]

Seiten: 219 Seiten

Sprache: Deutsch

ISBN:979-8840122150

Verlag: Selfpublishing

 

Inhalt:

Helsiniki 2022. Das Nachbarland sorgt für erschütternde Schlagzeilen. Was bedeutet es da schon, wenn ein einzelnes persönliches Leben durcheinandergerät? Nachdem die Ärztin Kristiina Lundt schon wieder einem Mann den Laufpass gibt, fühlt sie sich zu ihrer eigenen Verwunderung zu einer neuen Kollegin hingezogen. Als sie es schafft, diese Gefühle zuzulassen, hat dies noch weitere Folgen für sie. Ihre Einstellung, was sie wirklich zum Leben braucht, verändert sich. Liegt das an der neuen Liebe, die sie befähigt, überflüssigen Ballast loszulassen? »Zu viel zum Glück« ist eine leicht lesbare Lovestory zwischen zwei sehr unterschiedlichen Frauen.

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Ein weiteres Buch, das ich mir für die ABC-Challenge herausgesucht habe, aber auch, weil ich mal wieder Lust auf einen Lesbian Romance Roman hatte. Und ich muss sagen, das Buch hier ist wieder ein Beweis dafür, dass der Preis nicht immer etwas über die Qualität dahinter aussagt. Das Ebook hat mich jetzt nur 4 Euro gekostet, aber mich hat das Buch sehr gut unterhalten. In der Beschreibung steht, es wäre "eine leicht lesbare Lovestory" und das ist keine Lüge. Es ist wirklich ein einspannedes Buch, auch wenn die Themen, die darin vorkommen, nicht immer locker und leicht sind. Da das Buch in der aktuellen Zeit spielt, in unserer realen Welt (genauer gesagt in Finnland), spielt auch der Krieg in der Ukraine eine große Rolle. Dennoch, es kommt alles zum Guten.

Genauso auch bei der Liebesgeschichte, wie die beiden sich annähern und dann zusammenkommen ... doch Kristiina hat ein Geheimnis. Ihre Freundin hat was gegen Bonzen und sie selbst ist die Tochter reicher Eltern, hat zwei eigene Wohnungen und diese sind auch nicht gerade ärmlich ausgestattet. Da sie ihre Freundin nicht verlieren will, tut sie so, als gehörte ihr nur die kleinere Wohnung und die größere einer Freundin von ihr. Dass sie die größere Wohnung dann am Ende an die ukranische Familie vermietet, finde ich sehr nobel. Aber dass Kristiina ihre Partnerin anlügt, finde ich dagegen nicht so schön.

Natürlich kommt sie irgendwann dahinter und das Ganze wird auf aufgeklärt, aber meiner Meinung nach hätte das nicht wirklich sein müssen. Aber naja, ein bisschen Konflikt musste da rein, damit es wenigstens ein bisschen Spice gibt, weil sonst ist es wirklich ein reiner Slice of Life / Fluff Roman. Nicht, dass mich das gestört hätte^^°

Ich kann nur verstehen, warum sie diesen Konflikt reingebaut hat.

Wer total auf Slowborn steht oder auf richtig harte Konflikte bzw richtig hartes Drama, der wird hier vermutlich enttäuscht werden. Alle anderen, die eine doch sehr leichte und entspannte Geschichte lesen will, um von seinem eigenen harten Leben abgelenkt zu werden, der wird hier dagegen fündig werden. Mir war es stellenweise ein bisschen zu ruhig, aber ansonsten hat es mir viel Spaß gemacht zu lesen.

 

Fazit:

Das Buch hätte jetzt nicht die Chance, das Favobuch #1 von diesem Jahr zu werden, aber es hat mir dennoch sehr gut gefallen. Wie gesagt, das Drama darum, dass sie halt ein bisschen "vermögender" ist, fand ich ein wenig unnötig, aber es gibt schlimmeres, daher kann ich da darüber hinwegsehen. Von mir bekommt das Buch insgesamt vier Sterne und eine Leseempfehlung :-)

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: Selbst geschossen

Donnerstag, 3. März 2022

[Rezension #153] Und ich leuchte mit den Wolken

Titel: Und ich leuchte mit den Wolken

Autor*in: Sophie Bichon

Erschienen in Deutschland: 2021

Originaltitel: -

Erschienen in (anderes Land): -

Übersetzer*in: -

 

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Lesbian Romance, Drama, Slice of Life

Preis: € 12,99 [D] | € 13,40 [A]

Seiten: 447

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-453-42530-9

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag

 

Rückentext:

Lilou sitzt im Zug nach Paris. Nach dem bestandenen Abitur möchte sie in der Heimatstadt ihrer Mutter erfahren, wer sie wirklich ist. Kurz vor Paris steigt Mignon zu. Sie ist cool, wunderschön, und obwohl sie mit Lilou zu flirten scheint, bleiben ihre Augen ernst und ihre ganze Haltung abweisend. Dennoch hat Lilou das Gefühl, dass Mignon in ihr Innerstes blickt. Beim Abschied am Gare du Nord spürt sie: Diese Frau könnte ihr gefährlich werden, und dafür hat sie keinen Platz in ihrem Leben. Zwei Wochen später trifft sie Mignon zufällig auf einer Party wieder, und ihr wird klar, dass diese magische Intensität nicht nach Grenzen fragt.

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Das hier ist neben "Love with Pride" der zweite Lesbian Romance Roman, den ich damals beim Stöbern in der Buchhandlung zufällig gefunden und dann mitgenommen habe. Mir ist besonders das Farbenspiel mit den bunten Stellen und dem kontrastreichen Schwarz sofort ins Auge gestochen und es gefällt mir auch heute noch sehr gut.

Der Schreibstil war sehr angenehm und wenn ich das Buch mal nicht gelesen habe (es war mein Abendbuch), dann nicht, weil ich keine Lust darauf hatte, sondern weil ich zu müde dafür war.

Lange Zeit beim Lesen war ich mir nicht sicher, wie ich über das Buch denken soll, es ist eines dieser Bücher, die es mir nicht leicht gemacht haben. Zwar gefällt mir die ganze Geschichte zwischen Mignon und Lilou, auch gefällt es mir, dass die Nebencharaktere auch die eine oder andere Beziehung haben, aber der andere Teil der Geschichte ... ich weiß nicht. Die Rahmenhandlung ist ja, dass Lilou nach Paris fährt, um etwas über ihre Mutter zu erfahren und lernt dabei Mignon kennen. Der Mignon-Teil der Geschichte ist auch echt super geworden. Der Mutter-Teil dagegen nicht so.

Das liegt vor allem daran, dass da viel zu wenig passiert, teilweise sogar gar nichts. Anfangs fährt sie nach Paris, und es ist erstmal unklar, was jetzt genau mit der Mutter los ist, zumindest ich habe erstmal ein wenig gebraucht, um es zu kapieren. Erst dachte ich, ihre Eltern wären schlicht geschieden und sie fährt jetzt zu ihrer Mutter. Dann dachte ich, die Mutter wäre gestorben und Marie geht jetzt auf Spurensuche, um mehr über die pariser Seite ihrer Mutter zu lernen. Es hat dann ein paar Kapitel gedauert, bis ich kapiert habe, was eigentlich wirklich los ist.

Und dann... naja, es passiert nicht viel. Zwar hat Lilou eine Ahnung, wo ihre Mutter arbeiten könnte, macht aber keine Anstalten, da mal hinzugehen. Sie ruft da mal an, aber das wars. Sie bekommt keine Infos, aus Datenschutzgründen. Dann könnte sie doch einfach mit ihrem Ausweis da hinlaufen und sagen: Hey, ich bin die Tochter, hier ist der Beweis, könnte ich bitte Infos haben? Das ist auch irgendwie das letzte, was sie macht, Mignon hilft ihr später auch mal, aber mehr passiert da auch nicht. Dafür, dass sie extra für ein Jahr nach Paris reist, zeigt sie ziemlich wenig Initiative. Stattdessen hängt sie ständig mit Mignon und Co rum. Die auch irgendwie ständig Zeit zum Rumhängen haben - vllt wurden hier Urlaubstage geopfert. Oder es passiert immer am Wochenende.

Btw, Lilou und Mignon, hier gab es ein Muster, was ich schon aus "Love with Pride" kannte: Eine, die Angst hat, dass die andere es nicht ernst meint oder sie wieder zurückweist und ein tramatisches Erlebnis in der Vergangenheit hat, das sie prägt. Die andere, die sich dazu erstmal kennenlernen und herausfinden muss, welches Label zu ihr passt. Am Ende entscheidet sie sich für keins, was auch vollkommen in Ordnung ist. Mir kam das nur eben ständig in den Sinn, dass es in "Love with Pride" genauso war, wenn auch natürlich mit anderen Charakteren, anderen Umständen und einem anderen tramatischen Erlebnis.

Nur wurde ich hier nicht so ganz warm mit den Charakteren, bzw eher mit Mignon als mit Lilou. Sie war lange Zeit verwirrt und ich konnte es nachvollziehen, da sie einfach nicht wusste, warum sie sich nicht in die Männer verliebt, mit denen sie was hatte. Gut, das Problem habe ich nicht, aber es war dennoch nachvollziehbar geschrieben, warum sie so mit sich hadert. Dass sie das anfangs nicht offen zeigen konnte, fand ich ein wenig schade, da konnte ich Lilous Reaktionen dann wieder besser verstehen. Ansonsten, dass Lilou hier und da zur Dramaqueen mutiert, fand ich dagegen ein wenig nervig.

Was ich auch nervig fand, war, wie der Handlungsstrang mit der Mutter gelöst wurde. Wie gesagt, es passiert erstmal nichts, und dann auf einmal, mit einem Bumms, kommt die Auflösung. Danach hat Lilou aus mir unbekannten Gründen überhaupt keine Lust mehr, ihre Mutter aufzusuchen oder näher kennen zu lernen, nur, weil sie vermutlich eine starke psychische Erkrankung hat. Gut, sie hat davor auch herzlich wenig getan, um ihre Mutter zu finden und dass es am Ende aufgelöst wurde, war einfach nur ein Mega-Zufall. Auch wie es aufgelöst wurde, fand ich sehr seltsam und etwas zu zufällig. Aber dass jemand, die Angst vor Abweisung hat, dann selbst jemanden einfach aufgibt nur wegen einer Krankheit ... keine Ahnung, was ich davon halten soll. Nicht jeder Mensch ist gesund, ob nun geistig oder physisch, aber deswegen jemanden aufgeben? No way. Da konnte ich Lilou am wenigsten im gesamten Buch verstehen.

Wie sich dagegen die Geschichte zwischen Lilou und Mignon entwickelt hat, fand ich dagegen sehr schön und es hat mir auch gut gefallen. Das hat das ganze Buch dann doch angenehm gemacht. Wenn auch nicht ganz.

 

Fazit:

Hm, jetzt klang ich doch etwas wütender als ich es eigentlich bin. Aber ich bin doch ein wenig enttäuscht, da es hier und da Stellen gab, die mich eher unzufrieden gemacht haben. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass mich das Buch nicht zu 100% überzeugt, aber ich konnte nicht genau sagen, warum. Jetzt kann ich es. Schade eigentlich, aber damit mir das Buch besser gefällt, müsste es von Grund auf anders aufgebaut sein. Es müsste wirklich überzeugend rüberkommen, dass Lilou nach ihrer Mutter suchen will und mehr macht, als in eine andere Stadt zu fahren. Sie scheint ja sonst so ein aktiver Mensch zu sein, der sofort loslegt und nicht erst morgen, daher konnte ich ihr Zögern oder wie man das nennen soll, nicht verstehen.

Als ich am Anfang der Rezension war, war ich mir unsicher. Aber beim Schreiben habe ich viel darüber nachgedacht und ich denke, ich weiß jetzt mehr, was ich über das Buch denke. Und auch, dass ich es eher nicht behalten werde.

Von mir bekommt das Buch insgesamt drei Sterne, es ist nicht schlecht, aber auch nicht perfekt. Aber für vier Sterne wiegen die negativen Punkte doch etwas zu schwer.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: Selbst geschossen

Dienstag, 1. Februar 2022

[Rezension #150] Love with Pride

 

Titel: Love with Pride

Autorin: Lea Kaib

Erschienen in Deutschland: 2021

Originaltitel: -

Erschienen in (anderes Land): -

 

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Girls Love, Slice of Life

Preis: € 13,00 [D] | € 13,40 [A]

Seiten: 377

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-7335-5019-6

Verlag: FISCHER New Media

 

Rückentext:

Neue Stadt, neues Ich: Als die introvertierte Stella ihr Studium am College in Haydensburgh beginnt, ist sie froh, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Sie möchte nicht länger die unbeliebte, unsichtbare Außenseiterin sein. Dieses Mal wird alles anders, dieses Mal wird sie Freund*innen finden und ganz sie selbst sein können. Dann trifft sie auf Ellie, die so ganz anders ist als sie selbst - impulsiv, immer fröhlich -, und ihr ganzes Leben steht plötzlich Kopf. Denn diese Freundschaft fühlt sich nach mehr an, so etwas hat Stella noch nie erlebt ...

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Über dieses Buch bin ich ziemlich zufällig gestolpert, als ich mich vor ein paar Wochen in einem Buchladen umgesehen habe. Einfach, mal aus Neugier, wollte ich mal schauen, ob es auch Girls Love Romane dort zu kaufen gibt. Überhaupt wollte ich schon länger mal welche lesen, besonders, nachdem ich schon mehrere Boys Love Romane gelesen habe. Ich habe mir viele Bücher angesehen und ich muss sagen, es hat sich mal wieder bestätigt, dass man viele Bücher nicht nach dem Umschlag bewerten sollte. Viele Bücher, bei denen ich dachte, es ginge dort um eine Nicht-Heterobeziehung ... nun am Ende gings dann doch darum, sobald ich mir den Rückentext davon angeschaut habe. Am Ende habe ich genau zwei Bücher zu dem Genre gefunden, das hier und ein anderes.

Gut, zu diesem Buch hier:

Hier hat mir das Cover sofort sehr gut gefallen. Keine Ahnung, wie viele andere es noch bemerkt haben und ob es überhaupt Absicht war, aber mit all den Farben musste ich an die Lesbian Pride Flag denken. Überhaupt sieht es sehr schön aus und war auch ein weiterer Grund, warum ich das Buch gerne mal lesen wollte, neben dem ansprechenden Rückentext.

Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Aber auch nicht zu 100% zufrieden gestellt, sondern mehr so zu 90%.

Wie kommt es?

Nun, an sich finde ich die Geschichte ziemlich ansprechend und auch, wie sie umgesetzt wurde, vor allem in der zweiten Hälfte, das hat mir gut gefallen. Viele haben in ihren Rezensionen bemängelt, dass Stella so lange braucht, um aus sich rauszukommen und über ihr Trauma hinwegzukommen ... naja, mir kam es realistisch vor. Nur, weil in Serien (oder vor allem Filme) ein Charakter über eine kurze Zeit ein bisschen weniger introvertiert ist, heißt es nicht, dass das auf alle zutrifft. Nicht jeder kommt im gleichen, schnellen Tempo aus sich heraus. Oder wird seine Ängste los. Ich habe auch rund 28 Jahre gebraucht, um mit meiner Spritzenphobie zurecht zu kommen, ohne, dass es mich in irgendeiner Art und Weise einschränkt. Manches braucht halt seine Zeit und ich fand es viel realistischer, dass sie in kleinen Schritten vorangekommen ist, als wenn sie eine 180-Grad-Wendung gemacht hätte.

Was mir aber dafür ein bisschen zu schnell ging, waren die Gefühle, die sich bei den beiden entwickelt haben. Die beiden agieren kaum miteinander, aber mit einem mal, so quasi über Nacht, hat sich Stella in Ellie verliebt. Klar, sie hat ein bisschen gebraucht, bis sie diese Gefühle kapiert hat. Dennoch, dass sie miteinander agiert, kam erst danach so richtig. Das wirkte so ein bisschen aus der Luft gegriffen.

Auch war ich nicht zu 100% überzeugt, was ihre Motive für die Anmeldung an der Verbindung angeht. Sie wollte sich öffnen und neue Freundinnen kennenlernen, die sie nach der Studierzeit auch noch haben würde. Ich kanns verstehen, aber trotzdem kam mir das ein wenig schwach vor.

Was mich ebenso ein wenig abgeschreckt hat, ist, dass Stella bei jeder passenden Gelegenheit irgendwie erwähnen musste, dass sie Veganerin ist. Egal, ob es nun ums Mittagessen ging, oder das Backen eines Kuchens, immer wieder musste sie erwähnen, dass sie sich veganisch ernährt und dass ihr deshalb Steine in den Weg gelegt werden. Auf der anderen Seite finde ich es seltsam, dass sie sich vorher nicht informiert hat. Sie hat sich ja das College ausgesucht, zu welchem sie hingehen möchte und hat sich sicherlich vorher damit beschäftigt. Warum also hat sie nicht in Erfahrung gebracht, welche Essensansgebote es in der Mensa gibt? Immerhin scheint es ihr sehr, sehr wichtig zu sein, ich an ihrer Stelle hätte mich darüber sofort informiert und das als eines meiner Ausschlusskriterien verwendet.

Zumal es wohl nicht so viel Auswahl geben soll, da sie oft einfach nur Nudeln oder nur Reis ist, was mir auch ein wenig merkwürdig vorkommt. Dass es da keine vegetarische oder vegane Sauce geben soll, und seihs einfach nur ne einfache Tomatensauce, das kam mir merkwürdig vor.

Vermutlich sollte es darstellen, dass Veganer es heutzutage nicht so einfach haben? Wobei es ja schon viele Ersatzprodukte und Alternativen gibt ... genau kann ich es nicht sagen. Das regelmäßige Erwähnen fand ich dagegen ein wenig merkwürdig. Zumal es jetzt auch nicht soooo storyrelevant ist.

Dass Stella sich am Ende kein Label geben möchte, ist vollkommen in Ordnung und ich kann es verstehen. Immerhin entdeckt sie sich auch gerade erst. Vielleicht wird sie nie ein Label finden. Auch das ist in Ordnung. Weiß ich weiß, ist, dass Ellie sie auf jeden Fall glücklich machen wird. Sues Reaktion am Ende konnte ich so nachvollziehen und habe mir das Gleiche gedacht ;-)

Überhaupt war das Buch sehr angenehm zu lesen, ziemlich ruhig und für einen kurzen Moment war es mir mal zu ruhig, weil ich wegen der Verbindung und den Aufgaben oft an die Bücher aus der  "Matching Night" - Reihe denken musste. Doch ein paar Seiten später hat mir das ruhige gefallen, es war sogar ziemlich erholsam. Es gibt keine bösen Rivallinnen, die Stella ganz klischeemäßig das Leben schwer machen. Oder Aufgaben, die quasi unmöglich zu machen sind. Nein, hier geht es einfach nur darum, dass jede Bewerberin ihren Spaß hat.

Dass Ellie sich dafür einsetzt (zumindest hoffe ich, dass ich es so richtig verstanden habe), dass sich nicht nur weibliche Studenten, sondern auch Männer oder zumindest Transfrauen sich auch dort bewerben dürfen sollten, das fand ich super. Nur wie es genau gemeint ist, kann ich nicht zu 100% sagen, da es nicht zu 100% konkretisiert wurde. Aber ich denke, das war damit gemeint.

Worüber ich am Anfang ein wenig gestolpert bin, war, dass im Text gegendert wurde. Das kenne ich bisher nur von Tweets von Privatpersonen, Stellenanzeigen und journalistischen Artikeln, in einem Roman kannte ich das bisher noch nicht. Achja und bei Podcasts habe ich das auch öfters gehört. Aber sonst ... nie so wirklich. Tatsächlich bin ich die ersten mehreren Male über das Gendersternchen gestolpert, aber irgendwann habe ich mich daran gewöhnt. Nur, dass es auch in der mündlichen Rede benutzt wurde... keine Ahnung, ob es wirklich daran liegt, dass ich es halt aus meinem Umfeld nicht so kenne und es mir deshalb merkwürdig vorkommt, das kann ich nicht sagen.

Würde jetzt aber auch nicht hergehen und deshalb das Buch schlecht reden oder jemandem ausreden, in seinem oder ihren Romanen das Sternchen zu benutzen. Ich selbst benutze es eher nicht so oft und machs auch eigentlich nur, wenns vorgegeben ist, wie z.B. bei ner Montagsfrage.

Vielleicht brauche ich da einfach noch ein wenig mehr Zeit, damit ich mich daran gewöhne.

 

Fazit:

Wieder ein wundervolles Buch, zwar hat mich das hier wie erwähnt nicht zu 100% überzeugt, aber zu 90% und das ist auch immer noch verdammt viel, nicht wahr? Jedenfalls, ich finde es super, dass mein erster GL-Roman, den ich lesen konnte, so gut gefallen hat. Ich könnte mir vorstellen, ihn irgendwann wieder zu lesen, wenn ich einfach was schönes, entspannes und auch irgendwo niedliches lesen möchte. Zwar war total klar, wie es ausgeht, aber hey, das ist doch bei Liebesromanen nicht anders.

Von mir bekommt das Buch insgesamt 4 Sterne und eine Leseempfehlung. 

 

 

 

 

 

 

  

Quelle:

Foto: Selbst geschossen