
Titel: Die Gesichter des Mithras
Autor*in: Sami Eriksson
Erschienen in Deutschland: 2025
Originaltitel: -
Erschienen in -: -
Übersetzer*in: -
Weitere Informationen:
Genre: Mystery, Drama, Hetero
Preis: € 14,99 [D] | € 15,50 [A]
Seiten: 323
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-6951-2034-5
Verlag: Books on Demand GmbH
Rezensionsexemplar: Ja
Inhalt:
Rom im Jahr 190 nach Christi Geburt. Das Weltreich ist gezeichnet von religiösen und gesellschaftlichen Gegensätzen, die sich unter Kaiser Commodus weiter zuspitzen. Im fernen Dalmatien verliebt sich der Sklave Lucius in die Tochter eines alten Adelsgeschlechts. Als das unwahrscheinliche Paar ein Kind erwartet, gerät ihre Romanze unter den Einfluss einer uralten Macht aus dem Orient. Zwei Jahrtausende später macht die deutsche Nachwuchsarchäologin Nora während einer Ausgrabung auf dem Balkan eine sensationelle Entdeckung. Sie stößt auf ein verborgenes Mithras-Heiligtum und erwecckt dadurch das tödliche Grauen aufs Neue, das Lucius' und ihr Schicksal miteinander verbindet.
Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Diesen Band hier habe ich im letzten Monat als Rezensionsexemplar bekommen und dafür möchte ich mich an der Stelle dieses Mal bei Annika vom Literaturtest bedanken, dass sie mir dieses Buch per Mail vorgeschlagen hatte und ich es auch lesen durfte. Ich bin ja u.a. ein Fan von solchen "geteilten Timelines", also wenn ein Buch in mehreren Zeiten stattfindet, meistens ja Gegenwart und Vergangenheit. Wenn man Dinge in der Gegenwart sieht und dann durch die Vergangenheit herausfindet, warum etwas so ist, wie es in der Gegenwart ist. Oder wie es zu gewissen Entwicklungen gekommen ist.
Wieder einmal gilt die normale Regel: Nur, weil ein Buch ein Rezensionsexemplar ist, werde ich mich nicht nicht in meiner Meinung dazu beeinflussen lassen und offen sagen, was ich darüber denke, was mir so beim Lesen durch den Kopf gegangen ist.
Wie man schon in der Beschreibung sehen kann, folgt man dem Leben von zwei verschiedenen Personen, die auf dem ersten Blick nichts gemeinsam haben. Da ist auf der einen Seite Lucius, der 190 nach Christus in Dalmatien lebt, auf der anderen Seite Nora, welche 2018 in Bosnien und Herzegowina unterwegs ist, zusammen mit ihrem Archäologenteam. Allerdings, wenn man den beiden so durch ihr Leben folgt, bzw durch einen längeren Lebensabschnitt von Lucius, als von Nora, findet man doch mehrere Parallelen. Aber auch Gegensätze.
Beide haben es nicht leicht im Leben, beide haben Schwierigkeiten, mit denen sie zurechtkommen müssen. Beide haben einen Partner, den er/sie lieben. Aber beide bekommen auch eine richtig große Chance im Leben, die sie ergreifen könnten. Die größte Gemeinsamkeit ist jedoch die Tatsache, dass beide einen Sohn haben bzw bekommen, und dass beide Söhne blind auf die Welt kommen. Das ist zu keiner Zeit einfach, für die Familien und in beiden Fällen werden auch Lösungen angeboten, um das Problem zu beheben. Ob sie diese nutzen oder nicht, und was diese Lösungen jeweils sein sollen, darauf möchte ich aus Spoilergründen nicht eingehen.
An sich fand ich die beiden Stories ziemlich interessant. Lucius war mir richtig symphathisch, und ich hatte mir die ganze Zeit für ihn erhofft, dass er ein besseres Leben bekommt bzw als er es dann hat, es dann auch behalten kann. Als das mit dem blinden Sohn passiert ist, konnte ich seine Zerrissenheit verstehen, vor allem, da er nicht wollte, dass sein Sohn ein schlechtes Leben hat. Klar, ich bin nicht mit all seinen Entscheidungen einverstanden, aber bei ihm kann ich sie alle nachvollziehen.
Bei Nora tat ich mir tatsächlich schwer, denn manche Entscheidungen fand ich einfach ... seltsam. Da gab es für mich persönlich keinen nachvollziehbaren Grund. Am meisten tat ich mich schwer, wenn es um ihr Verhalten gegenüber ihrem Partner ging. Sie hat sich oft einfach viel Zeit genommen, wenn es darum ging, ihn zu irgendwas zu kontaktieren. Aber ich hatte auch generell nicht wirklich das Gefühl, als würden die beiden miteinander kommunizieren, sondern mehr aneinander vorbei. Auch kam es jetzt nicht so rüber, als würde Nora ihren Partner lieben. Sie sind räumlich voneinander getrennt, aber sie scheint ihn nicht zu vermissen. Und als sie dann herausfindet, dass sie schwanger ist, braucht sie erstmal zig Gründe, um es ihm erstmal noch nicht zu erzählen. Bzw braucht ewig, bis sie es ihm erzählt, begründet es aber nicht mit Ängsten oder so. Sondern, weil ihr erstmal 1000 andere Dinge wichtiger sind. Weil ihr grad nicht danach ist. Beide haben Vorstellungen davon, wie die Zukunft aussehen soll, beide planen, ohne sich erstmal mit dem anderen abzusprechen und stellen sich dann vor (fast) vollendeten Tatsachen. Fand ich ehrlich gesagt unangenehm.
Gut, wie das zwischen den Paaren dann ausgegangen ist, fand ich auf der einen Seite tragisch, auf der anderen Seite aber auch schmerzhaft. Bei beiden Paaren.
Was mir auch ein wenig gefehlt hat, bzw vielleicht habe es auch nur nicht gesehen, weil ich gerne mal ein Depp bin: Der Zusammenhang zwischen den beiden Geschichten, abgesehen von dem Tempel und dem blinden Kind. Ist das blinde Kind von Nora quasi die Wiedergeburt vom blinden Kind von Lucius? Oder ist es einfach nur Zufall? Das kam mir nicht zu 100% klar rüber, aber ja, es könnten auch einfach nur ich und mein einfacher Verstand sein. Wenn es da mehr Verbundenheit zwischen den beiden gegeben hätte, oder mehr offensichtliche Parallelen, das hätte mir persönlich recht gut gefallen. Aber so an sich fand ich die beiden Storys sehr spannend. Dass ich so lange gebraucht habe, das Buch zu lesen, lag an externen / anderen Gründen.
Fazit:
Auch das Buch hat mir sehr gut gefallen und wenn ich es mal geschafft habe, zum Lesen zu kommen, dann hatte ich immer viel Spaß beim Lesen. Und auch hier bin ich dankbar, dass ich die Gelegenheit überhaupt dazu hatte, weil so an sich wäre ich vermutlich nie auf das Buch gestoßen. Bin ich aber :-)
Von mir bekommt das Buch ingesamt vier Sterne und eine Lese-Empfehlung, holt es euch und macht euch ein eigenes Bild davon^^

Quelle:
Foto: Selbst geschossen