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Swinub - Pokemon

Dienstag, 1. Februar 2022

[Rezension #150] Love with Pride

 

Titel: Love with Pride

Autorin: Lea Kaib

Erschienen in Deutschland: 2021

Originaltitel: -

Erschienen in (anderes Land): -

 

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Girls Love, Slice of Life

Preis: € 13,00 [D] | € 13,40 [A]

Seiten: 377

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-7335-5019-6

Verlag: FISCHER New Media

 

RĂŒckentext:

Neue Stadt, neues Ich: Als die introvertierte Stella ihr Studium am College in Haydensburgh beginnt, ist sie froh, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Sie möchte nicht lĂ€nger die unbeliebte, unsichtbare Außenseiterin sein. Dieses Mal wird alles anders, dieses Mal wird sie Freund*innen finden und ganz sie selbst sein können. Dann trifft sie auf Ellie, die so ganz anders ist als sie selbst - impulsiv, immer fröhlich -, und ihr ganzes Leben steht plötzlich Kopf. Denn diese Freundschaft fĂŒhlt sich nach mehr an, so etwas hat Stella noch nie erlebt ...

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Über dieses Buch bin ich ziemlich zufĂ€llig gestolpert, als ich mich vor ein paar Wochen in einem Buchladen umgesehen habe. Einfach, mal aus Neugier, wollte ich mal schauen, ob es auch Girls Love Romane dort zu kaufen gibt. Überhaupt wollte ich schon lĂ€nger mal welche lesen, besonders, nachdem ich schon mehrere Boys Love Romane gelesen habe. Ich habe mir viele BĂŒcher angesehen und ich muss sagen, es hat sich mal wieder bestĂ€tigt, dass man viele BĂŒcher nicht nach dem Umschlag bewerten sollte. Viele BĂŒcher, bei denen ich dachte, es ginge dort um eine Nicht-Heterobeziehung ... nun am Ende gings dann doch darum, sobald ich mir den RĂŒckentext davon angeschaut habe. Am Ende habe ich genau zwei BĂŒcher zu dem Genre gefunden, das hier und ein anderes.

Gut, zu diesem Buch hier:

Hier hat mir das Cover sofort sehr gut gefallen. Keine Ahnung, wie viele andere es noch bemerkt haben und ob es ĂŒberhaupt Absicht war, aber mit all den Farben musste ich an die Lesbian Pride Flag denken. Überhaupt sieht es sehr schön aus und war auch ein weiterer Grund, warum ich das Buch gerne mal lesen wollte, neben dem ansprechenden RĂŒckentext.

Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttÀuscht. Aber auch nicht zu 100% zufrieden gestellt, sondern mehr so zu 90%.

Wie kommt es?

Nun, an sich finde ich die Geschichte ziemlich ansprechend und auch, wie sie umgesetzt wurde, vor allem in der zweiten HĂ€lfte, das hat mir gut gefallen. Viele haben in ihren Rezensionen bemĂ€ngelt, dass Stella so lange braucht, um aus sich rauszukommen und ĂŒber ihr Trauma hinwegzukommen ... naja, mir kam es realistisch vor. Nur, weil in Serien (oder vor allem Filme) ein Charakter ĂŒber eine kurze Zeit ein bisschen weniger introvertiert ist, heißt es nicht, dass das auf alle zutrifft. Nicht jeder kommt im gleichen, schnellen Tempo aus sich heraus. Oder wird seine Ängste los. Ich habe auch rund 28 Jahre gebraucht, um mit meiner Spritzenphobie zurecht zu kommen, ohne, dass es mich in irgendeiner Art und Weise einschrĂ€nkt. Manches braucht halt seine Zeit und ich fand es viel realistischer, dass sie in kleinen Schritten vorangekommen ist, als wenn sie eine 180-Grad-Wendung gemacht hĂ€tte.

Was mir aber dafĂŒr ein bisschen zu schnell ging, waren die GefĂŒhle, die sich bei den beiden entwickelt haben. Die beiden agieren kaum miteinander, aber mit einem mal, so quasi ĂŒber Nacht, hat sich Stella in Ellie verliebt. Klar, sie hat ein bisschen gebraucht, bis sie diese GefĂŒhle kapiert hat. Dennoch, dass sie miteinander agiert, kam erst danach so richtig. Das wirkte so ein bisschen aus der Luft gegriffen.

Auch war ich nicht zu 100% ĂŒberzeugt, was ihre Motive fĂŒr die Anmeldung an der Verbindung angeht. Sie wollte sich öffnen und neue Freundinnen kennenlernen, die sie nach der Studierzeit auch noch haben wĂŒrde. Ich kanns verstehen, aber trotzdem kam mir das ein wenig schwach vor.

Was mich ebenso ein wenig abgeschreckt hat, ist, dass Stella bei jeder passenden Gelegenheit irgendwie erwĂ€hnen musste, dass sie Veganerin ist. Egal, ob es nun ums Mittagessen ging, oder das Backen eines Kuchens, immer wieder musste sie erwĂ€hnen, dass sie sich veganisch ernĂ€hrt und dass ihr deshalb Steine in den Weg gelegt werden. Auf der anderen Seite finde ich es seltsam, dass sie sich vorher nicht informiert hat. Sie hat sich ja das College ausgesucht, zu welchem sie hingehen möchte und hat sich sicherlich vorher damit beschĂ€ftigt. Warum also hat sie nicht in Erfahrung gebracht, welche Essensansgebote es in der Mensa gibt? Immerhin scheint es ihr sehr, sehr wichtig zu sein, ich an ihrer Stelle hĂ€tte mich darĂŒber sofort informiert und das als eines meiner Ausschlusskriterien verwendet.

Zumal es wohl nicht so viel Auswahl geben soll, da sie oft einfach nur Nudeln oder nur Reis ist, was mir auch ein wenig merkwĂŒrdig vorkommt. Dass es da keine vegetarische oder vegane Sauce geben soll, und seihs einfach nur ne einfache Tomatensauce, das kam mir merkwĂŒrdig vor.

Vermutlich sollte es darstellen, dass Veganer es heutzutage nicht so einfach haben? Wobei es ja schon viele Ersatzprodukte und Alternativen gibt ... genau kann ich es nicht sagen. Das regelmĂ€ĂŸige ErwĂ€hnen fand ich dagegen ein wenig merkwĂŒrdig. Zumal es jetzt auch nicht soooo storyrelevant ist.

Dass Stella sich am Ende kein Label geben möchte, ist vollkommen in Ordnung und ich kann es verstehen. Immerhin entdeckt sie sich auch gerade erst. Vielleicht wird sie nie ein Label finden. Auch das ist in Ordnung. Weiß ich weiß, ist, dass Ellie sie auf jeden Fall glĂŒcklich machen wird. Sues Reaktion am Ende konnte ich so nachvollziehen und habe mir das Gleiche gedacht ;-)

Überhaupt war das Buch sehr angenehm zu lesen, ziemlich ruhig und fĂŒr einen kurzen Moment war es mir mal zu ruhig, weil ich wegen der Verbindung und den Aufgaben oft an die BĂŒcher aus der  "Matching Night" - Reihe denken musste. Doch ein paar Seiten spĂ€ter hat mir das ruhige gefallen, es war sogar ziemlich erholsam. Es gibt keine bösen Rivallinnen, die Stella ganz klischeemĂ€ĂŸig das Leben schwer machen. Oder Aufgaben, die quasi unmöglich zu machen sind. Nein, hier geht es einfach nur darum, dass jede Bewerberin ihren Spaß hat.

Dass Ellie sich dafĂŒr einsetzt (zumindest hoffe ich, dass ich es so richtig verstanden habe), dass sich nicht nur weibliche Studenten, sondern auch MĂ€nner oder zumindest Transfrauen sich auch dort bewerben dĂŒrfen sollten, das fand ich super. Nur wie es genau gemeint ist, kann ich nicht zu 100% sagen, da es nicht zu 100% konkretisiert wurde. Aber ich denke, das war damit gemeint.

WorĂŒber ich am Anfang ein wenig gestolpert bin, war, dass im Text gegendert wurde. Das kenne ich bisher nur von Tweets von Privatpersonen, Stellenanzeigen und journalistischen Artikeln, in einem Roman kannte ich das bisher noch nicht. Achja und bei Podcasts habe ich das auch öfters gehört. Aber sonst ... nie so wirklich. TatsĂ€chlich bin ich die ersten mehreren Male ĂŒber das Gendersternchen gestolpert, aber irgendwann habe ich mich daran gewöhnt. Nur, dass es auch in der mĂŒndlichen Rede benutzt wurde... keine Ahnung, ob es wirklich daran liegt, dass ich es halt aus meinem Umfeld nicht so kenne und es mir deshalb merkwĂŒrdig vorkommt, das kann ich nicht sagen.

WĂŒrde jetzt aber auch nicht hergehen und deshalb das Buch schlecht reden oder jemandem ausreden, in seinem oder ihren Romanen das Sternchen zu benutzen. Ich selbst benutze es eher nicht so oft und machs auch eigentlich nur, wenns vorgegeben ist, wie z.B. bei ner Montagsfrage.

Vielleicht brauche ich da einfach noch ein wenig mehr Zeit, damit ich mich daran gewöhne.

 

Fazit:

Wieder ein wundervolles Buch, zwar hat mich das hier wie erwĂ€hnt nicht zu 100% ĂŒberzeugt, aber zu 90% und das ist auch immer noch verdammt viel, nicht wahr? Jedenfalls, ich finde es super, dass mein erster GL-Roman, den ich lesen konnte, so gut gefallen hat. Ich könnte mir vorstellen, ihn irgendwann wieder zu lesen, wenn ich einfach was schönes, entspannes und auch irgendwo niedliches lesen möchte. Zwar war total klar, wie es ausgeht, aber hey, das ist doch bei Liebesromanen nicht anders.

Von mir bekommt das Buch insgesamt 4 Sterne und eine Leseempfehlung. 

 

 

 

 

 

 

  

Quelle:

Foto: Selbst geschossen

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