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Donnerstag, 9. November 2017

[Rezension #60] Metro 2033



Name: Metro 2033
Autor: Dmitry Glukhovsky
Genre: Dystopie, Action, Drama, Thriller
Preis: € 14,00 [D] | € 14,40 [A]
Seiten: 783 Seiten
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-453-53298-4
Verlag: Wilhelm Heyne Verlag




 Klappentext:
Wir schreiben das Jahr 2033. Vor fĂŒnfundzwanzig Jahren hat ein Krieg weite Teile der Welt verwĂŒstet. Nur in den gigantischen U-Bahn-Netzen der StĂ€dte konnten die Menschen ĂŒberleben. Dort unten, in der Tiefe, haben sie eine neue, einzigartige Zivilisation errichtet. Eine Zivilisation jedoch, deren Existenz bedroht ist.

Artjom, ein junger Mann Anfang zwanzig, lebt seiner Kindheit im Untergrund der Moskauer Metro. Ein behĂŒtetes Leben an der Seite seines Großvaters. Doch obwohl Artjom weiß, dass in den Tunneln tödliche Gefahren lauern, zieht es ihn unaufhaltsam in die Ferne. Und so zögert er nicht lange, als sich ihm die Gelegenheit bietet, seine Heimatstation zu verlassen.

Es ist der Beginn einer phantastischen Reise durch das weit verzweigte Netz der Moskauer Metro - eine Reise, die ĂŒber das Schicksal der gesamten Menschheit entscheidet.

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Schon lĂ€nger habe ich Ableger und Nachfolger der Metroreihe in dem einen oder anderen Buchhandel gesehen, wie auch das Buch hier selbst. Allerdings habe ich mich noch nie wirklich damit beschĂ€ftigt, daher habe ich es immer im Hinterkopf gehabt. Dass ich es irgendwann einmal lesen möchte, aber das habe ich bisher noch nie getan. Bis ich mich dann in der BĂŒcherei ein wenig umgesehen und das Buch hier entdeckt habe. Da dachte ich mir: Jetzt oder nie! Daher habe ich es mir ausgeliehen und gelesen. WofĂŒr ich richtig viel Zeit gebraucht habe, da das Buch nicht nur viele Seiten hat, sondern auch eine Menge darin passiert. Man kann es nicht einfach mal eben so auslesen. Nein, dazu passiert zu viel. Es ist ein wenig wie bei einer Suppe, nur mit sehr vielen Zutaten. Da braucht man auch lĂ€nger, bis man die aufgegessen hat, wie bei ner Suppe, die nur aus BrĂŒhe und Nudeln besteht. Das soll allerdings kein QualitĂ€tsmerkmal sein. Allerdings ist das mit der Menge hier in diesem Buch gelungen. Ich hatte bereits BĂŒcher und Fanfiktions, wo sehr viel passiert, gelesen. Bei manchen ist es gelungen, bei manchen nicht. "Metro 2033" gehört fĂŒr mich zur ersten Kategorie, auch wenn es an manchen Stellen ein wenig langatmig erscheint.

Was mir jedoch richtig gut gefallen hat, ist, dass man richtig viel von der Metro zu sehen bekommt. Wie sich die Gesellschaft in den 25 Jahren an das Leben im Untergrund angepasst hat. Wie unterschiedlich sie alle sind. Da sind welche, die leben quasi in Saus und Braus (naja, nicht wirklich, aber zumindest besser als viele andere). Diese haben auch meist Licht und Augen, die daran gewöhnt sind. Andere dagegen mĂŒssen bei ihrer Station mit Notlichtern und/oder Kerzen auskommen. Dann gibt es noch "2. Wave Neonazis", HĂ€ndler, "2. Wave Kommunisten", Arme, Entstellte, glĂ€ubige Fanatiker usw. Doch nicht nur untereinander bedrohen sich die einzelnen Stationen, auch zwischen den Stationen gibt es viele Gefahren, die die ohnehin kleine Anzahl an Menschen noch weiter reduziert. Man erfĂ€hrt nur wenig, was in der Vergangenheit passiert ist, vieles muss man sich selbst zusammenreimen. Es brachte mich zum Nachdenken und ich hoffte die ganze Zeit nur, dass es niemals RealitĂ€t wird. Denn ich wĂŒrde nicht wollen, dass unsere Welt in einem Atomkrieg endet. Zumal der Untergrund von MĂŒnchen nicht so wirklich zum Leben geeignet wĂ€re - höchstens die Ubahn-Bereiche, wenn ĂŒberhaupt. Aber nein, mit Artjom wĂŒrde ich nicht tauschen wollen.

Apropos Artjom, als Leser begleitet man den jungen Mann von Anfang bis Ende und hat auch die ganze Zeit Einblick in seine Gedanken. Seine WĂŒnsche sind bescheiden und er kann sich kaum noch an das Leben an der OberflĂ€che erinnern. Dazu war er damals viel zu jung, als der Krieg etc passiert sind. Oft genug habe ich mit ihm mitgefiebert und gehofft, dass es dieses Mal mal positiv fĂŒr ihn verlĂ€uft. Überhaupt ist er recht symphatisch, auch wenn oft ĂŒberstĂŒrzt handelt oder manchmal etwas zu passiv ist. Was wohl daran liegt, dass er einfach gewohnt ist, vorsichtig zu leben und zu sein.

Leseprobe:
"Wer war das? Artjom, sieh nach!" - Unwillig hob sich Artjom von seinem Platz beim Feuer, rĂŒckte sein Sturmgewehr nach vorne und ging auf die Dunkelheit zu. Am Ă€ußersten Rand des beleuchteten Bereiches blieb er stehen, entsicherte gerĂ€uschvoll und rief heiser: "Stehen bleibenl! Parole!"
Eine Minute zuvor hatten sie aus dem Dunkel ein seltsames Rascheln und dumpfes Murmeln vernommen. Nun hörte man eilig trippelnde Schritte. Jemand zog sich in die Tiefe des Tunnels zurĂŒck, aufgeschreckt von Artjoms krĂ€chzender Stimme und dem Klicken einer Waffe. Hastig kehrte Artjom zum Feuer zurĂŒck und rief Pjotr Andrejewitsch zu: "Ist einfach so abgehauen, ohne sich zu erkennen zu geben."
"SchlafmĂŒtze! Du kennst doch den Befehl: Wenn einer nicht antwortet, sofort schießen! Woher willst du wissen, wer das war? Vielleicht sind die Schwarzen im Anmarsch!"
"Nein, ich glaube, das war kein Mensch ... Diese GerĂ€usche ... Und diese seltsamen Schritte. Ich werde ja wohl noch die Schritte eines Menschen erkennen? Sie wissen doch selbst, Pjotr Andrejewitsch, die Schwarzen stĂŒrzmen ohne Vorwarnung heran - neulich hatten sie einen Posten mit bloßen HĂ€nden ĂŒberfallen, aufrecht sind sie auf das MG-Feuer zugegangen. Aber der hier hat sofort Fersengeld gegeben ... Wahrscheinlich ein verĂ€ngstigtes Tier."
"Na schön, Artjom! Bist mal wieder ein ganz Schlauer. Aber wenn du Anweisungen hast, halte dich gefĂ€lligst daran und ĂŒberlege nicht lange. Vielleicht war es ein Kundschafter. Hat gesehen, dass wir nur wenige sind, leicht zu ĂŒberrumpeln ... Am Ende machen die uns alle kalt, jedem ein Messer in den Hals, und dann massakrieren sie die ganze Station, so wie bei der Poleschajewskaja, und das nur, wei du das Schwein nicht rechtzeitig umgelegt hast ... Pass bloß auf! NĂ€chstes Mal schick ich dich durch den Tunnel hinterher!
Artjom schauderte. Er stellte sich den Tunnel vor, jenseits der 700-Meter-Grenze. Schon der Gedanke war furchterregend. Weiter als 700 Meter nach Norden wagte sich keiner raus. Die Patrouillen fuhren mit der Draisine bis Meter 500, leuchteten den Grenzpfosten mit dem Projektor an, und sobald sie sich ĂŒberzeugt hatten, dass nichts Abartiges dahergekrochen kam, machten sie schleunigst kehrt. Selbst die AufklĂ€rer - gestandene MĂ€nner, ehemalige Marineinfanteristen - blieben bei Meter 680 stehen, verdeckten die Glut ihrer Zigaretten mit der Hand und starrten durch ihre NachtsichtgerĂ€te. Dann zogen sie sich zurĂŒck, langsam, leise, ohen den Tunnel aus den Augen zu lassen oder ihm gar den RĂŒcken zuzukehren.


Fazit:
Das Buch hier kann ich empfehlen, man muss und sollte sich einfach nur die Zeit dafĂŒr nehmen, es zu lesen. Man muss und kann auch nicht viel auf einmal davon lesen, es einfach in kleine Portionen aufteilen und dann geht es viel einfacher. Aber nicht, weil das Buch schwer zu verstehen oder kompliziert ist, nein, es passiert nur wie gesagt sehr viel an Handlung und das kann nach einer Weile ziemlich erschlagend sein. Dennoch habe ich mich immer wieder gefragt: Wird Artjom sein Ziel erreichen? Was wird er noch alles erleben und wie werden wohl die ganzen Stationen sein, die er noch passieren wird? Das Buch hat mir Spaß gemacht, auch wenn ich froh bin, dass ich damit endlich durch bin. Auf jeden Fall werde ich mir noch was aus der Richtung gönnen und vergebe dem Buch insgesamt 4 Rubine.







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Quelle:
Selbst geschossen

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Kira