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Swinub - Pokemon

Sonntag, 30. April 2017

[Rezension #41] Voll streng, Frau Freitag



Name: Voll streng, Frau Freitag
Autor: Frau Freitag
Genre: Humor, Erziehung
Preis:  €9,99
Seiten: 286
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN: 978-3548374574
Verlag: Ullstein Buchverlage GmbH




















R├╝ckentext:
"Hat sich eigentlich schon jemand von euch irgendwo beworben?"
Stille. Dann eine gezielte Frage: "Elif, was willst du denn werden?"
"Beim Arzt."
"Gut, und warum hast du noch keine Bewerbung abgeschickt?"
"Wer nimmt denn mit Kopftuch, Frau Freitag?"
"Na, vielleicht ein t├╝rkischer oder arabischer Arzt."
"Abooo, bei t├╝rkischer Arzt, wissen Sie, was da immer los ist? Da kommen immer sooo viele Leute."

Au├čer Frau Freitag macht sich keiner Sorgen um die Zukunft. Ihre Klasse ist jetzt in der Zehnten, aber noch lange nicht fertig mit dem Schulalltag.


Meinung (Achtung, m├Âglicherweise Spoiler!):
Als h├Ątte ich es geahnt, dass ich dort was interessantes finden w├╝rde, bin ich neulich wieder in meine Stadtbibliothek gegangen und hab mich dort in der Verschenke/Verkaufeecke gefunden: F├╝r 2 Euro wurde ich anschlie├čend f├╝ndig. Ich hatte schon das eine oder andere Frau Freitag Buch gesehen, beziehungsweise die Covers davon und war dann doch irgendwie neugierig, wie die B├╝cher sein k├Ânnten. Als ich das Buch dann gesehen habe, dachte ich mir: F├╝r 4 Euro kannst du ja nichts verkehrt machen. Zur Probe habe ich dann mal ein wenig durchgebl├Ąttert und was ich gesehen habe, hat mich dann doch ├╝berzeugt, es doch mal zu versuchen. Ergebnis: Ich bereue es nicht.

Frau Freitag scheint eine ziemlich gute und freundliche Lehrerin zu sein. Sie hat mich an all die Lehrer erinnert, die ich selbst fr├╝her hatte. Locker, mit einem gewissen Humor und bis zu einer Grenze waren diese Lehrer f├╝r so manchen Witz und Spa├č zu haben. Auch jetzt habe ich recht angenehme Lehrer. Aber auch hat mich das Buch an andere Dinge meiner Schulzeit erinnert, wir waren auch nicht gerade eine sehr brave Klasse und ich auch kein Mustersch├╝ler, nur solche Dinge fallen einem erst auf, wenn man sie mit Distanz betrachtet. Als Teenie bekommt man sein Verhalten noch lange nicht mit wie man es in dem Moment vermutet. Nun aber zur├╝ck zu dem Buch.

Es war das erste und einzige Buch, das ich von Frau Freitag gelesen habe, aber man ben├Âtigt kaum bis gar kein Vorwissen ├╝ber die anderen B├╝cher, um dieses hier genie├čen zu k├Ânnen. Sollte auf ein Ereignis aufgebaut werden oder sollte es Anspielungen in die Richtung geben, kann man aus dem Kontext in etwa erkennen, was damals passiert sein k├Ânnte. ├ťberhaupt ist das Buch sehr bildreich geschrieben und ich wei├č nicht, ob die Namen der Sch├╝ler nun die echten sind oder ob sie gegen falsche Namen, zur Schutz der Identit├Ąten, ausgetauscht wurden. Zumindest kann man es sich sehr gut vorstellen, wie die jeweiligen Sch├╝ler in der Klasse sitzen oder wie die Lehrerin an ihren Sch├╝lern immer mal wieder verzweifelt. Gr├Â├čtenteils, weil viele oft schw├Ąnzen, kaum mitmachen oder nicht lernen. Auch ist es mal interessant, das Ganze mal aus der Lehrerperspektive zu sehen, denn die sieht man ja doch eher selten, besonders als Sch├╝ler nicht. In diesem Buch begleiten wir Frau Freitag, wie sie sowohl ihre zehnte Klasse, als auch eine siebte Klasse unterrichtet und man sieht die Unterschiede, die es zwischen den beiden Klassen gibt. Es ist eine Ansammlung aus witzigen Anekdoten, interessanten Erlebnissen und Gedankenfetzen der Lehrerin. Zwar wird man hier weder einen Lachflash bekommen, noch ist das Buch gef├╝llt von Schenkelklopfern, aber es ist dennoch mehr als am├╝sant zu lesen. Hin und wieder macht man beim Lesen einen inneren Facepalm, aber es gibt auch genug Momente, in denen sie ihre Sch├╝ler lobt und liebt. Wenn man diese Momente lie├čt, dann kann man es vollkommen nachvollziehen.

Sicherlich, das Buch ist jetzt nicht der Renner, aber es ist dennoch sehr unterhaltsam zu lesen. Und nachdem das letzte Buch, das ich gelesen habe, zwar ganz ok, aber irgendwie auch nicht mehr war, habe ich hier wieder richtig viel Spa├č beim Lesen gehabt. Am Montag war ich in der besagten Bibliothek, gestern vorm Kinofilm ("The Boss Baby") habe ich es dann zuende gelesen. Ich mag die knalligen Farben des Titelbuchs und den kleinen, jugendlichen Vogel, der auch wohl die Sch├╝ler der zehnten Klasse repr├Ąsentieren soll.

Was auch interessant f├╝r mich pers├Ânlich war: Der Einblick in eine andere Schulform. Ich selbst war auf mehreren Grundschulen, anschlie├čend zwei Jahre auf einem bayerischen Gymnasium, bin dann runter auf eine bayerische Realschule und habe dort meinen Abschluss gemacht. Dort wird bis zum Schluss (ob es heute anders ist, wei├č ich leider nicht, aber 2009 war es noch so) mit Noten gearbeitet, sprich, das Punktesystem gab es zu meiner Zeit dort zumindest noch nicht. In diesem Buch ging es wohl um zwei Klassen in einer Gesamtschule, bei welcher du mehrere Abschl├╝sse bekommen kannst. So hast du allein durch das Erreichen der zehnten Klasse bereits den Hauptschulabschluss in der Tasche, ansonsten musst du schauen. Je nach dem, wie gut du bist, bekommst du entweder einen besseren Hauptschulabschluss, mittlere Reife oder das Abi. Da ich das vorher nur mit den getrennten Schulsystemen kannte, war das ziemlich neu f├╝r mich.


Leseprobe (die ersten 10 S├Ątze):
"Frau Freitag, du hast Besuch!", ruft mir Frau Schwalle entgegen. Ich hetze durch den Verwaltungstrakt.
"Wie - Besuch?"
"Der Ronnie rennt hier rum und sucht dich."
Ronnie. Ronnie ist ein Reflexwort. Sofort denke ich: Oh Gott, Schl├Ągerei, Polizei, Sitzungen, Gespr├Ąche, ├ärger, Frust und Arbeit, Arbeit, Arbeit. Dann wird mir pl├Âtzlich klar: Ronnie ist gar nicht mehr mein Sch├╝ler. Ich bin jetzt die Klassenlehrerin von dieser entz├╝ckenden, leistungswilligen, netten Siebten. Die, die in Geschichte so super-duper-gut mitgemacht haben.


Fazit:
Nach all den Nullnummern der letzten zwei Wochen und dem nicht ganz so starken Buch davor war das Buch hier eine richtige Wohltat. Klar, das Buch ist jetzt nicht ganz so lustig, wie ich es zuerst vermutet habe, allerdings ist es auf eine andere Art lustig als z.B. ein Witzebuch. Dennoch hat mir das Lesen viel Spa├č gemacht und ich kann mir vorstellen, dass ich es einer Freundin schenken werde, sollte sie Interesse daran haben. Nur die letzten vier bis f├╝nf Seiten waren ein wenig schach. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich es behalten werde oder nicht. Das entscheide ich noch. Was ich aber defintiv wei├č, ist, dass ich wohl gerne zugreifen werde, sollte ich nochmal irgendwo ein anderes Buch von Frau Freitag in die H├Ąnde bekommen. Insgesamt vergebe ich dem Buch vier Rubine.











Quelle:
Selbst geschossen

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