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Swinub - Pokemon

Dienstag, 11. Juli 2017

[Rezension #44] Dampfnudelblues



Name: Dampfnudelblues
Autor: Rita Falk
Genre: Heimatkrimi, Slice of Life
Preis: € 14,90 [D] | € 15,40 [A]
Seiten: 256 Seiten
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2011
ISBN: 978-3-423-24850-1
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG




Rückentext:
Gerade läuft’s für den Eberhofer Franz mit der Susi einwandfrei, sein heimischer Saustall ist so gut wie fertig eingerichtet, da überschlagen sich die Ereignisse in Niederkaltenkirchen: »Stirb, du Sau!« hat jemand mit roter Farbe an Realschulrektor Höpfls Eigenheim geschmiert, und kurz drauf liegt er auch noch tot auf den Gleisen! Selbstmord? Mord? Mal wieder Stress pur für den Franz …


Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Ich muss zugeben, zwischen dem ersten und den zweiten Band ist doch eine kleinere Zeit vergangen und doch war ich relativ schnell in der Geschichte wieder drin. Sowohl der Charakter, als auch die Nebencharaktere haben starken Wiedererkennungswert, selbst, wenn sie selbst nur im Hintergrund mit dem Franz agieren. Die Geschichte beginnt auch mit der typischen flotten Art und Weise, wie man sie auch aus den anderen Bänden kennt. Ebenso ist mir der Dialekt, mit dem die Geschichte aus Franz' Sicht erzählt wird, wieder mehr als vertraut und ich kann verstehen, wenn jemand sagt: Nein, mich spricht das absolut nicht an.

Der Fall selbst ist wieder interessant bzw noch interessanter als der Fall aus dem ersten Band, auch wenn es gegen Mitte des Bandes schnell klar wird, wer der Täter sein könnte und auch, was das Motiv des Täters sein könnte. Dennoch ist es interessant herauszufinden, wie das Opfer nun auf den Gleisen gelandet ist und warum genau. Das Zwischenmenschliche spielt in den Eberhofer-Geschichten auch eine sehr große Rolle, so ist es kein Wunder, dass wir auch hier wieder viel von seinen Fehlgriffen bezüglich seiner "Freundin" Susi lesen. Oder aber von seiner Oma, die aufgrund ihres schlechten Gehörs alle zusammenschreit oder auf der Schnäppchenjagd ist. Von seinem Vater, der am liebsten nur Gras raucht und die Beatles hört und von seinem Bruder. Welcher bei seinen Besuchen auch seine neueste Frau inkl. Kind anschleppt. Zuerst mag Franz das Mädchen nilcht, aber ironischerweise mag die kleine "Sushi" ihn lieber als ihren Vater. Man kann das Buch auch für sich lesen, man benötigt kaum Vorkenntnisse aus dem ersten Band, allerdings macht es das in wenigen Punkten leichter. Manche Dinge, wie die Rivalität zwischen Franz und seinem Bruder, werden noch einmal kurz geschildert, sodass man nicht vollkommen im Dunklen tappt.

Am Ende gibt es wieder ein Glossar, mit der Übersetzung gewisser Wörter und ein paar Kochrezepten der Oma.


Leseprobe:
STIRB, DU SAU!, steht auf dem Höpfl seiner Hauswand. Ärgerlich. Und nicht nur für den Höpfl.
Weil, wenn am Montag in aller Herrgottsfrüh das verdammte Telefon läutet, noch dazu das dienstliche, dann ist das halt scheiße. Erst recht vor dem Frühstück.
Dran ist eben der Höpfl. Der Höpfl wohnt hier am Dorfrand, ist Rektor in der Realschule und er will jetzt, dass ich komm.
Sofort.
Weil es natürlich meine Aufgabe ist, bin ich quasi schon unterwegs.
Zwei Marmeladensemmeln und die Eier mit Speck, die mir die Oma brät, müssen dann leider reichen. Für den Früchtequark bleibt keine Zeit.
"Was ist jetzt mit dem Quark?", schreit mir die Oma hinterher, grad wie ich zur Tür raus will. Weil sie schon seit Jahrens nichts mehr hört, deut ich bloß auf die Uhr und meine Waffe und sie kapiert's.



Fazit:
Wie auch bei den anderen Bänden muss man die Erzählart, wie auch den Dialekt mögen. Oder zumindest lesen wollen, denn sonst hat man wahrlich keine Freude an dem Buch. Da ich zwar mal für zwei Jahre in einem Dorf gewohnt habe, allerdings nicht in einem bayerischen, kann ich nicht sagen, wie das Leben hier in den Dörfern so ist. Wie authentisch die Bewohner rübergebracht werden oder wie groß die Unterschiede sind. Auch kenne ich mich zu wenig mit der bayerischen Polizei aus, zumindest hatte ich zum Glück kaum Kontakt mit ihnen. Allerdings kann ich sie bisher, wie ich so mitbekommen habe, ob nun direkt oder indirekt als recht kompetent in Erinnerung, was der Eberhofer Franz nun nicht wirklich ist^^°
Dennoch, obwohl er sich gerne mal wie ein Depp oder ein Riesenrindvieh aufführt, ist es unterhaltsam, seine Geschichten zu lesen und diese hier gehört eindeutig mit dazu. Es ist einfach erfrischend, mal eine andere Sichtweise zu sehen, auch wenn ich sie nicht immer verstehe. Wie auch im Vorgängerband und auch den späteren Bänden spielt der Krimiteil zu 50% eine Rolle, auch das muss man mögen. Wer jetzt CSI: Miami oder derartiges erwartet, der ist hier falsch. Wer aber gerne mal einen Lokalkrimi mit leichtem Fremdschäm- und Unterhaltungsfaktor mag, der ist hier richtig. Ich hatte jedenfalls wieder richtig viel Spaß, auch wenn der Hauptcharakter wie gesagt öfters mal ein Depp ist und vergebe dem Buch 4 Rubine.






Quelle:
Selbst geschossen

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Kira