
Scott wird immer leichter, ohne dass sein Körper sich verĂ€ndert. Trotz der mysteriösen Heimsuchung setzt er alles daran, gegen himmelschreiendes Unrecht in der entzweiten Kleinstadt Castle Rock vorzugehen. Stephen King erzĂ€hlt meisterhaft beunruhigend und ermutigend zugleich eine zeitgemĂ€Ăe Geschichte darĂŒber, wie man Streit und Vorurteil ĂŒberwinden kann.
Ein weiteres kleines Buch, welches ich zu Weihnachten bekommen habe, aber jetzt erst die Tage gelesen habe. Was ich ein wenig bereut habe, denn ich ging mit dem Gedanken heran: Naja, ich hab ja Zeit und hinterher werde ich das Buch sowieso wieder weggeben. Was eine FehleinschĂ€tzung war, denn das Buch hat mir gegen meiner Vorerwartung ziemlich gut gefallen. Ich dachte, wenn das Buch bzw die Geschichte darin so kurz ist, dann kann sie ja nichts besonderes sein, vor allem, da King gerne mal braucht, bis die wirklich interessanten Dinge anfangen, doch hier geht es gleich direkt los. Eine Eigenschaft, die andere King-BĂŒcher besitzen und die ich bereits wieder vergessen hatte. Nun ja, das Buch selbst ist wirklich recht schnell in wenigen Stunden, wenn man sich viel Zeit lĂ€sst und gemĂŒtlich lieĂt, durchgelesen. Man kann sich auch jeden Abend einen Teil davon vornehmen und wird trotzdem ziemlich gut unterhalten.
Die wenigen Charaktere, die in dieser Geschichte vorkommen, wirken und handeln so gut wie immer nachvollziehbar, auch wenn ich einen gewissen Dickkopf nicht so ganz verstehen konnte. Es wird auch ein mehr oder weniger aktuelles Thema angesprochen, welches auch gut hierher nach Deutschland passen wĂŒrde. So muss sich der Hauptcharakter nicht nur seinem gesundheitlichen Problem stellen, sondern auch den Vorurteilen, die es gegenĂŒber gewisser Mitmenschen gibt und welche Folgen fĂŒr diese Mitmenschen daraus entstehen. Die Geschichte ist nicht sonderlich aufregend oder spannend, trotzdem konnte ich das Buch nur schwer weglegen, hatte ich es einmal in der Hand. Dem Ende habe ich die ganze Zeit entgegengefiebert, habe mich gefragt, wie das alles wohl ausgehen wird und was wohl die Ursache wie auch die Endwirkung von Scotts mehr als merkwĂŒrdiger DiĂ€t sein könnten.
Abgesehen davon ist das Buch ziemlich handlich und dĂŒrfte auch in eine normale Frauenhandtasche passen. Falls also mal wieder eine Sitzung in einem Ărztewartezimmer ansteht, kann man in der Zeit einen Teil des Buches lesen, wie nach dem, wie lange man warten darf. Auch gefĂ€llt mir das Design des Buches selbst, mit dem Sternenhimmel, den HĂ€usern und der gelben Schrift.
Scott Carey klopfte an der TĂŒr der Eigentumswohnung, und Bob Ellis (den alle in Highland Acres immer noch Doctor Bob nannten, obwohl er seit fĂŒnf Jahren im Ruhestand war) lieĂ ihn hinein. "Na, Scott, da bist du ja. PĂŒnktlich um zehn. Was kann ich fĂŒr dich tun?"
Scott war ein stattlicher Mann, eins dreiundneunzig in Socken, mit einer anstĂ€ndigen Wampe. "Das weiĂ ich auch nicht recht. Wahrscheinlich gar nichts, aber ... ich habe ein Problem. Hoffentlich kein groĂes, aber vielleicht doch."
"Eines, worĂŒber du mit deinem rugulĂ€ren Arzt nicht sprechen willst, ja?" Mit seinen vierundsiebzig Jahren hatte Ellis schĂŒtteres silberweiĂes Haar und hinkte ein bisschen, was ihn auf dem Tennisplatz allerdings kaum behinderte. Da hatten er und Scott sich kennengelernt und angefreundet. Enge Freunde waren sie wohl nicht, aber Freunde auf jeden Fall.
"Ach, bei dem war ich schon", sagte Scott. "Zur Vorsorgeuntersuchung, die lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig war. Blutbild, Urin, Prostata, das ganze Programm. Alles in Ordnung. Der Cholesterinspiegel ist ein bisschen hoch, aber noch im grĂŒnen Bereich. Ich hatte mir nĂ€mlich Sorgen wegen Diabetes gemacht. Im Internet stand, das wĂ€re am wahrscheinlichsten."
Abgesehen von den Klamotten jedenfalls. Die Sache mit den Klamotten fand sich auf keiner Website, ob medizinisch oder sonst wie ausgerichtet. Mit Diabetes hatte das bestimmt nichts zu tun.
Ellis fĂŒhrte ihn ins Wohnzimmer, von dessen groĂem Erkerfenster man einen Blick auf das vierzehnte GrĂŒn der Wohnanlage in Castle Rock hatte, wo er mit siener Frau jetzt lebte. Gelegentlich spielte er eine Runde, hielt sich jedoch eher an Tennis. FĂŒr Golf begeisterte sich seine Frau, was nach Scotts Vermutung der Grund war, weshalb die beiden hier wohnten, wenn sie nicht gerade den Winter in einer ebenfalls sportlich orientierten Anlage in Florida verbrachten.

An sich gefĂ€llt mir das Buch gut und ich freue mich, dass ich dem Buch trotz anfĂ€nglicher Zweifel eine Chance gegeben habe. Dass ein Buch dĂŒnn ist, muss nicht unbedingt heiĂen, dass das Buch schlecht ist bzw ein dickes Buch muss nicht unbedingt gut sein. Zwar wĂ€re es schön gewesen, wenn es noch ein wenig lĂ€nger gewesen wĂ€re bzw die Schicksale ein paar gewisser Menschen nĂ€her beleuchtet hĂ€tte, auch gibt es einen Punkt, bei dem ich mir gewĂŒnscht hĂ€tte, dass man darauf hĂ€tte nĂ€her eingehen können. Aber an und fĂŒr sich kann ich das Buch jedem empfehlen, der schon immer mal eine Geschichten von Stephen King lesen wollte, aber mit Horror nichts anfangen sollte. Das hier ist eine mystische Alltagsgeschichte, vor der sich jemand fĂŒrchten sollte. Insgesamt vergebe ich an das Buch 4 Rubine. Und ich bin mir sicher, dass ich es behalten werde :-)

Quelle:
Selbst geschossen
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