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Swinub - Pokemon

Donnerstag, 7. Februar 2019

[Rezension #89] Chatroom-Falle



Name: Chatroom-Falle
Autor: Helen Vreeswijk
Genre: Slice of Life, Krimi, Drama
Preis: € 12,90
Seiten: 304
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2009
ISBN: 978-3-7855-6619-0
Verlag: Loewe Verlag GmbH




 Klappentext:
Ein regnerischer Tag im Juni, irgendwo in der niederlÀndischen Provinz. Zwei MÀdchen liegen bewusstlos hinter einer Bushaltestelle.
Was ist passiert?
Marcia und Floor kennen sich seit der siebten Klasse. Nach der Schule treffen sie sich, um zu chatten. Und manchmal ziehen sie sich vor der Webcam aus. Warum auch nicht? Schließlich können ihnen die Typen hinter ihren Rechnern doch nichts anhaben, oder? Da landet das Angebot einer Modelagentur in Floors Posteingang. Und voller Hoffnung machen sich die MĂ€dchen auf den Weg zum Fotoshooting ...

Das, was Marcia und Floor im Chatroom passiert, ist kein Einzelfall. Als Kriminalbeamtin erlebte Helen Vreeswijk nur zu oft, wie Jugendliche via Internet Opfer von Missbrauch und Gewalt wurden. Um MĂ€dchen und Jungen vor den Gefahren des vermeintlichen anonymen Chatrooms zu warnen, hat sie dieses fesselnde Buch geschrieben.

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Um ehrlich zu sein, war ich mir nicht ganz sicher, was ich von dem Buch erwarten dĂŒrfte, als ich es mir vor ein paar Wochen aus der Bibliothek ausgeliehen hatte. Zumal der letzte Satz des Klappentextes arg nach "Das Internet ist voller Gefahren, nur Gefahren und unsere Kinder mĂŒssen auf jeden Fall davor beschĂŒtzt werden 1!!!111!!!1" - weswegen ich nicht sehr viel erwartet habe. Meine Erwartungen wurden erfĂŒllt, aber irgendwie auch gleichzeitig wieder nicht. Es wird zwar vor dem Internet gewarnt, allerdings nicht in dem ĂŒbertriebenen Ausmaße, wie ich es erwartet hĂ€tte.
Nun ja, zur Story: Sie beginnt mit dem Teil, als Marcia und Floor wie im Klappentext erwĂ€hnt bewusstlos hinter einer Bushaltestelle aufgefunden werden. Danach wurde die Story in zwei aufeinanderfolgende Teile getrennt. Im ersten Teil geht es nur um die MĂ€dchen und wie sich die ganze Situation entwickelt hat. Wie es dazu kam, dass sie am Ende an der Bushaltestelle gelandet waren. Und auch ihre ganzen Abenteuer und Erlebnisse im Internet. Es ist schon unterhaltsam, zu lesen, welche Programme und Internetseiten zu der Zeit, als das Buch geschrieben/veröffentlicht wurde, so beliebt waren. Ich kann mir gut vorstellen, dass heutige Teenies allerdings mit Namen wie "MSN" schon nichts mehr anfangen können. Dennoch kommt deutlich herĂŒber, um welche Art von Programmen/Seiten es sich handelt, daher sollten auch heutige Teenies keine Probleme damit haben, das Buch zu lesen. Der zweite Teil spielt nachdem die MĂ€dchen gefunden wurden, hier spielt allerdings der Fokus auf den ermittelnden Beamten, kaum noch auf den MĂ€dchen. Genauer gesagt werden sie nur noch in zwei oder drei Kapiteln betrachtet, aber auch nicht so richtig. Zwar finde ich es gut und interessant, den Ermittlungsverlauf bis zum Ende zu folgen, allerdings bleiben die Dinge zwischen Floor und Marcia doch ziemlich unausprochen, aus der Sicht des Lesers. Das letzte Kapitel ist auch viel zu schnell runtergerattert, mich wĂŒrde schon interessieren, wie die beiden MĂ€dchen die Ereignisse miteinander und getrennt voneinander verarbeiten können. Das hat leider so ein bisschen gefehlt ... was ich dagegen toll finde, dass die Autorin auch zeigt, dass es nicht nur sexbesessene böse Typen im Internet gibt, sondern auch gute, die es ernst mit dem meinen, was sie sagen. Im ersten Teil war ich so hin und hergerissen, wer nun fake ist und wer nicht und ich muss zugeben, dass mir das nicht immer leicht viel. Auch musste ich oft genug an meine erste Zeit im Internet denken, allerdings bei so manchen Dingen denke ich mir, dass sie doch mal auf die Alarmglocke, falls sie denn vorhanden war, auch hĂ€tten hören sollen.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und auch wenn unangenehme Themen angesprochen werden, ist es trotzdem noch leserschonend geschrieben. Es gibt kein detailliertes Bild, aber man kann es sich trotzdem sehr gut zusammenreimen, was dort passiert ist, ohne, dass es einem im großen Detail auf die Nase gerieben wird. Möchte man angesichts des Themas aber auch ehrlich gesagt nicht. Auch werden noch andere Themen angesprochen, jedoch kann ich mangels eigener Erfahrungen nicht sagen, in wie weit sie realistisch sind oder nicht.

Leseprobe:
Samstag, 23. Juni 2007

Ungeduldig sah Geert de Vogel auf seine Armbanduhr. Ihnen blieben noch fĂŒnfzehn Minuten bis zur Abfahrt des Busses. Im letzten Jahr war die Haltestelle an die Umgehungsstraße außerhalb des Dorfes verlegt worden. Das bedeutete einen Fußmarsch von fast zehn Minuten, und wenn Riet weiterhin so trödelte, wĂŒrden sie es nicht schaffen.
Nervös trat er von einem Fuß auf den anderen. >>Riet, nun mach endlich! Es ist gleich halb fĂŒnf. Wenn du dich nicht beeilst, fĂ€hrt der Bus ohne uns ab und wir mĂŒssen eine Dreiviertelstunde auf den nĂ€chsten warten.<<
Im ersten Stock schlug eine TĂŒr zu und Riet tauchte oben auf der Treppe auf. >>Immer mit der Ruhe! Ich bin so gut wie fertig, muss nur noch rasch die Tasche packen ...<<
Seufzend folgte Geert seiner Frau in die KĂŒche. Ihr Sohn Pim, der in der 35 km entfernten Stadt wohnte, hatte sie eingeladen. Wie immer hatte Riet darauf bestanden, das Abendessen vorzubereiten. SorgfĂ€ltig stapelte sie die Tupperdosen der Große nach in die Tasche.
>>TrĂ€gst du das bitte?<<, fragte Riet gut gelaunt und ging an ihm vorbei in den Flur. WĂ€hrend Geert hektisch auf die KĂŒchenuhr blickte, zog Riet sich in aller Seelenruhe die Schuhe an.
>>Regnet es noch?"<< Ohne seine Antwort abzuwarten, griff sie nach dem Schirm.
>>Ja, es nieselt. Jetzt lass uns aber gehen.<<
>>Und die TerassentĂŒr? Hast du die abgeschlossen? Moment noch, jetzt hĂ€tte ich fast meine Lesebrille vergessen.<<
Sie hastete an Geert vorbei ins Wohnzimmer und suchte in den Schubladen des BĂŒfetts nach ihrer Brille. Geert sah ein weiteres Mal auf seine Armbanduhr. >>Riet!<<, brummte er.
Zufrieden lÀchelnd hielt sie das Brillenetui hoch und ging an ihm vorbei aus dem Haus.


Fazit:
Das Buch hat mich insofern positiv ĂŒberrascht, dass es weder das Internet als die Hölle/Hort des Bösen, noch alle seine Nutzer als Teufel/DĂ€monen abgeklatscht hat. Zwar hatte es irgendwo eine warnende Wirkung, das kam allerdings von meinen eigenen Alarmglocken, die hier und da schrillten. In Situationen, in denen ich mir dachte "Tu das nicht, das ist doch gefĂ€hrlich!", kam es ganz besonders rĂŒber. Zwar finde ich es schade, dass man in der zweiten HĂ€lfte von den beiden MĂ€dchen nicht mehr so viel mitbekommt, stattdessen lernt man viel ĂŒber das Innen- und Privatleben der Ermittler, allerdings fiel es mir persönlich schwer, sie anhand der Ă€hnlich klingenden Nachnamen auseinander zu halten. Nichtsdestotrotz hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen, wie man es bei diesen Themen haben kann und wĂŒrde schon sagen, dass man das Buch lesen kann. Auch wĂŒrde ich es empfehlen, das Buch in der Schule zu lesen, so ab der sechsten oder siebten Klasse aufwĂ€rts. Zum einen wĂ€re es keine trockene SchullektĂŒre, zum anderen wĂ€ren die SchĂŒler alt genug, mit diesen Themen umzugehen und zu verstehen. Und auch, in Punkto Sicherheit etwas zu lernen. Insgesamt vergebe ich dem Buch vier Rubine.









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Quelle:
Selbst geschossen

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