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Swinub - Pokemon

Dienstag, 5. November 2019

[Rezension #104] Guglhupfgeschwader



Name: Guglhupfgeschwader
Autor: Rita Falk
Genre: Provinzkrimi, Humor
Preis: €16,40 15,90 [D] | €  [A]
Seiten: 318
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2019
ISBN: 978-3-423-26231-6
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG




Klappentext:
In seinem zehnten Fall bekommt es der Eberhofer mit brutalen Geldeintreibern, abgeschnittenen Fingern und einer Morddrohung zu tun. Noch bevor er die Ermittlungen aufnehmen kann, explodiert der Lotto-Laden mitten in Niederkaltenkirchen! Und neben einer weiblichen Leiche findet man am Tatort die Reste eines Molotowcocktails.

Ausgerechnet meint der Birkenberger, dem Franz die kalte Schulter zeigen zu m├╝ssen. Aber Ermittlungen ohne den Rudi!? Und als w├Ąr das alles nicht genug, hat der Eberhofer auch noch seine liebe Not mit dem Fl├Âtzinger, der langsam, aber sicher vor die Hunde geht ...


Meinung (Achtung, m├Âglicherweise Spoiler!):
Ach, mei, der Eberhofer ist schon son richtiger Depp. Bei ihm ist es mit dem Humor der B├╝cher oder auch der Filme: Entweder man mags oder man mags nicht. Und obwohl ich mir schon mehr als ├Âfters kurz ans Hirnkastl wegen dem Volldepp fassen musste, so mag ich ihn doch sehr und lese auch sehr gerne die B├╝cher ├╝ber ihn. Daher hatte ich mich auch sehr gefreut, als ich zuf├Ąllig auf Wikipedia erfahren habe, dass es einen zehnten Band geben wird. Und das auch nur eine oder zwei Wochen sp├Ąter! Nat├╝rlich habe ich mir das Buch schnell vorbestellt und auch recht zeitnah geradezu verschlungen. Allerdings kam ich danach nicht dazu, eine Rezension dazu zu schreiben, und damit ich das jetzt tun kann, wollte ich auch erst nochmal das Buch lesen, damit mir all meine Gedanken wieder einfallen, die ich dazu bereits beim ersten Lesen hatte.

Aber erstmal ein paar Worte zum Buch selbst. Die vordere Klappe vom Buch ist dieses Mal ein wenig anders, sie sieht ein wenig angesengt aus, was auch zu der gef├Ąhrlichen Situation und dem Feuer bzw der Explosion des Lotto-Ladens passt. Auch sieht man auf dem Titel den erw├Ąhnten Guglhupf, wie auch die Sektflasche, Geld und eine Bombe - alles Dinge, die symbolisch oder wortw├Ârtlich eine gro├če Rolle im Buch spielen. Ich find, diese Flammen, die gerade langsam das Buch wegbrennen, sind ein ziemlich interessantes Designmittel, ich w├╝rde gerne ├Âfter sowas in B├╝chern sehen, wenn es denn zum Thema passt.

Nun ja, zur├╝ck zum Buch. Hier treffen gleich zwei gro├če Dinge aufeinander. Zum einen die zehn Jahre Dienst, die der Franz (abgesehen von der kurzen Sache in M├╝nchen) nun in Niederkaltenkirchen schiebt, dazu die diversen komplexen F├Ąlle (wie dem Arschl oder dem K├Âpfl vom H├Âpfl), die er gel├Âst hat. Dazu m├Âchte man zu seinen Ehren ein Fest geben - was dem Rudi nicht wirklich passt, denn er hilft dem Franz immer wieder bei den F├Ąllen, dass er nun abers so absolut keine Anerkennung bekommen wird, das passt ihm dagegen gar nicht. ├ťberhaupt hinterfragt er sich, was steckt eigentlich hinter der Freundschaft der Beiden, ist der Franz wirklich immer nur am Nehmen, aber nie am Geben? Naja, die beiden bekommen sich ├Âfters mal in die Haare, das ist zwar in den vergangenen B├╝chern auch gerne mal passiert, aber dieses Mal machte es den Eindruck, als w├Ąre es wirklich was ernstes. Was ich schade finde, da ich gerade diese Freundschaft und gute Zusammenarbeit zwischen den beiden feiere. Auf der anderen Seite kann ich den Rudi auch total verstehen ...
Und dann ist dann auch noch der Fall mit dem Lotto-Otto und der Morddrohung. Der Fall ger├Ąt hier und da in den Hintergrund, besonders auch dank Franz' Schusseligkeit, aber dieses Mal hat es mich nicht so sehr gest├Ârt wie bei den anderen F├Ąllen. An sich ist der Fall interessant und auch mal wieder was anderes, als dass einfach jemand ermordet wird. Auch ist die Aufl├Âsung des Falles recht "einfach", da das Opfer in diesem Fall ja noch lebt, so dass der Franz dieses auch befragen kann, als dass er sich zusammen mit dem Rudi erstmal alles ermitteln muss.
Man bekommt auch wieder mehr von Sushi und Paul mit, das ist sehr fein. Ebenso kommen neue Dorfbewohner rein und bringen einen Unmut mit, das w├╝rde mir auch auf die Nerven gehen, wenn ich dort wohnen w├╝rde.

Lustig finde ich es auch, wie der Eberhofer-Kreisel in das Buch bzw in die Story hineinverarbeitet wurde. Denn den Kreisel gibt es wirklich, der ist in der N├Ąhe von Frontenhausen, dem Vorbild von Niederkaltenkirchen, welcher wirklich "Franz-Eberhofer-Kreisel" benannt wurde. Ein Detail, das ich beim Lesen damals sehr unterhaltsam fand, wie auch die Tatsache, dass der B├╝rgermeister nicht sehr gl├╝cklich dar├╝ber war.

An sich hat mir alles gefallen, aber irgendwie hat da noch nen Tacken gefehlt. Die Sache zwischen Rudi und Franz wurde nie wirklich zu 100% aufgearbeitet, aber das ist beim Franz auch wieder etwas, was total typisch ist f├╝r ihn. Anstatt die Probleme anzusprechen und anzupacken, zieht er sich lieber zur├╝ck. Auch spielt der Guglhupf leider nicht so eine gro├če Rolle, wie es z.B. bei der "Griessnockerlaff├Ąre" oder "Leberk├Ąsjunkie" der Fall war, andererseits war das ja auch bereits bei anderen B├╝chern wie "Winterkartoffelkn├Âdel" so, dass das titelgebende Essen keine so gro├če Rolle gespielt hat. Schade fand ich es trotzdem.

Wer mir auch gefehlt hat, war nat├╝rlich der Ludwig. Jetzt gibt es zwar die Hinkelotta, aber diese kann (und soll vermutlich auch) nicht den Ludwig ersetzen. Dennoch ist es schade, ich vermisse die Passagen, in denen Franz mit seinem Hund spazieren geht und dabei aufzeichnet, wie lange die Runde jeweils gedauert hat. Das geht da leider ein wenig unter. Vermutlich liegt es auch daran, dass die Lotta nicht so gut zu Fu├č ist - gut, daf├╝r kann der arme Hund ja nichts.

Und der Fall h├Ątte ruhig noch etwas spannender sein k├Ânnen. So war es die meiste Zeit einfach so, dass der Lotto-Otto irgendwo untergetaucht und abgehauen ist, und kein Schwein wusste, wo er war. So hat er die Ermittlungen nat├╝rlich k├╝nstlich in die L├Ąnge gezogen und schwerer gemacht, da es sonst keinerlei Anhaltspunkte gab.


Leseprobe:
"Ausgerechnet der Eberhofer! Ha, unser Dorfsheriff", kann ich unseren B├╝rgermeister schon br├╝llen h├Âren, da hab ich noch nicht mal den Motor abgestellt. Und ich vermute mal, dass es meine Wenigkeit ist, wegen der er hier so br├╝llt. "Den soll doch bittesch├Ân der Blitz beim Schei├čen treffen", f├Ąhrt er fort, und auch das klingt keineswegs besser.
Was ist denn da schon wieder los?
Unser Rathaus, das steht mitten im Dorf, muss man wissen. Und neben mir selbst sind bereits ein paar weitere Mitb├╝rger unterwegs, die nun ebenfalls durch die offenen Fenster hindurch in den Genuss dieser Schimpfereien kommen. Da wir Eingeborene uns untereinander ja fast alle kennen, ernte ich jetzt den einen oder anderen Blick aufrichtiger Anteilnahme.
Was hat der denn blo├č f├╝r eine beschissene Laune, unser werter Ortsvorstand? Und das an einem so wunderbaren Herbststag, wo dir die Sonne schon quasi frontal durch die Windschutzscheibe knallt. Aber wurst. Welche Laus auch immer dem seine Leber gekreuzt hat, das will ich gar nicht wissen. Drum vielleicht am besten noch mal kurz weg von hier und ihn durchschnaufen lassen. Nicht, dass ich da am Ende durch meine blo├če Anwesenheit noch weiter ├ľl ins Feuer gie├če, gell.
Also R├╝ckw├Ąrtsgang rein und aufs Gaspedal treten. Mal sehen, da k├Ânnt ich ja schnell zum Lotto-Otto r├╝berfahren und mir eine Zeitung holen. Weil die, wo wir im Rathaus drin haben, die liegt saudummerweise immer zuerst ausgerechnet beim B├╝rgermeister, und da kann ich ja aus den bekannten Gr├╝nden zumindest im Augenblick nicht ran. Im Anschluss k├Ânnte ich dann noch einen klitzekleinen Abstecher beim Metzger meines Vertrauens machen und mir die aktuellen Tagesangebote anschauen. Ja das w├Ąr doch gar nicht so schlecht. Jetzt aber l├Ąutet mein Telefon, und die Susi ist dran.
"Du kannst wieder umdrehen, Franz", vernehm ich ihre Stimme. "Er hat dich eh durchs Fenster gesehen."


Fazit:
Hachja, das Buch ist nicht perfekt und ich w├╝rde jetzt auch nicht sagen, dass es eins meiner Lieblingsteile aus der Reihe ist. Dennoch hat mir das Buch wie die anderen Teile sehr gut gefallen und ich hoffe, dass es noch einen weiteren Teil gibt, vor allem, da ich hoffe, dass Franz endlich mal seine Freundschaft zum Rudi vollst├Ąndig wieder kitten kann. Und ├╝berhaupt freue ich mich immer ├╝ber neue B├Ąnde, bin dann immer gespannt, was sich die Frau Falk wieder f├╝r einen spannenden Fall und ein turbolentes Privatleben f├╝r den Franz ausgedacht hat.
An sich kann ich sagen: Ja, als Fan der Reihe sollte man sich das Buch auf jeden Fall mal geben; und vergebe an das Buch insgesamt 4 Rubine.







Quelle:
Selbst geschossen

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