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Swinub - Pokemon

Freitag, 15. Juli 2022

[Rezension #168] Erwacht

 

Titel: Erwacht

Autor*in: John Klein

Erschienen in Deutschland: 2022

Originaltitel: -

Erschienen in (-): -

├ťbersetzer*in: -

 

Weitere Informationen:

Genre: Slice of Life, Romantik, Drama

Preis: € 2,99

Seiten: 383

Sprache: Deutsch

ISBN: B0B5NBL8R7

Verlag: Selfpublishing

 

Inhalt:

Der charmante Sportler David verursacht mitten in London einen Unfall. Bei einem riskanten Man├Âver ├╝bersieht er die K├╝nstlerin Vanessa, die gerade die Stra├če ├╝berqueren m├Âchte. Anstatt auf einen Krankenwagen zu warten, begeht er jedoch Fahrerflucht. Doch das Schicksal der jungen Frau l├Ąsst ihn nicht mehr los. Kaum hat sich Vanessas Zustand gebessert, taucht David unerwartet bei ihr auf. Sie verliebt sich in ihn, ohne die Wahrheit ├╝ber seine Identit├Ąt zu kennen... Kann ihre Liebe wirklich eine Chance haben?

 

Meinung (Achtung, m├Âglicherweise Spoiler!):

Auf das Buch bin ich aufmerksam geworden, da mich vor ein paar wenigen Wochen der Autor angeschrieben und nachgefragt h├Ątte, ob ich Lust h├Ątte, das Buch zu lesen. Da es zu der Zeit aber ein wenig turbolent bei mir zuging und ich noch mitten in einem anderen Buch steckte, kam ich erst vor kurzem dazu, mir das Buch zu holen. Auch wenn es eine Rezensionsanfrage war, habe ich mir das Buch selbst gekauft, zumal der Preis nun wirklich nicht die Welt ist. Unabh├Ąngig davon werde ich meine offene und ehrliche Meinung dazu ├Ąu├čern.

Aber bevor ich zu dem Inhalt des Romans selbst komme: Bei dem Mann auf dem Cover musste ich auf dem ersten Blick oft genug an den Youtuber "ProJared" denken, da dieser dem Mann auf dem Cover ziemlich ├Ąhnlich sieht. Beim Lesen musste ich allerdings nicht an diesen denken.

Gelesen habe ich es als E-Book auf meinem Kindle (keine Werbung).

Nun, nachdem es ein wenig gedauert hatte, konnte ich vor kurzem das Buch endlich anfangen zu lesen. Ich wusste nicht genau, was mich im Detail erwarten w├╝rde, aber ich gehe an die wenigsten B├╝cher mittlerweile mit einer gro├čen Erwartungshaltung ran. Nicht, weil ich denke, dass Buch w├Ąre automatisch schlecht, sondern weil ich mich einfach auf das Buch einlassen m├Âchte. Lese mich durch die Geschichte und fr├╝her oder sp├Ąter merke ich dann, ob es mir gef├Ąllt oder nicht. Manchmal wird ein Buch auch besser oder schlechter mit der Zeit. Bei diesem Buch hier war mir nicht sofort sicher, wie ich dar├╝ber denken soll. Doch zu meinem Gl├╝ck schlafe ich immer zwischen dem Leseabschluss eines Buches und dem Schreiben der Rezension dazu immer noch einmal, um meine Gedanken im Schlaf sortieren zu k├Ânnen und das hat mir hier geholfen.

Denn so interessant das Buch klingt, es hat mir leider nicht zu 100% ├╝berzeugen k├Ânnen. Lasst mich bitte erkl├Ąren, warum.

Dass ich mit dem Buch nicht so warm wurde, wie ich es gerne gehabt h├Ątte, lag an genau drei Punkten: Den Charakteren, der Story und dem Aufbau. Wobei ich den dritten Punkt noch genauer erkl├Ąren werden muss.

Gut, fangen wir aber erst einmal mit Punkt eins an. Irgendwie bin ich mit keinem der Charaktere warm geworden, am ehesten mit Vanessa, aber ansonsten ... so wirklich habe ich keinen Charakter und seinen/ihre Handlungsmotive nachvollziehen k├Ânnen, aber gut, das k├Ânnte auch einfach an mir liegen. Auch konnte ich sie oft nicht unterscheiden und musste ├Âfters ├╝berlegen, wer war jetzt nochmal wer? Auch das k├Ânnte an mir und meinem schlechten Namensged├Ąchtnis liegen. David fand ich am undurchsichtigsten und ich wei├č bis heute nicht so richtig, was ich von ihm halten soll. Er scheint aber ziemliche Probleme zu haben, denke ich.

Auch verstehe ich nicht, dass David und Vanessa so schnell tun, als w├Ąre der/die andere DIE Liebe ihres Lebens. Auch sind sie bereit, ihre Leben wegzuwerfen. Gut, nach all dem, was passiert ist, ist Davids Karriere sowieso am Ende, aber dass Vanessa alles wegwirft ... verstehe ich nicht. Sie kann auch ihr Studium machen und sich nebenbei eine K├╝nstlerkarriere anfangen. Es gibt bestimmt viele K├╝nstler, die es auf diesen Weg gemacht haben. Zumal es als kreativer Mensch schwer ist, davon einigerma├čen leben zu k├Ânnen und es ist ein sehr wackliger Weg, wie auch 2020 ziemlich gut bewiesen hat. Da ist es sicherer, wenn man ein sicheres Standbein hat, auf das man im Notfall zur├╝ckfallen kann, wenn es mit der Kunst mal nicht so gut klappt. Gilt btw f├╝r alle k├╝nstlerischen Dinge, nicht nur das Zeichnen.

Btw, es ist so viel Mist passiert zwischen den beiden, dass David Vanessas Exfreund umfahren wollte, hatte diese erst v├Âllig sprachlos gemacht, aber sie wollte David immer noch als Partner haben. Dass ihre Partnerschaft auf einem L├╝genkonstrukt aufgebaut wurde, scheint ihr auch irgendwie egal zu sein ... normal werfe ich den Begriff nicht um mich, aber das ist so eine "Red Flag", ich w├╝rde die Beine in die Hand nehmen und schauen, dass ich von ihm wegkomme.

Gut, das bringt mich zu Punkt 2: Der Story. Ich kann es verstehen, dass Menschen andere Menschen anfahren und dann aus Panik Fahrerflucht begehen, das passiert, leider. Es ist leider, leider nichts unrealistisches. Wie viele dieser Menschen ermittelt und ihrer gerechten Strafe zugef├╝hrt werden k├Ânnen, das wei├č ich leider spontan nicht sagen. Dass man dann als Fahrer ein schlechtes Gewissen bekommt (Ja hoffentlich!) und sich dann nach dem Wohlbefinden des Opfers erkundigen m├Âchte, kann ich auch verstehen.

Dass man hofft, dass es der Person besser geht und dass er/sie sich davon so schnell wie m├Âglich erholen kann. Doch wie David das Ganze angeht ... verstehe ich nicht. Er denkt sich lieber eine Persona aus, mit Vergangenheit und allem, nur, damit er nicht als der T├Ąter entlarvt wird. Und das Ganze geht dann auch weiter ... die ganze Zeit habe ich mich gefragt: Wann und wie st├╝rzt dieses L├╝genkartenhaus zusammen? Wie wird Vanessa darauf reagieren? Ich hatte ehrlich gesagt gehofft, dass Vanessa daraufhin Abstand von ihm nehmen und ihn vielleicht sogar anzeigen wird, aber sie hat sich dann doch ganz anders entschieden. Was ich pers├Ânlich ein bisschen schade finde, vor allem, da sie ja in Lebensgefahr steckte. Stattdessen kommen sich die beiden n├Ąher ...

Was mich an einen Punkt in der Geschichte erinnert, der mich so verwirrt hat, dass ich mehrfach die Seiten vor und zur├╝ckgebl├Ąttert habe, um sicher zu gehen, dass ich auch ja nichts ├╝bersehen habe. Denn an einem Punkt hat David recht betrunken einen Unfall. Erst wirkt es so, als w├╝rde David diesen Unfall nicht ├╝berleben, was ich ehrlich gesagt ziemlich interessant gefunden h├Ątte. Zwar w├Ąre David seiner Schuld damit entkommen, aber ich h├Ątte mich dann gefragt, wie die Geschichte an diesem Punkt weitergegangen w├Ąre. Doch er ├╝berlebt es. Vanessa wird auf diesen Unfall aufmerksam, jemand anderes ruft den Notruf, w├Ąhrend sie zu Davids Auto eilt, um nach ihm zu sehen. Nun, die beiden kommen sich n├Ąher und haben dann schlie├člich Sex in dem SUV. Sie k├╝ssen sich noch mehrfach, bis Vanessa ihn zur├╝ckl├Ąsst, zur Bushaltestelle geht und auf den n├Ąchsten Bus wartet.

Doch noch bevor die beiden Sex hatten, habe ich mich gefragt: Was ist mit dem Bus, aus dem Vanessa zu der Unfallstelle gerannt ist? Ist der einfach weitergefahren? Was ist mit dem Notruf, den die andere Dame im Bus gerufen hat? Warum kam der nie? Irgendwie wurde dieser Punkt danach nie erw├Ąhnt, weil die Rettungskr├Ąfte einfach nie kamen. Auch hat David den Unfall ohne irgendwelche Folgesch├Ąden ├╝berstanden und sich nicht mal medizinisch ansehen lassen, wenn ich mich richtig erinnere. Ich konnte es erst nicht glauben, daher bin ich eben die Seiten mehrfach hin und hergebl├Ąttert, aber ich habe tats├Ąchlich nicht die Spur eines Notarztes gefunden. Es ist einfach eine L├╝cke da, die mich bis heute verfolgt.

Was mich bis heute auch noch verfolgt, ist der dritte Punkt, der Aufbau. Nun ja, so wirklich ist das nicht das richtige Schlagwort, vielmehr geht es mir darum, was alles wichtig war und was nicht. Damit Vanessa Ralph, so hatte sich David ihr gegen├╝ber erst einmal genannt, n├Ąher kennenlernen kann, hat er von einem angeblichen Ereignis aus seiner Vergangenheit erz├Ąhlt. Also angeblich, weil ich nicht wei├č, ob es wirklich so stattfand oder nicht. Vanessa wollte den Ausgang des Ereignisses wissen und hier holt David sehr, sehr weit aus. Es kommt zu einer R├╝ckblende, die sehr stark ausufert und fast schon eine eigene Geschichte ist. Auch hier wei├č ich nicht, was davon wahr ist und was nicht. Hinterher sa├č ich da und wusste nicht: Was hat das eigentlich alles mit der Hauptgeschichte zu tun? Ich kann verstehen, dass David eigentlich nur ihre Frage beantworten wollte. Doch statt mit einer kurzen Antwort kommt er einem halben Roman um die Ecke.

Und m├Âglicherweise sind Teile der Geschichte erlogen, vielleicht hat David auch irgendwelche psychischen Probleme, das kann ich nicht genau beurteilen. Denn er will Vanessa den Ort zeigen, an welchem er aufgewachsen ist, findet aber nicht mehr zu dem Haus des (angeblichen) Lehrers zur├╝ck und f├╝hrt sie dann in so ne Art Scheune. Auch hier ist wieder alles mit L├╝gen gespickt und er machte w├Ąhrend des gesamten Ausflugs den Eindruck, als w├╝sste er nicht, wo er ist. Nat├╝rlich kann es auch sein, dass er ├╝ber die Jahre vieles vergessen oder in falscher Erinnerung hat. Aber wenn er schon seine "Biografie" so abrufbereit hat, warum dann auch nicht den Rest? Und was wollte er genau mit diesem Ausflug bezwecken?

Nun ja, das klang vielleicht harscher, als es von mir geplant war, aber das sind die Gr├╝nde, warum ich mit dem Buch nicht wirklich warm geworden bin. Klar, es war angenehm zu lesen, aber ich h├Ątte mir f├╝r Vanessa einen anderen Ausgang gew├╝nscht. Es w├Ąre interessant gewesen, h├Ątte Vanessa nicht alle Warnsignale in die Biotonne geworfen und gesagt: Ne, du, aus uns wird das nichts. Oder wenn David, wie erst im Buch erw├Ąhnt, wirklich an dem Unfall gestorben w├Ąre. Wenn man seine Schuld trotzdem, mit all den existierenden Hinweisen und Beweisen h├Ątte herausfinden k├Ânnen. Vor allem hier h├Ątte mich Vanessas Reaktion nur zu gerne interessiert.

Schreib- und Erz├Ąhlstil waren dagegen sehr angenehm. Ich hatte zwar nur selten Kopfkino, aber das liegt definitiv an mir^^°

 

Fazit:

Ich habe tief in mich hineingehorcht und ├╝berlegt, wie ich das Buch am besten bewerte. Wo es sich bei mir so befindet, auf der Skala. Am Ende habe ich festgestellt, dass es sich so in der Mitte befindet und das f├╝hlt sich f├╝r mich am besten an. Ja, die Mitte trifft es am meisten. Wenn es den Punkt mit dem fehlenden Rettungsdienst und der doch leicht sch├Ądlichen Beziehung nicht gebe, h├Ątte mir das Buch vielleicht doch noch besser gefallen. Also von mir aus w├Ąren die beiden ja zusammengekommen, aber sobald die Wahrheit ans Licht gekommen ist, h├Ątte ich mir pers├Ânlich doch einen anderen Verlauf gew├╝nscht.

Nun ja, es ist so, wie es ist und das bewerte ich eben. Von mir bekommt das Buch insgesamt drei Rubine und ich m├Âchte mich an dieser Stelle f├╝r die Anfrage bedanken.

Denn auch wenn mich das Buch nicht vollst├Ąndig ├╝berzeugt hat, so hat es mich doch zum Nachdenken gebracht :-)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: Selbst geschossen

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