Dienstag, 26. Dezember 2023

[Rezension #260] Ein Blick in deine Augen

 

 

Titel: Ein Blick in deine Augen

Autor*in: Nicole Walter

Erschienen in Deutschland: 2020

Originaltitel: -

Erschienen in -: -

Übersetzer*in: -

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Slice of Life, Drama, Hetero

Preis: € 9,99

Seiten: 352

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-426-52424-4

Verlag: Knaur Verlag

 

Inhalt:

Wirklich glĂŒcklich war Maria Popp eigentlich noch nie in ihrem Leben, das aus PflichterfĂŒllung und Alltag besteht. Als sie ĂŒber die KreditwĂŒrdigkeit eines Arche-Hofes entscheiden soll, sieht Maria sofort, dass sie das Geld nicht gewĂ€hren kann. Die bunt zusammengewĂŒrftelte Schar der Bewohner ist zwar ĂŒberaus kreativ und liebenswert, aber die Rendite des Hofes geht gegen null. Da helfen auch dile Umarmungen von Bobby nicht weiter, der das Down-Syndrom hat. Oder doch? Der Zusammenhalt auf dem Hof weckt etwas in Maria, das sie verloren geglaubt hat - und bringt sie schließlich auf die rettende Idee, bei der Alpakas eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Das war eines der BĂŒcher, die ich mal vor mehreren Monaten geschenkt bekommen hatte, allerdings kam ich erst jetzt dazu es zu lesen. Und ich muss sagen: Ich finde Alpakas zwar niedlich, aber ich bin jetzt nicht verrĂŒckt nach ihnen. Ich weiß noch, wie es mehrere Jahre lang total in war, auf Anime-Conventions oder auch auf anderen ein buntes PlĂŒsch-Alpaka zu kaufen. Ist allerdings auch schon wieder lĂ€nger her - kennt das jemand von euch noch?

Btw, was auch ein cooler Zufall ist: Ich habe zu Weihnachten Socken aus Alpaka-Wolle geschenkt bekommen, und die sind echt total bequem. Zwar muss man sich um die etwas mehr kĂŒmmern, als um die normalen 08/15-Socken, aber das ist auch ganz normal.

Ok, genug GeplĂ€nkel, ich gehe jetzt mal wieder zum Buch zurĂŒck. Ich hab schon öfters BĂŒcher gelesen, in denen eine Person irgendwas ĂŒbernimmt, geschenkt bekommt oder geerbt hat, dann Probleme bekommt und andere der Person dann helfen. Hier ist es ein wenig anders, denn hier ist Maria nicht diejenige, die selbst diese Probleme hat. Sondern sie ist, wie man in der Beschreibung lesen konnte, eine der Personen, die ĂŒber das Schicksal des Hofes mehr oder weniger entscheiden kann. Daher ist das Buch ein wenig anders aufgebaut, denn sind wir mal ganz ehrlich: diese Art von BĂŒchern haben doch einen recht gleichen Aufbau. Und ich finde das ok, da weiß ich in etwa, was mich erwartet und ob es ein Happy End geben wird oder nicht.

Aber ja, wie gesagt, hier ist es anders und das ist auch vollkommen ok.

Allerdings hĂ€tte ich mir gewĂŒnscht, man hĂ€tte mehr von der Rettung des Hofes mitbekommen. Es wird ziemlich ausfĂŒhrlich aufgebaut, wie Maria ihren Alltag gestaltet und wie sich die Bewohner noch ein letztes Mal um den Hof bemĂŒhen wollen. Wie sie den Hof und dessen Bewohner besser kennenlernt und sich dann vornimmt, ihnen zu helfen. Mit welchen Problemen sie zu kĂ€mpfen hat, die sie dabei hindern. Und die Hindernisse wirken auch sehr realistisch.

Gut, am Ende kann sie die Probleme lösen, aber dabei wird das Tempo total angehoben. Auf einmal wird die ganze Sache in wenigen Seiten abgefrĂŒhstĂŒckt und das meiste davon passiert eher off-screen, wird vielleicht höchstens angedeutet oder erwĂ€hnt. Wenn man mal schaut, wie gemĂ€chlich und gemĂŒtlich die Story davor unterwegs war, dass davor kein Blatt vor den Mund genommen wurde - da kommt dieses rasche Schnell-Schnell nicht so gut an.

Da wĂ€re das Buch am Ende eben nochmal 20-30 Seiten lĂ€nger geworden, aber es hĂ€tte dafĂŒr dann einen wĂŒrdigen Abschluss bekommen. Es wĂ€re auch schön zu sehen gewesen, hĂ€tte man vielleicht so einen kleinen Zeitsprung gemacht. Um zu zeigen: So lĂ€uft der Hof nach, keine Ahnung, zwei Monaten: Das und das ist passiert, das und die Idee wurde aufgegriffen, so geht es den Bewohnern des Hofes heute usw. Das fehlt mir ehrlich gesagt ein wenig :/

Btw, die Bewohner fand ich alle durch die Bank durch symphatisch. Besonders Bobby, Misti, Paul und Henri haben mir am besten gefallen. Maria natĂŒrlich auch, ihre charakterliche Entwicklung fand ich sehr gut. Anfangs war sie nur eine Bankersfrau, die auf andere herabsieht und sich voll dem Arbeitsstress hingibt. Dabei hat sie auch gleichzeitig ihre eigenen DĂ€monen zu bekĂ€mpfen und kommt damit mal mehr, mal weniger damit zurecht. Dass sie dann mit diesem einen Typen was anfĂ€ngt, obwohl sie jeder warnt: Hey, der ist nicht gut, das kam mir dann doch ein wenig dumm vor. "Liebe macht blind", das ist hier wirklich Programm. Aber zum GlĂŒck kommt sie dann doch noch zu Verstand und merkt, dass sie mehrere große Fehler gemacht hat.

Dennoch, so richtig verstehen konnte ich das nicht, warum sie sich so dermaßen blind in die Sache gestĂŒrzt hat ...

 

Fazit:

Das Buch hat echt Spaß gemacht und es war auch sehr gemĂŒtlich. Zwar bin ich persönlich kein Fan von Umarmungen, aber Bobby fand ich trotzdem sehr sympathisch. Und wie gesagt, ich habe den Alpaka-Hype damals nicht wirklich geteilt oder nachvollziehen können. Dennoch, wie gesagt, das Buch hat Spaß gemacht, nur der von mir erwĂ€hnte Part hĂ€tte echt noch ein bisschen besser sein können. Das betrifft aber nur etwa 5% des Buches, die restlichen 95% sind so, wie sie sind, vollkommen in Ordnung.

Um das hier jetzt nicht unnötig in die LÀnge zu ziehen, gebe ich dem Buch insgesamt vier Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus :-)

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: Selbst geschossen

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