Mittwoch, 31. Januar 2024

[Rezension #273] Marlene

 

 

Titel: Marlene

Autor*in: Hanni M├╝nzer

Erschienen in Deutschland: 2016

Originaltitel: -

Erschienen in -: -

├ťbersetzer*in: -

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Historisch, Drama, Action, Hetero

Preis: € 9,99 [D] | € 10,30 [A]

Seiten: 539

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-492-30947-9

Verlag: Piper Verlag GmbH M├╝nchen

 

Inhalt:

M├╝nchen 1944: Ersch├╝ttert steht Marlene vor dem ausgebomten Haus am Prinzregentenplatz. Ihre Freundin Deborah und dern kleiner Bruder Wolfgang w├Ąhnt sie tot. Doch das kann ihre Entschlossenheit zum Widerstand nicht brechen. Todesmutig st├╝rzt sie sich in den unheilvollen Strudel des Krieges, immer wieder riskiert sie ihr Leben und wird zu einer der meistgejagten Frauen im Deutschen Reich. Sie schlie├čt ungew├Âhnliche Freundschaften und lernt einen ganz besonderen Mann kennen. Einen Mann, dem das eigene Leben nichts gilt, der aber alles f├╝r die Kinder tut, die er unter seinem Schutz gestellt hat. Bald sieht sich Marlene vor der gr├Â├čten Entscheidung in ihres Lebens: Sie erh├Ąlt die Chance, den Verlauf des Krieges zu ├Ąndern, vielleicht Millionen Menschen zu retten. Doch daf├╝r m├╝sste der Mann, den sie liebt, sterben ...

 

Meinung (Achtung, m├Âglicherweise Spoiler!):

Ein weiteres Buch, das ich letztes Jahr geschenkt bekommen habe. Was ich bis vor dem Lesen nicht wusste und auch eher zuf├Ąllig herausgefunden habe, ist, dass das hier der zweite und letzte Teil einer Dilogie ist. Dementsprechend kannte ich den Vorg├Ąnger nat├╝rlich nicht. Aber das macht nichts, ich denke, man kann das Buch hier auch f├╝r sich alleine lesen, zumindest hatte ich die meiste Zeit das Gef├╝hl. Klar, man w├╝sste mehr ├╝ber Marlenes Vergangenheit und ihre Ziele, aber meinen Lesespa├č hat es mir trotzdem nicht geraubt.

Also, soweit es bei dem schweren Thema und den harten Schicksalen, mit denen man hier konfrontiert wurde, nat├╝rlich m├Âglich war. Wie wir alle war ich auf mehreren deutschen Schulen und wir haben diesen Teil der Vergangenheit sehr genau durchgenommen. Da spricht auch nichts dagegen, immerhin d├╝rfen wir es nicht vergessen, und verhindern, dass es wieder passieren kann. Dennoch hat es mich immer wieder schockiert zu lesen, wie menschenverachtend die Nazis in diesem Buch draufwaren. Welche Handlungen sie getan haben, welches absurd kranke Weltbild sie hatten und wie grausam ihre Gedanken waren. Immer mal wieder habe ich auf die Buchseiten gestarrt und konnte nicht glauben, was ich da grad gelesen habe.

Kennt ihr dieses "What The Fuck Am I Reading?" - Meme bzw die Version mit Samuel Johnson? Genau so habe ich w├Ąhrend des Lesens  auch geschaut, bei jedem einzelnen Mal.

Marlene musste eine Menge mitmachen und auch wenn ich am Anfang nicht wusste, was ich ├╝ber sie denken sollte, konnte ich bald verstehen, was ihre Motivation und ihre Sichtweise anging. Manchmal hatte ich das Gef├╝hl, dass ihr die Dinge zu leicht von der Hand gingen, aber vielleicht kam mir das auch nur so vor. An anderen Stellen hatte sie eher verdientes Gl├╝ck und an ganz anderen lief es leider gar nicht gut f├╝r sie. Besonders sp├Ąter, als man ihr Situationen, in denen sie zu irgendwas gezwungen worden war, dass man diese dann sp├Ąter benutzen wollte um ihr einen Strick draus zu drehen ... das hat mich einfach nur zum Kopfsch├╝tteln gebracht.

So im Gro├čen und Ganzen wirkt es sehr realistisch und das macht es auch so bedr├╝ckend. Zu wissen, dass das, was da passiert nicht fiktiv ist. Zu wissen dass die historischen Ereignisse so passiert sind, dass es Menschen gab, die solche grausame, herzlose, gewissenlose Wesen waren ... das macht das Buch unheimlicher als es bisher jeder Horrorroman war, den ich in den H├Ąnden gehalten habe.

Ich habe hier mit der Charakterin mitgefiebert und mitgelitten. Immer wieder, wenn sie mit so einem Naziarsch zu tun hatte, war es eine Genugtuung, wenn er am Ende das bekommen hat, was er auf jeden Fall verdient hat. Und oft genug hatte ich mich gefragt: Wie kommt sie da jetzt nur wieder raus? Wie wird sie das ├╝berleben? Dass sie es ├╝berleben wird, ist am Anfang total klar und man bekommt auch den einen oder anderen Spoiler, den man aber nicht sieht. Oder ich hab es nur einfach nicht gesehen, das kann auch sein.

F├╝r einen anderen Charakter h├Ątte ich mir echt ein anderes Schicksal gew├╝nscht, das hat diese Person nicht verdient. Aber hey, so ist es nun mal mit solchen Geschichten: Nicht alle ├╝berleben oder bekommen ihr Happy End :/

Das Ende ist ber├╝hrend und bringt einem zum Nachdenken, finde ich.

 

Fazit:

Wie gesagt, die ganze Thematik ist absolut nicht leicht und ich kann verstehen, wenn jemand sagt: Ne, das w├Ąre mir dann doch ein bisschen zu viel. Aber allen anderen kann ich das Buch ans Herz legen. Ob es hilft, den Vorg├Ąngerband "Honigtot" zu kennen, oder nicht, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen, ich habe ihn wie gesagt nicht gelesen.

Von mir bekommt das Buch insgesamt f├╝nf Sterne.

 


 

 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: Selbst geschossen

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