
Titel: Crown of War and Shadow
Autor*in: J.R. Ward
Erschienen in Deutschland: 2026
Originaltitel: Crown of War and Shadow
Erschienen in den USA: 2026
Übersetzer*in: Julia Abrahams, Babsi Schwarz und Christoph Hardebusch
Genre: Fantasy, Action, Romance, Hetero
Rezensionsexemplar: Ja
Romantische Fantasy um schicksalhafte Liebe, undurchschaubare Intrigen und eine dämonische Bedrohung, die das Ende der Menschheit bedeuten könnte.
Das Fulcrum bricht zusammen, und Dämonen dringen in die Welt der Sterblichen ein. Niemand ist mehr sicher, schon gar nicht Sorrel. Seit sie denken kann, machen ihre mysteriösen Fähigkeiten sie zur Ausgestoßenen. Als Waise will sie nichts weiter als überleben - aber das Schicksal hat eigene Pläne. Nur Sorrel kann die Krone der Königin zurückholen, um ihre Welt vor der Zerstörung zu bewahren. Doch Sorrel ist keine Heldin. Deshalb schließt sie einen gefährlichen Pakt mit Merc, einem Söldner, der nicht nur wegen seines skrupellosen Handwerks einen üblen Ruf hat. Der Deal: eine Nacht in Mercs Bett, die Sorrel nie vergessen wird, als Gegenleistung für seinen Schutz auf ihrer Reise. Auch wenn sie genauso wahrscheinlich gegeneinander wie füreinander kämpfen werden, ist eine Sache schnell klar: Das Schicksal der Königreiche ist nicht mehr das Einzige, was auf dem Spiel steht, sondern ebenso ihre Herzen.
Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Das Buch hier habe ich im Rahmen einer Leserunde erhalten und das ist auch so ziemlich der einzige Grund, warum ich das Buch bis zum Schluss durchgehalten habe. So irgendwie. Es ist schon sehr lange her, dass ich mich, neben privaten Dingen, die meine Zeit wollten, generell so zum Lesen zwingen musste wie hier. Und das ist wirklich sehr lange her. Denn, ja, ich habe gelesen, dass es wohl im Hintergrund einen plötzlichen Wechsel der Übersetzer gab und dass das Buch schnell, schnell veröffentlich wurde. Man hätte es auch einfach wie Rockstar machen können, sagen, sorry, aber wir müssen den Veröffentlichungstermin verschieben, weil sonst die Qualität des Produkts darunter leidet. Stattdessen hat man auf dem Datum bestanden und heraus kam ein Buch, das... neben inhaltlichen Problemen auch noch Übersetzungsprobleme hat.
Was ich damit meine: Es gibt viele Sätze, die merkwürdig übersetzt worden sind. Schachtelsätze, die manchmal nur schwer zu lesen sind. Vergleiche und Aussagen, die vorne und hinten keinen Sinn ergeben, nicht mal im Kontext. Vieles wirkt zu geschwollen und 1:1 überssetzt, was halt nie gut ausgeht. Was man eigentlich auch wissen sollte. Ich weiß leider nicht mehr zu dem, was im Hintergrund passiert ist, welche Gründe es für den Wechsel der Übersetzer gab, aber wie man damit am Ende umgegangen ist... nicht schön.
Aber auch die Story und die Charaktere selbst waren... meh. Das hätte auch eine perfekte Übersetzung nicht retten können, sorry, aber es ist nun mal so. Denn die Story ist komplett konfus und die Charaktere... nun, dazu komme ich gleich. Ich bleibe erstmal bei der Story. So wirklich kann ich nicht sagen, was genau die Story ist, denn es gibt so viele Seitenquests, so viele Seitenhandlungen, die angefangen werden, und entweder ins Leere verlaufen. Oder schnell schnell abgehandelt werden, aber am Ende kaum bis gar keine Relevanz zur gesamten Story haben. Manche Sachen davon hätte man echt weglassen können und es hätte an der Hauptstory nichts geändert. Stattdessen wurde hier zu viel gewollt, zu viel versucht. Die Grundprämisse war eigentlich interessant: Sorrel muss etwas von A nach B bringen, braucht dafür Schutz. Gut, die Bezahlung ist schon fragwürdig, aber ich wollte sehen, wie das gehändelt wird. Tja, schwach. Aber dazu komme ich noch.
Was auch unter dem konfusen Umgang mit Seitenstorys gelitten hat, waren die Seitencharaktere. Viele tauchen auf, machen hier und da ein bisschen was, nur um dann für immer in der Versenkung zu verschwinden. Für den Rest des Buches keine Relevanz zu spielen. Ich meine, ok, hier sollen noch drei Bände kommen, dennoch: Bei vielen Charakteren und Momenten habe ich mich gefragt: Warum seid ihr in diesem Buch? Gut, am Ende wird es dann so ... halbwegs erklärt, aber die Erklärung fühlt sich so flach an wie ein Blatt Papier. Auch passiert es, dass manche Stellen unendlich in die Länge gezogen werden und Sorrel kann plötzlich ohne eine Erklärung Dinge, die sie vorher nicht konnte. Deus ex Machina am laufenden Bande :D
Dabei war das Buch am Anfang so vielversprechend. Hat aber nachgelassen.
Apropos Sorrel... mit ihr bin ich nicht warm geworden und es ist nicht besser geworden. Sie wird ständig von den Leuten in ihrer Heimatstadt ausgenutzt, aber hilft ihnen gerne. Als dann aber jemand fragt: Hey, die wichtigste Person in meinem Leben liegt im Sterben, kannst du ihr bitte helfen? Bitte >_< - kommt von ihr nur ein: Nö. So gefühlt will sie nicht helfen, weil ihr da grad nicht danach ist. Wobei das mit ihren Kräften komisch ist. Sie muss Leute töten, und kann sie dann direkt nochmal wieder zurück ins Leben holen? Außerdem sieht sie, wie jemand stirbt, wenn sie der Person in die Augen sieht? Ja, das Ganze ist verwirrend und wird im gesamten Buch nicht wirklich richtig beschrieben oder erklärt. Btw, sie hält ständig ihr Gesicht versteckt, will niemanden ansehen. Nicht nur wegen der Fähigkeit. Ich dachte, sie wäre verflucht oder entstellt. Ne, sie hat einfach nur weiße Haare, weiße Augen und sehr hohe Minderwertigkeitskomplexe. Und wie gesagt, sie kann aus dem Nichts random Dinge, wenn sie es braucht. Ständig kommt sie ohne einen Kratzer aus gefährlichen Situationen. Yay, wie spannend. Nicht.
Aber das Schlimmste, was das Buch verbrochen hat, war Merc. Ihn fand ich am Anfang interessant, klar, fragwürdig und merkwürdig, aber auch interessant, da er trotzdem wie jemand wirkte, der viel mehr im Hintergrund hat, als er offen zeigt. Ich wollte mehr über seine Vergangenheit wissen und fragte mich, wie er wohl wirkt. Denn er wirkt wie jemand mit (fragwürdigem) Anstand. Aber dann hat das Buch es geschafft, dass er eine Entwicklung gemacht hat. Immer wieder tiefer ins Negative. So sucht er sich z.B. eine Prositutierte, weil, er hat ja Bedürfnisse. Er geht davon aus, dass sie eine Prostituierte ist, dabei ist sie Jungfrau. Und sie hält es nicht einmal für nötig, das Missverständnis aufzuklären, weil, hey, tropes und so. Er wird immer mehr und mehr zum kontrollierenden Ekelpaket, ich glaube, mir wurde nur noch nie so hart ein Charakter madig gemacht. Gegen Ende waren mir beide komplett egal. Genauso wie die Story. Btw, es wird als Enemies to Lovers angepriesen. Es ist aber meiner Meinung nach Strangers to Lovers. Oder "Lovers". Weil sie nach wenigen Tagen schon von "Liebe des Lebens" spricht. Also nicht wortwörlich, aber sinnbildlich. Oh Hilfe. Dabei haben die beiden so gar keine Chemie. Bzw ich spüre da nix, außer, dass beide scharf aufeinander sind.
Die Grundidee war gut. Die Idee hinter den Charakteren auch. Da hätte man so viel machen können. Aber es wurde so unglaublich viel verschenkt. Da ging so viel den Gulli runter, der ist jetzt komplett verstopft. Und ich bin ehrlich: Die Fortsetzungen werde ich nicht lesen. Da habe ich absolut keinen Bedarf. Ne, danke. Ich meine, ich bin dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, das Buch lesen zu dürfen. Danke nochmal an der Stelle. Aber ohne die Leserunde hätte ich es abgebrochen. Von mir bekommt das Buch insgesamt zwei Sterne und das auch nur, weil ich weiß: Es hätte noch viel schlimmer sein können. Was aber auch irgendwie wieder traurig ist.

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hallo :-)
Danke, dass du diesen Blogeintrag gelesen hast - ich freue mich schon auf deine Meinung dazu!
Wenn du auf meinem Blog kommentierst, werden die von dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. deine IP-Adresse) an Google-Server übermittelt.
Mehr Infos dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung (http://blog.kiranear.moe/p/datenschutzerklarung01.html) und in der Datenschutzerklärung von Google (https://policies.google.com/privacy?hl=de).
Lg,
Kira