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Mittwoch, 12. Juli 2017

[Rezension #45] Schweinskopf al dente



Name: Schweinskopf al dente
Autor: Rita Falk
Genre: Heimatkrimi, Slice of Life
Preis: € 14,90 [D] | € 15,40 [A]
Seiten: 256 Seiten
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2011
ISBN: 978-3-423-24892-1
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG




RĂŒckentext:
Es ist angerichtet - Der dritte Fall fĂŒr den Eberhofer Franz!

Ein blutiger Schweinskopf im Bett von Richter Moratschek fĂŒhrt Franz Eberhofer auf die Spur eines gefĂ€hrlichen Psychopathen. Hannibal Lecter ist ein Dreck gegen Dr. KĂŒstner, der in Niederkaltenkirchen sein Unwesen treibt.


Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Das Buch hier hat leider ein wenig geschwĂ€chelt, was die Story angeht - was ich beim Lesen leider bereut habe und schade fand. An sich war die Idee gar nicht schlecht: Der Richter findet wie im Film "Der Pate" einen blutigen Tierkopf in seinem Bett und fĂŒrchtet sich nun um sein Leben. Er hat einen Mörder ins GefĂ€ngnis gebracht und dieser trachtet ihm nun nach dem Leben. Allerdings war die Gefahr nicht so stark prĂ€sent, wie es der RĂŒckentext und der Richter selbst klarmachen wollen. Dagegen schafft er es, sich selbst durch die Einnahme von Drogen und anderen Dingen selbst ins Krankenhaus zu verfrachten.
Was den Fall angeht, gerĂ€t er leider etwas zu sehr in den Hintergrund, so wirkt das Ganze ein wenig unglaubwĂŒrdig - die Art, wie der Fall allerdings abgeschlossen wurde, gefĂ€llt mir dagegen sehr gut. Auch die zwischenmenschlichen Dinge bleiben nicht auf der Strecke, es geht hauptsĂ€chlich darum, dass der Hauptcharakter es nicht schafft, NĂ€gel mit Köpfen zu machen und seine Beziehung zu seiner Susi zu befestigen. Auf irgendeine Art und Weise etwas ernstes daraus zu machen. Daher ist sie nach Italien abgezogen und so muss Franz hinterher, um sie zurĂŒckzubekommen. Der Schreibstil bzw der ErzĂ€hlstil ist nach wie vor der Gleiche, aber leider hat mich das Buch nicht so stark ĂŒberzeugt wie die anderen. FĂŒr mich ist es leider bisher der schwĂ€chste Band der Reihe ... aber gut, dass muss es ja auch mal geben.
Spaß beim Lesen hatte ich schon und ich kann mir vorstellen, dass mir der Band spĂ€ter irgendwann richtig gut gefĂ€llt. Nur irgendwie ... ich weiß nicht, was hier gefehlt hat, aber irgendwie hatte ich das GefĂŒhl, dass irgendwas wichtiges fehlen wĂŒrde.
Was mir dagegen gefallen hat, war die Andeutung, dass zwischen Franz' Vater und dem Moratschek mehr sein könnte als Freundschaft, ob nun gewollt oder nicht. Den Punkt hĂ€tte ich tatsĂ€chlich interessant gefunden, wĂŒrde es aber auch nicht schlimm finden, wenn ich mich geirrt hĂ€tte.


Leseprobe:
So ein Stern komm gut, ganz klar. NatĂŒrlich nur, wenn er in Silber ist. Nein, Gold kommt noch besser. Hab ich aber nicht. Was ich hab, ist Silber. Seit gestern. Seit gestern hab ich einen einzigen silbernen Stern auf jedem meiner SchulterstĂŒcke. Und ein silbernes MĂŒtzenband.
Einwandfreie Sache.
Ein silberner Stern ist tausendmal besser als vier grĂŒne. Und so einen silbernen hab ich jetzt. Dank der Beamtenreform. Da ist ihnen einmal wirklich was Gutes eingefallen, den Herren Gschaftel und Huber, wo die wunderbaren Reformen machen. Eher so was wie Einfrierung der GehĂ€lter oder Streichung des Urlaubsgeldes. Aber diesmal - astreine Sache.
Ich steh so vorm Spiegel und bin ziemlich zufrieden. Erstklassiger Stern. In Silber. Wobei man sagen muss: Wenn das Licht aus der Dielenlampe drauf fĂ€llt, glĂ€nzt er ganz leicht golden. Aber nur ganz leicht. Was freilich wurst ist, weil: er schaut auch so gut aus. Reißt die miese erbsengrĂŒne bayerische Uniform unglaublich raus. Wir hier unten in Bayern mĂŒssen halt aus wirtschaftlichen GrĂŒnden immer noch diese kackefarbenen Fetzen auftragen. Nicht etwa so, wie die anderen Kollegen bundesweit, die in elegantem Blau auf Verbrecherjagd gehen. Nein. Wir machen das in Kacke. Was freilich dann schon auch wieder vernĂŒnftig ist. Ja, wirklich. Wir halten eben unser Geld noch zusammen, gell. Und hauen's nicht fĂŒr personifizierte Eitelkeiten auf den Kopf.



Fazit:
Irgendwie find ich es schade, aber wie gesagt hat mich der Band nicht so sehr ĂŒberzeugt wie die anderen BĂŒcher. Nicht nur, dass irgendwas, was ich nicht greifen kann, gefehlt hat (ich vermute mal die Spannung bzgl. des Falles). Auch habe ich hier und da das GefĂŒhl gehabt, dass sich die Story oder Teile der Handlung wiederholen. Sein Vater und der Richter werden immer wieder dabei erwischt, wie sie Drogen nehmen und die Beatles hören. Zumindest wird es immer wieder und wieder erwĂ€hnt. Andererseits muss ich fairerweise zugeben, dass die gesamte Reihe aus Franz' Sicht geschrieben wird und da er das leider Nacht fĂŒr Nacht erleiden darf, ist es auch kein Wunder, dass die abendlichen Erlebnisse der beiden Ă€lteren Herren des öfteren wieder erwĂ€hnt werden. Was mir gefallen hat, dass Franz nicht so lange fackelt, als es darum ging, die Susi zurĂŒckzuholen. Aber ja, insgesamt finde ich es schade, dass der Fall nur ganz am Ende so richtig spannend wurde ... Nicht, dass die anderen BĂŒcher das sonst auch sind, aber irgendwie hat mir die gefĂŒhlte Abwesenheit des TĂ€ters den Fall doch etwas zu langweilig werden lassen. Insgesamt bekommt das Buch von mir 3 Rubine.







Quelle:
Selbst geschossen

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Kira