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Samstag, 23. Juni 2018

[Rezension #77] Young Sherlock Holmes 02



Name: Young Sherlock Holmes 02 - Das Leben ist tödlich
Autor: Andrew Lane
Genre: Krimi, Action, Thriller
Preis: € 8,99 [D] | € 9,30 [A]
Seiten: 428 Seiten
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 2013
ISBN: 978-3-596-19301-1
Verlag: Fischer FJB




RĂŒckentext:
Wenn niemand mehr die Wahrheit sagt, musst du alles riskieren, um sie selbst herauszufinden ....

Ein totgeglaubter Auftragskiller und ein Verbrechen, das ein ganzes Land erschĂŒttert, halten den jungen Sherlock Holmes in Atem. Und dann ist da noch sein Bruder, der irgendwie in dieser Geschichte mit drinzuhĂ€ngen scheint. In seinem neuen Fall fĂŒhrt die Spur des jungen Meisterdetektiv an einen Ort, an dem Leben und Tod keinen Wert besitzen, die Wahrheit jedoch unbezahlbar ist.


Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Ich hab bereits ein oder zwei Geschichten aus dieser Reihe bereits als Hörbuch im letzten Jahr gehört (Band 1 und 4, wenn ich mich richtig erinnere) und daher war ich einfach mal neugierig auf die Romanreihe selbst, als ich vor mehreren Wochen in der BĂŒcherei war und sie dort liegen sah. Da ich allerdings mal eher die BĂ€nde ansehen wollte, die ich eben noch nicht kannte, habe ich gleich mal zum zweiten Band, also diesen hier, gegriffen. Und Junge, hatte ich viel Spaß beim Lesen!
Nachdem das letzte Buch zwar gut zum Lesen war, aber sonst eine ziemliche EnttĂ€uschung, war das hier Balsam fĂŒr meine Seele.  Es hat richtig gut getan und auch Spaß gemacht, es zu lesen. Wie auch schon bei den HörbĂŒchern war ich schnell in der Welt vom jungen Sherlock integriert und konnte mir wieder alles richtig gut vorstellen. Auch habe ich mich noch an den einen oder anderen Charakter wieder erinnern können. Das hier zeigt ja die Anfangsjahre von Sherlock und es wird gezeigt, woher er das eine oder andere Wissen/Können hat. Auch, wie er auf so manchen Gedankengang kam oder auf die Idee, sich z.B. mit den verschiedenen HerkĂŒnften von Kleidung, zu beschĂ€ftigen. Dass er anhand des Schnitts, des Stoffs und des kompletten Aussehens her darauf schließen kann, woher der TrĂ€ger der jeweiligen Kleidung genau stammt. Sein Lehrmeister (ich nenne ihn mal so) gibt sich sehr viel MĂŒhe, dass Sherlock sein Talent nutzen und weiter ausbauen kann.
Auch gibt es wieder einen spannenden Fall, bei dem es zwar nicht so viel zu ermitteln gab wie im ersten Band, aber aufregend war er auf jeden Fall. Sherlock kommt hier zu deutlich mehr Körpereinsatz, wie es das Original in den spĂ€teren Jahren tut, aber das war sehr erfrischend, das zu lesen. Es wird auch gezeigt, dass er keine emotionslose Maschine ist, sondern wird noch oft genug von Emotionen geleitet. Ich bin mir sicher, dass es in den folgenden BĂ€nden noch gezeigt wird, dass er eher in die gegenteilige Richtung geht. Oder es wird eventuell nur angedeutet. Auch bin ich mir bezĂŒglich seiner Haltung gegenĂŒber Frauen unsicher, wie dort der Wandel passieren wird. Hier in dieser Reihe ist er ja ein wenig in die Tochter seines Lehrmeisters verliebt, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein, doch der "alte" Sherlock scheint nicht viel von Frauen zu halten. Möglicherweise baut darauf diese Reihe hier auf, in dem Sinne: "Keiner kann dem kleinen MĂ€dchen das Wasser reichen und vom Rest halte ich nicht viel". Damit könnte man es möglicherweise erklĂ€ren.

Nun, wenn wir schon bei seinen sozialen Beziehungen sind, er hat auch einen guten Freund, den Matty. Dieser wird im Laufe des Buchs entfĂŒhrt und Sherlock kann nicht anders, als dass er ihn sofort von seinen EntfĂŒhrern retten möchte. Ist das möglicherweise der "Watson" seiner frĂŒhen Jahre, zumindest, wenn man den freundschaftlichen Aspekt ansieht? Außerdem nimmt er ihn gerne mal zum Observieren mit oder integriert ihn gerne mal in seine Ermittlungen. Ja, das könnte doch möglich sein.
Auch mit seinem Bruder versteht er sich deutlich besser als in den Originalen. Man merkt Mycroft viel deutlicher an, dass er sich fĂŒr Sherlock verantwortlich fĂŒhlt und sich auch Sorgen um ihn macht. Man merkt aber auch, dass er viel von seinem Bruder hĂ€lt und das Beste fĂŒr ihn möchte. Er will ebenfalls, dass sein kleiner Bruder sein Talent voll auskostet und bis zum Maximum steigern kann, ohne ihn aber in irgendeiner Art und Weise zu nötigen. So gibt er zum Beispiel Sherlock ein Buch, das in Altgriechisch geschrieben wird, damit dieser sich auf der einen Seite gut die Zeit vertreiben kann, aber auch, damit er beim Übersetzen und Lesen auf verschiedene Weisen etwas lernen kann. Sowohl von der Sprache, als auch vom Inhalt her. Sherlock dagegen hat einen großen Respekt gegenĂŒber seinem Ă€lteren Bruder und man spĂŒrt beim Lesen einfach, dass die beiden sich mögen, auch wenn sie es nicht so ausdrĂŒcken können oder wollen. Ab und zu musste ich dann daran denken, wie sich die beiden in der BBC-Serie verhalten und fand diesen Kontrast ziemlich interessant.

Zur Story selbst, es war jetzt keine typische "ruhige" Sherlock Holmes Geschichten, denn die Originale kommen mir im Gegensatz zu dem Buch hier ziemlich gemĂ€chlich und ruhig vor. Hier ist Sherlock aber noch jung und dynamisch, daher ist es auch diese Geschichte. Er wird mit vielen Dingen zum ersten Mal konfrontiert, sowohl mit guten, als auch mit schlechten Dingen. Man sieht, wie er damit umgeht und auch, was er fĂŒr sich daraus mitnehmen kann. Das Ende kam mir ein klein wenig abrupt vor, aber so wirklich schadet es der Geschichte nicht. Auf jeden Fall habe ich jede Gelegenheit genutzt und das Buch genossen, solange ich es konnte. Am Ende des Buches gibt es noch ein Nachwort des Autoren, in dem es auch den einen oder anderen interessanten Fakt zu lesen gibt.


Leseprobe:
James Hillager glaubte, an Halluzinationen zu leiden, als er den Riesenblutegel zum ersten Mal sah.
Durch die heiße Dschungelhölle von Borneo zu marschieren war,, als wĂŒrde man in einem tĂŒrkischen Dampfbad umherwandern. Seine Kleidung war triefend nass und die Luftfeuchtigkeit derartig hoch, dass der Schweiß nicht mal mehr von der Haut verdunstete. Stattdessen tropfte er ihm einfach von Nase und Fingern und lief in Rinnsalen den Körper hinab, um sich dort zu sammeln, wo seine Kleidung die Haut berĂŒhrte. Seine Stiefel waren mittlerweile voller Wasser und gaben bei jedem Schritt ein glucksendes GerĂ€usch von sich. Noch ein paar Wochen, und das Leder wĂŒrde verrottet sein. Nie zuvor in seinem Leben hatte er sich so miserabel und elend gefĂŒhlt.
Die Hitze machte ihn ganz benommen, was ihn - zusĂ€tzlich zu der Tatsache, dass er vor Durst verging und schon tagelang nichts Ordentliches mehr gegessen hatte - zum Schluss kommen ließ, dass er womöglich halluzinierte. Er hatte schon einige Zeit lang Stimmen in den BĂ€umen um sich herum gehört: flĂŒsternde Stimmen, die ĂŒber ihn redeten und ihn auslachten. Sein Verstand sagte ihm, dass das nur der Klang des Windes sei, der durch die BlĂ€tter fuhr. Aber ein anderer Teil seines Bewusstseins wollte die Stimmen wĂŒtend anbrĂŒllen und ihnen befehlen, damit aufzuhören. Und sie dann vielleicht erschießen, falls sie nicht gehorchten.
Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt bereits einige Tiere zu Gesicht bekommen, die all seine Vorstellungskraft ĂŒberstiegen und deren Anblick ihm die Sprache verschlagen hatte. Vielleicht waren sie real; vielleicht aber waren es auch nur Ausgeburten seiner Wahnvorstellungen. Er hatte Affen mit riesigen Knollennasen gesehen; hellorangefarbene Frösche ebenso wie rote und blaue, die so groß waren wie sein Daumen; einen perfekt proportionierten, ausgewachsenen Elefanten, der ihm jedoch gerade mal bis zur Schulter reichte; und ein schweineartiges Tier mit dunklen Haaren und einer langen, spitzen, biegsamen Schnauze. Wie viele dieser Wesen mochten wohl real sein, und wie viele waren nur das Produkt seines fiebrigen Gehirns?



Fazit:
Kurz gesagt, das Buch hier hat mir richtig gut gefallen und es hat mir richtig viel Spaß gemacht. Zwar besitze ich es nicht selbst, sondern habs mir "nur" ausgeliehen, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es ich irgendwann nochmal lesen möchte. Eventuell werde ich auch irgendwann die ganze Reihe auf meinem Kindle oder Tolino haben, das werde ich noch sehen. Erstmal will ich noch den Rest der Reihe lesen, den ich noch nicht kenne und dann kann ich ja weitersehen. Vielleicht gibt es die bis dahin, bis ich sie mir anschaffen will, auch einem netten Schuber? Mal sehen. Auf jeden Fall hat mich das Buch hier neugieirig auf die weiteren Teile gemacht und sobald ich alle BĂŒcher gelesen habe, die ich noch lesen muss (weil es alles LeihbĂŒcher sind) und ich ein paar der BĂŒcher gelesen habe, die von mir selbst sind, werde ich mir den dritten Band besorgen und ich bin mir sicher, dass ich damit auch wieder viel Spaß haben werde. Diesem Buch hier gebe ich insgesamt 5 Rubine und eine Empfehlung an jeden, der interessiert ist und/oder auf irgendeine Weise Sherlock Holmes Fan.
















Quelle:
Selbst geschossen

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