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Mittwoch, 15. Juli 2020

[Rezension #113] Die Welle



Name: Die Welle
Autor: Morton Rhue
Genre: Thriller
Preis: € 8,99
Seiten: 186
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr: 1997
ISBN: 978-3-473-58008-8
Verlag: Ravensburger Verlag GmbH




Beschreibung:
Macht durch Disziplin! Macht durch Gemeinschaft! Macht durch Handeln! Wie entsteht Faschismus? Ein junger Lehrer entschließt sich zu einem ungewöhnlichen Experiment. Er möchte seinen SchĂŒlern beweisen, dass AnfĂ€lligkeit fĂŒr faschistoides Handeln und Denken nicht etwas ist, das nur andere Menschen betrifft – Faschismus ist hier mitten unter uns und in jedem von uns. Doch die „Bewegung“, die er auslöst, droht ihn und sein Vorhaben zu ĂŒberrollen: Das Experiment gerĂ€t außer Kontrolle. Morton Rhues Klassiker DIE WELLE beschreibt eindringlich und gegenwartsbezogen wie leicht Menschen verfĂŒhrt, manipuliert und instrumentalisieren werden können. Der Roman basiert auf wahren Begebenheiten an einer Highschool im kalifornischen Palo Alto.


Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):
Dieses Buch hier haben wir frĂŒher in der Realschule gelesen und es war eines der wenigen BĂŒcher, dir mir dort gefallen haben. Genauergesagt war es das einzige von zwei, das andere war "Ich knall euch ab", welches ebenfalls von Morton Rhue ist. Worum es in dem Buch geht, habe ich ja bereits aus der Beschreibung von Thalia kopiert und ich fand es schon damals sehr interessant, aber auch erschreckend. Nachdem wir das Buch gelesen haben, haben wir auch damals den Film gesehen. Jetzt, ĂŒber zehn Jahre spĂ€ter, habe ich mir zuerst den Film und dann das Buch angesehen. In dieser Zeit habe ich natĂŒrlich viel mehr und dickere BĂŒcher gelesen, weshalb mir das Buch hier relativ dĂŒnn vorkam. Auch kam es mir so vor, als wĂ€re die Story total schnell durchgezogen worden, als wĂ€re der Autor durch die ErzĂ€hlung "gerusht". Allerdings, wenn man das Interview nach der Geschichte ließt, mit dem Originallehrer, auf dessen Experiment das Buch basiert, dann erfĂ€hrt man dort, dass es auch im Originalexperiment so schnell zuging; dass bereits am zweiten Tag alles ins Chaos stĂŒrzte und der Lehrer das kaum noch bis gar nicht mehr unter Kontrolle hatte. Ohne sich jeweils mit dem Originalexperiment befasst zu haben, kann man hier gut nachvollziehen, was da passiert sein muss. Gut, wie viel davon jetzt 1:1 ĂŒbernommen wurde und was in dem Buch kĂŒnstlerische Freiheit war, kann ich jetzt zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, denke, wenn ich mir dafĂŒr die Zeit nehme, kann ich es mit Sicherheit recherchieren.

Was mir an dem Buch gefĂ€llt, ist die Nachricht dahinter. Auch wenn ich vermutlich die einzige damals war, die von dem Buch (wie auch dem Film) schockiert war, so denke ich, dass es eine gute Lektion fĂŒr SchĂŒler höherer Jahrgangsstufen ist. Es ist ein gutes Buch, welches man in der Schule behandeln kann und mit den richtigen SchĂŒlern kann man sicherlich auch mal darĂŒber in der einen oder anderen Unterrichtsstunde disktutieren. Es regt auch zum Nachdenken an, eben weil es nicht einfach irgendwas ist, was sich der Autor ausgedacht hat, sondern ein Ereignis, welches so oder zumindest so in der Art tatsĂ€chlich einmal passiert ist. Von den Geschehnissen in unserer Vergangenheit, auf die sich sowohl das Experiment im Buch, als auch in Palo Alto beziehen, abgesehen. Man sieht es ja auch heute noch, gib den Leuten ein GemeinschaftsgefĂŒhl und lass sie denken, dass sie fĂŒr eine gemeinsame Sache kĂ€mpfen; schon sind sie tief versunken. Es kann jedem passieren, es kann immer passieren und man kann sich fĂŒr noch so schlau halten, man kann trotzdem total blind dafĂŒr sein und mit einer hohen Geschwindigkeit hineinrutschen. Es ist nur wichtig zu erkennen, dass es passiert und das man sich am besten so gut es geht davon distanziert.

Nach jedem Kapitel gab es ein Bild aus der Hitlerzeit, dort wurden dann unter anderem Bilder von kleinen Kindern oder Menschen gezeigt, die den Hitlergruß zeigten. Die alle in einer Masse, einer großen Gruppe stehen und einfach den anderen mitlaufen, ohne zu hinterfragen, was sie hier eigentlich gerade machen. Ich gehe mal davon aus, dass es Originalaufnahmen sind, was das Ganze noch interessanter, aber auch nochmal eine Spur unheimlicher macht. Vor allem, wenn man die schnelle Entwicklung sieht, die die Charaktere und die Gruppe an sich durchmachen, die Parallelen erkennt und sieht, wohin das alles noch fĂŒhren kann.


Leseprobe:
Laurie Sanders saß im RedaktionsbĂŒro der SchĂŒlerzeitung der Gordon High School und kaute an ihrem Kugelschreiber. Sie war ein hĂŒbsches MĂ€dchen mit hellbraunem Haar und einem fast immer wĂ€hrenden LĂ€cheln, das nur schwand, wenn sie aufgeregt war oder an Kugelschreibern kaute. Das hatte sie in letzter Zeit ziemlich hĂ€ufig getan. In ihrem Vorrat gab es keinen einzigen Schreiber mehr, der nicht am oberen Ende völlig zerbissen war. Immerhin war das allemal noch besser als Rauchen.
Laurie sah sich in dem kleinen BĂŒro um, das mit Schreibtischen, Schreibmaschinen und Zeichenplatten voll gestopft war. Eigentlich sollte in diesem Augenblick an jeder Schreibmaschine jemand sitzen und BeitrĂ€ge fĂŒr die SchĂŒlerzeitung "Ente" ausbrĂŒten. Auch Zeichner und Gestalter sollten an den Lichttischen hocken und die nĂ€chste Ausgabe vorbereiten. TatsĂ€chlich war jedoch außer Laurie niemand im Raum. Das Problem bestand einfach darin, dass draußen ein herrlicher Tag war.
Laurie spĂŒrte, wie das Plastikröhrchen ihres Kugelschreibers zerbrach. Ihre Mutter hatte ihr prophezeit, eines Tages wĂŒrde sie so heftig an einem Schreiber kauen, dass er zersplitterte. Und dann wĂŒrde ein langer Plastiksplitter ihr in den Hals rutschen, und sie wĂŒrde daran ersticken. Nur Mutter konnte auf so einen Gedanken kommen, dachte Laurie seufzend.

Fazit:
Wie gesagt, habe ich das Buch frĂŒher mit 14, 15 rum gerne gelesen und habe es auch jetzt gerne gelesen, auch wenn es mir persönlich heute etwas zu kurz ist. Auch gefĂ€llt mir die Botschaft, die dieses Buch mitbringt; es ist auch nicht das Einzige, das kann ich mir vorstellen, dass dieses Thema behandelt. Auf jeden Fall ist es ein gutes Buch fĂŒr die Schule, da es die Probleme, die solche Gruppenbildungen mit sich bringen, kurz und leicht verstĂ€ndlich aufzeigt. Man kann es aber auch als Erwachsener lesen, wobei die Hauptzielgruppe dafĂŒr wohl immer Teenager bleiben werden. Von mir bekommt das Buch insgesamt 4 Rubine.







Quelle:
Bild: Lovelybooks
Infos zum Buch: Thalia

1 Kommentar:

  1. Hey Kira,

    es ist gar nicht so lange her, dass ich das Buch auch noch mal gelesen habe. Und zwar haben wir in der Realschule damals den Film angeschaut und darĂŒber diskutiert. SpĂ€ter auf dem Gymnasium haben wir das Buch im Englischunterricht gelesen und ich glaube, das war das einzige Buch, dass mir damals schon gefallen hat.
    Vor ein paar Jahren habe ich es dann auf Deutsch gesehen und musste es mitnehmen. :D
    Ich finde, es ist ein sehr, sehr wichtiges Buch - nicht nur fĂŒr Jugendliche, sondern auch fĂŒr Erwachsene.
    So kurz kam es mir allerdings gar nicht vor. đŸ€”
    Falls du Interesse hast, findest du hier meine Rezension zu dem Buch.

    LG
    Yuri

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