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Donnerstag, 22. Juli 2021

[Rezension #134] Die Perlenprinzessin - Kannibalen -

 

Titel: Die Perlenprinzessin - Kannibalen - 

Autor: Iny Lorentz

Erschienen in Deutschland: 2021

Originaltitel: -

Erschienen in (anderes Land): -

 

 


Weitere Informationen:

Genre: Historisch, Action, Drama, Romantik

Preis: € 12,99 [D] | € 13,40 [A]

Seiten: 509

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-426-52606-4

Verlag: Droemer Knaur GmbH & Co. KG  

 

Klappentext:

Traumhafte StrĂ€nde, gefĂ€hrliche Kannibalen und eine dramatische Familien-Fehde: Im zweiten Teil der historischen Familiensaga Die Perlenprinzessin entfĂŒhrt Bestseller-Autorin Iny Lorentz in die SĂŒdsee Anfang des 19. Jahrhunderts.

Fernab ihrer verfeindeten Familien in Hamburg soll fĂŒr Ruth und Hinrich Mensing auf der SĂŒdsee-Insel Hiva Oa ein neues Leben beginnen: Hinrich möchte dort den Stamm der Hanatea zum Christentum bekehren - Berichte ĂŒber Kannibalen auf der Insel hĂ€lt er fĂŒr ĂŒbertrieben.

TatsĂ€chlich wird das junge Ehepaar freundlich aufgenommen. Ruth schließt schnell Freundschaft mit der Frau des HĂ€uptlings und beginnt, die Sprache der Hanatea zu lernen. Das gefĂ€llt Hinrich zwar nicht besonders, andererseits gelingt es ihm aber dank Ruths Hilfe mehr als einmal, die Hanatea zu beeindrucken und zu einem geachteten Mitgleid des Stammes aufzusteigen. Bald ist er ĂŒberzeugt, große Fortschritte als Missonar zu machen.

Als jedoch ein feindlicher Stamm das Dorf ĂŒberfĂ€llt, muss Hinrich erkennen, wie sehr er die alten Götter der Hanatea unterschĂ€tzt hat ... 

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Dank einer Leserunde habe ich den ersten Band der Reihe von wenigen Monaten lesen können, wofĂŒr ich sehr dankbar war, denn auch wenn ich das Tempo im Buch ein wenig schnell fand, so hat es mir doch gut gefallen und ich wollte unbedingt wissen, wie es denn nun weitergeht. In diesem Band hier war das Tempo dagegen angenehm ruhig und normal, wie man es von anderen Iny Lorentz Romanen her kennt und das fand ich ganz angenehm. So konzentrierte sich die Geschichte auf weniger Charaktere, die dafĂŒr aber mehr Screentime bekommen haben und man konnte sie auch besser kennenlernen, viele der Charaktere aus Band 1 sind dagegen bei mir wieder aus dem GedĂ€chtnis gerutscht und ich brauchte quasi eine Hilfe (wer war das nochmal?), was das Buch aber meistens von sich selbst aus gegeben hat. Auch dafĂŒr war ich dankbar. 

Dass sie auf eine Insel mit Kannibalen landen, die aus Ruth und Hinrich bei ihrer Ankunft in zwei köstliche Hauptspeisen umwandeln wĂŒrden, dass hatte ich jetzt auch nicht vermutet. Überhaupt war ich von dem Stamm, bei dem sie gelandet sind, positiv ĂŒberrascht. Sie waren sehr freundlich zu den beiden Fremden, sie haben sie bei sich leben lassen, ihnen Essen gegeben und sie bei an ihrem Alltag, an ihren Riten teilhaben lassen, trotz der sprachlichen Barriere, denn es gab nur einen Ortskundigen, der fĂŒr Ruth und Hinrich ĂŒbersetzen konnte, natĂŒrlich galt es auch in die andere Richtung zurĂŒck.

Die beiden stoßen auf eine Kultur, die ihnen komplett fremd ist: Tattoos (hier Tataus genannt), die Menschen haben kein großes SchamgefĂŒhl und vieles ist entweder fĂŒr MĂ€nner oder Frauen tabu (bzw tapu). Dennoch fand ich die Kultur und die Lebensweise der Hanatea total interessant und habe mir oft schon ĂŒberlegt, wie es wohl wĂ€re, wenn ich selbst dort irgendwie gelandet wĂ€re. Ich stellte es mir sehr schön vor, auch wenn mir nicht alle Teile ihrer Kultur zusagen. 

Dass Hinrich die Kultur, die Lebensweise und auch den Glauben der Hanatea stĂ€ndig von oben herab betrachtet und stĂ€ndig als schlecht, primitiv, satanistisch betrachtet hat, fand ich total bescheuert. Überhaupt ging der mir mit seinem Gehabe total auf die Nerven. Im ersten Band war er noch so ein netter Kerl, aber jetzt geht es ihm nur noch um seine blöde Missionarsmission, aber ich glaube, am Ende war er der Einzige, der das wirklich ernst genommen hat. Jetzt bin ich selbst nur Papierchrist und kann mit Kirche, Religon usw nix anfangen, lasse aber anderen ihren Glauben, solange er kein Extrem wird, egal welche Richtung. Er hat stĂ€ndig kritisiert, dass sie nicht seinen Glauben, seinen Gott ĂŒbernehmen und den ihren, den sie seit Jahrzehnten oder vielleicht sogar seit Jahrhunderten hatten, ĂŒber Bord werfen. Stattdessen haben sie Iesoa (Jesus) und Iehova (Gott) nicht zu ihren eigenen Göttern hinzufĂŒgt und die Namen angepasst, dass sie auch in ihre eigene Sprache integrierbar sind. Ich finde, so viel FlexibiltĂ€t sollte belohnt werden, ĂŒberhaupt finde ich, sollte es nicht eine starre Art von Religion geben, sondern flexibel an die Menschen, die Kultur und die Gegebenheiten angepasst werden. Wobei Missionieren eigentlich an sich in meinen Augen unnötig ist. Gut, Religion an sich ist in meinen Augen unnötig, aber anderen Menschen wĂŒrde ich ihn lassen und es auch nicht kommentieren. 

Hinrich hat es stattdessen selbst stĂ€ndig gemacht und schlecht ĂŒber seine Gastgeber geredet, wollte ihnen mit der Holzhammermethode Dinge und Werte aufzwĂ€ngen, die ganz anders waren und auch seine Frau musste darunter stĂ€ndig leiden. Vor allem, als sie schwanger war und unter der Hitze litt, musste sie sich "wie eine anstĂ€ndige Frau anziehen, weil sein Ansehen und sein Ruf sonst darunter leiden wĂŒrden", sprich, ein Kleid mit mehreren Unterröcken. Erst hat er ihr erlaubt, nur im Haus und nur, wenn sie alleine sind, ein leichtes Kleid zu tragen, doch irgendwann hat er das auch ihr verboten. 

Nun, die Konsequenz war eine Fehlgeburt, die alleine seine Schuld war. Zum GlĂŒck hatte er dann beim zweiten Versuch mehr Hirn und Einsehen. 

Die Interaktion zwischen Ruth (Ruhutia, wie sie von den Einheimischen genannt wurde), hat sich dagegen gerne auf die fremde Kultur und die fremden Menschen eingelassen. Sie hat mit ihnen Zeit verbracht, ihnen Dinge beigebracht und bekam von ihnen dagegen auch etwas gelehrt, wie z.B. das Schwimmen. Wobei mich der Teil schon stark erschrocken hat, immerhin ist sie aus Hamburg, eine Stadt am Wasser, hat man da damals nicht automatisch seinen Kindern das Schwimmen beigebracht? Vor allem, wenn man eine Seefahrerfamilie ist? Oder war das etwas, was damals nur Jungs gelernt haben?

Wie auch immer, sie hat das Schwimmen gelernt, die Art zu Leben und auch die Sprache, etwas, was Hinrich (Hiniriki) nie auch nur ansatzweise versucht hat, er hat sich immer nur auf seinen Übersetzer verlassen. Überhaupt war Ruth immer die, die mehr bedacht war und auch mehr RĂŒcksicht gezeigt hatte. Zwar gab es Teilaspekte, die sie gestört haben (einen davon hab ich auch verstanden warum), aber sie hat dann irgendwann gesagt: Das ist halt hier so. Und dann hat es sie nicht mehr so gestört. Hinrich war dagegen mit seinem moralischen Zeigefinger und seiner Ignoranz gegenĂŒber den Hanatea so total nervig, dass ich gehofft hatte, er wĂŒrde einfach verschwinden. Nicht nur einmal hĂ€tte ich gern genommen und ihn einfach zu den Haien geworfen. 

Die Menschen, mit denen Ruth tÀglich zu tun hatte, fand ich dagegen viel besser und ich dachte mir: Schick den Hinrich doch zum Teufel, der tut dir absolut nicht gut und lebe einfach bei den Hanatea!

Die andere Storyline, in der es immer noch um die Nachwirkungen der Familienfehde geht, fand ich auch ziemlich interessant und ich bin mal gespannt, wie die zwei roten FĂ€den zusammenfinden werden. Vor allem bin ich mal gespannt, wie das Wiedersehen zwischen Ruth und James sein wird. Dass sie am Ende mit Freunden von der Insel flĂŒchtet, kam mir etwas ĂŒberhastet vor, aber wer weiß, ob das nicht am Ende besser fĂŒr sie war. 

 

Fazit:

Der Band hat mir ziemlich gut gefallen und ich finde es super, dass das Tempo, in welchem die Geschichte erzĂ€hlt wurde, wieder bei normalen VerhĂ€ltnissen ist. Gut, hier geht es auch nur um eine Generation und nicht um drei oder gar vier, wie es bei dem VorgĂ€ngerband der Fall, aber dennoch finde ich es besser. Der dritte Band kommt nĂ€chstes Jahr im MĂ€rz raus und ich freue mich schon darauf, den zu lesen, einfach, weil ich wissen will, wie es mit Ruth und den anderen weitergehen wird. Auch weiß ich mittlerweile, warum der Name der Reihe "Die Perlenprinzessin" ist, denn es wird mit diesem Band klar, da sie stĂ€ndig Perlen geschenkt bekommen hat und diese nun am Ende mit sich genommen hat.

Insgesamt bekommt der Band von mir fĂŒnf Sterne und wie gesagt, ich freue mich darauf, im MĂ€rz dann Band drei der Reihe zu lesen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: selbst geschossen

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