Dienstag, 10. August 2021

[Rezension #135] Achtsam morden

 

Titel: Achtsam morden

Autor: Karsten Dusse

Erschienen in Deutschland: 2019

Originaltitel: -

Erschienen in (anderes Land): -

 

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Krimi, Ratgeber, Humor

Preis: € 9,99 [Kindle], € 10,99 [Taschenbuch]

Seiten: 416

Sprache: Deutsch

ISBN: 9783453439689

Verlag: Wilhelm Heyne Verlag

 

Klappentext:

Björn Diemel wird von seiner Frau gezwungen, ein Achtsamkeits-Seminar zu besuchen, um seine Work-Life-Balance wiederherzustellen. Denn Björn ist ein erfolgreicher Anwalt und hat dementsprechend sehr wenig Zeit für seine Familie. Der Kurs trägt tatsächlich Früchte, und Björn kann das Gelernte sogar in seinen Job integrieren - allerdings nicht ganz auf die erwartete Weise. Denn als sein Mandant, ein brutaler Großkrimineller, ihm ernstliche Probleme bereitet, bringt er ihn einfach um - nach allen Regeln der Achtsamkeit ...

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Das Buch hier habe ich bereits öfters im Laden gesehen, aber bisher hat es mich nie wirklich dazu eingeladen, es mal in die Hand zu nehmen und mich damit näher zu beschäftigen. Ich wusste nur, es ist ein Roman, auch wenn es wie ein typisches Ratgeber-Buch wirkt, wie es sie zu Hauf heutzutage gibt. Vor kurzem wurde ich Teil einer Lesegruppe und wir entschieden uns für eine erste, gemeinsame Leserunde, am Ende fiel die Entscheidung auf das Buch hier. Wie genau, weiß ich leider nicht mehr, glaube, es passierte durch Auslosung.

Wie dem auch sei, durch die gemeinsame Leserunde kam ich auf das Buch und habe es dann doch angefangen zu lesen. Allerdings hat es mit der Leserunde nicht geklappt und so habe ich das Buch dann selbstständig fertiggelesen. Wie man sehen kann, habe ich es mir als E-Book dafür geholt.

Und ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch ohne diese Leserunde überhaupt je gelesen hätte. Das Thema Achtsamkeit ist jetzt nicht eins, das mich wirklich interessiert. Jedes Kapitel startet mit einem Zitat des fiktiven Achtsamkeitstrainers Joschka Breitner und was er dort sagt bzw das Thema, um das es im jeweiligen Zitat geht, passt jedes Mal genau auf das, was im Kapitel passiert. Das kam mir dann doch irgendwann unglaubwürdig vor. So geht es bei einem Zitat um Stress und auf einmal sieht sich der Hauptcharakter mit Stress konfrontiert, weshalb er sich das Zitat im Ratgeber heraussucht um herauszufinden, wie er nun damit umgehen soll. Überhaupt finde ich es unnötig, dass man das Zitat sowohl vor dem Kapitel, als auch im Kapitel selbst nochmal lesen kann, meistens hab ich es im Kapitel selbst dann irgendwann übersprungen, weil ich es vor wenigen Minuten bereits gelesen habe.

Überhaupt konnte ich mit dem Buch sehr lange nichts anfangen. Der Hauptcharakter blieb für mich blass, er ist für ein seltsamer Mensch, den ich nicht wirklich einordnen kann. Mir fällt es auch schwer, ihn zu beschreiben, er kommt mir vor wie ein Fähnchen im Wind. Aber so wirklich blieb mir was von ihm nicht hängen. Nur, dass er eine Wandlung durchgemacht hat und sich mehr nach der Achtsamkeit richtet, während er vorher ein ehrgeiziges Arbeitstier war. Aber so wirklich symphathisch war er mir nie. Und die restlichen Charaktere? Die meisten waren irgendwie gleich und ich musste oft bei den Namen überlegen: Wer war das nochmal? Welche Funktion hatte der/die? War der/die ein Freund oder Feind? Müsste ich einen Lieblingscharakter benennen, so würde mir keiner einfallen.

Der Fall an sich war schon ziemlich interessant, wenn auch ein wenig ... naja, krass aber auch gleichzeitig lahm? Damit beziehe ich mich auf die Tötungsmethode, mit der Björn seinen Mandanten losgeworden ist. Was danach kam, war schon mal interessanter, überhaupt wurde das Buch erst ab der Hälfte rum für mich wirklich lesenswert, aber selbst danach hat es mich nicht zu 100% überzeugt. Auch hat der Roman in meinen Augen immer versucht, irgendwo ein Augenzwinkern oder einen lustigen Moment einzubauen. Zumindest kam es mir so vor, aber der Humor hat mich überhaupt nicht erreicht. Ich fand ihn sogar ziemlich daneben und unpassend.

Was ich immer wieder seltsam fand, auf der einen Seite will Björn ein besserer Mensch werden usw, aber auf der anderen Seite wandelt er sich selbst immer weiter zu einem Verbrecher, auch von der Art, wie er mit anderen Menschen redet und was er mit ihnen teilweise macht.

 

Fazit:

Der Schreibstil war sehr angenehm, aber die Story und den Hauptcharakter fand ich eher durchschnittlich. Es ist beides nicht schlecht, aber es ist jetzt auch nicht besonders gut. Es ist jetzt kein Buch, das ich unbedingt weiterempfehlen würde, aber ich würde auch nicht sagen, dass es schlecht ist. Es liegt gut im Mittelfeld. Wäre es ein ganz normaler Krimi gewesen, ohne den Achtsamkeitsteil und dem Humor, der in meinen Augen hier einfach nicht reingehört, dann hätte es mir besser gefallen. Ein Krimi aus den Augen von jemanden, der eher aus Versehen zum Täter wird und mal nicht aus der Perspektive des Ermittlers, sowas hätte mir gut gefallen. Aber hier hat man meiner Meinung nach zu viel versucht, drei Zutaten vermischt, die eigentlich nicht zusammengehören und des Gericht am Ende war zwar trinkbar, aber muss nicht sein. Wie ein Hühnchen-Bananen-Dattel-Milkshake.

Von mir bekommt das Buch insgesamt drei Sterne. Ob ich irgendwann die zwei Fortsetzungen lesen werde, das weiß ich ehrlich gesagt nicht.

 

 

 



 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: selbst geschossen

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