Freitag, 20. Oktober 2023

[Rezension #243] Tokioregen

 

Titel: Tokioregen

Autor*in: Yasmin Shakarami

Erschienen in Deutschland: 2023

Originaltitel: -

Erschienen in den -: -

Übersetzer*in: -

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Drama, Romance, Action, Humor

Preis: € 17,00

Seiten: 399

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-570-16659-8

Verlag: cbj Kinder- und Jugendverlag

 

Inhalt:

Malu möchte nichts wie weg - weg von Zuhause, weg aus Deutschland, weg aus ihrem Leben. Als sie die Chance zu einem SchĂŒleraustausch nach Japan bekommt, ergreift sie daher sofort die Gelegenheit. Doch Tokio in seiner Andersartigkeit haut sie um, genauso wie ihr geheimnisvoller neuer MitschĂŒler Kentaro. Nur langsam lĂ€sst sie ihn an sich heran, aber Kentaro zeigt ihr sein ganz eigenes Tokio. WĂ€hrend romantischer Dates im neondurchgetrĂ€nkten Sommerregen, verrĂŒckter Karaoke-Sessons mit Yakuza und magischer Momente auf den DĂ€chern der Stadt wachsen ihre GefĂŒhle fĂŒreinander. Und Malu entdeckt eine Seite an sich selbst, die sie alleine niemals gefunden hĂ€tte. Als eine verheerende Katastrophe Tokio heimsucht, setzt Malu deswegen alles daran, im Chaos der verwĂŒsteten Millionenmetropole ihre große Liebe wiederzufinden ...

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Das Buch hier habe ich mir vor kurzem im BuchgeschĂ€ft gekauft, als ich es eher zufĂ€llig entdeckt hatte. Ja, mir ist der schöne Farbschnitt aufgefallen, besonders mit dem Turm, auch wenn ich mir nicht sicher bin, obs der Tokyo Tower ist oder der Tokyo Skytree. Jedenfalls finde ich den Farbschnitt, zusammen mit den rot-pinken BlĂŒten, sehr ansprechend. Aber auch das Cover hat mir sehr gut gefallen, es passt ideal zu der Beschreibung und zum Namen. Und da ich Japan an sich interessant bin, hat mich die Geschichte auch sofort angesprochen.

Aber leider, leider hat sie mich dann nicht so sehr ĂŒberzeugen können, wie ich es gedacht und gehofft hatte.

Aber woran hat es gelegen? Nun, das kann ich sagen. Zum einen liegt es am Aufbau, zum anderen an der Story selbst. Und auch am Humor, aber das ist wohl eher ein persönliches "Problem" als eins des Buches.

Gut, langsam von Anfang an. Aufbau und Story gehen hier Hand in Hand, daher werde ich auf beides gleichzeitig angehen. Am Anfang landet man mit Malu in Tokyo und sie muss sich an dem riesigen Bahnhof (welcher gut und gerne auch eine kleine Stadt sein könnte) zurechtfinden, weil sie dort ihre Austauschfamilie treffen wird. NatĂŒrlich ist sie auch total aufgeregt und ich war auch schon neugierig darauf, wie die Familie so sein wird.

Hier war btw auch einer der Punkte, die mich ein wenig gestört haben, nĂ€mlich die Tochter. Aya ist anfangs total abweisend zu Malu und behandelt sie total grob, arrogant und abweisend. Nach ein paar Kapiteln taut sie allerdings random auf und sie betrachtet Malu dann als "Schwester". Doch warum sie vorher erst so ruppig war und jetzt so lieb ist, darauf wird eigentlich gar nicht eingegangen. Malu wundert sich kurz, aber vllt fĂŒr ein, zwei SĂ€tze und denkt dann nicht weiter darĂŒber nach.

Ok, das könnte auch ein Verhalten von Teenagerinnen sein, das mir persönlich fremd ist, aber mir kommt es trotzdem merkwĂŒrdig vor. So als wĂ€re der Autorin eingefallen: Moment, die beiden mĂŒssten sich eigentlich verstehen, sonst kommt es spĂ€ter zu Problemen in der Handlung. Hier hĂ€tte es mir besser gefallen, wenn sich die beiden auf natĂŒrlichem Wege besser kennengelernt und vertragen hĂ€tten. So fĂŒhlt es sich ein wenig unnatĂŒrlich an.

Haruto und Bratto Pitto waren dagegen immer wieder eine Freude, wenn sie Screentime hatten.

Die Eltern sehr nett und zuvorkommend, das war aber auch leider die meiste Zeit die einzige IdentitĂ€t, die die beiden hatten. Klar, eigentlich will man seinen Gast nicht mit seinem Alltag langweilen oder mit Dingen, die einen nichts angehen oder interessieren wĂŒrden. Aber oft kommt nicht viel mehr als das. Wenn man trotzdem mehr von ihrem Alltag sehen wĂŒrde oder wenn sie ihr Tokyo mehr zeigen wĂŒrden, das wĂ€re richtig nice. So zeigen sie ihr gefĂŒhlt nur ein, zweimal was und das wars dann :/

Ansonsten ist es vom Aufbau her ganz ok, aber erstmal nichts besonderes. Sie trifft auf Kentaro und findet ihn erstmal doof, aber verliebt sich dann recht schnell in ihn. Also wie es typisch ist in YA-Romanen, zumindest habe ich es so in dieser Konstellation sehr oft gesehen.

Dementsprechend hat es mich dann auch nicht so stark vom Hocker gerissen, genauso wie der Humor. Mich erreicht Humor in BĂŒchern generell sehr schwer, die meiste Zeit kommt es mir eher ĂŒbertrieben und nervig rĂŒber, als dass ich da auch nur ein bisschen grinsen muss.

Dass es hier und da Referenzen gab, zum Anime, Manga und anderen Dingen aus der Popkultur, fand ich dagegen auch cool. Fast immer jedenfalls, dass sie Kentaro durchgÀngig als "Jedi-Ritter" bezeichnet hat, egal, wie er sich gekleidet hat, fand ich dagegen nervig. SpÀtestens, als sie seinen Namen kannte, hÀtte sie das ruhig weglassen können.

So plĂ€tschert die Geschichte vor sich hin, Malu bekommt zwar hier und da was mit, was gezeigt, erlebt was usw. Aber so wirklich was passiert da jetzt nicht, zumindest nichts spannendes oder sehr interessantes. Das Ă€ndert sich ab der HĂ€lfte des Buches, als die Katastrophe passiert. Erst jetzt nimmt das Buch persönlich fĂŒr mich an Fahrt auf und es war dann kein Buch mehr, was man so locker durchliest, sondern, wo es mir auch richtig Spaß gemacht hat. Gleichzeitig habe ich auch mit den Charakteren mitgelitten, immerhin war es ein sehr, sehr starkes Ereignis und sowas könnte niemand locker-flockig wegsstecken.

Dass Malu auf die Suche geht, ist nachvollziehbar. Aber das wie ... tja, auch hier wurde wieder viel ĂŒberzogen und auf den Humor gebaut, der mich absolut nicht anspricht. Überhaupt wirkt vieles durch den Humor so ĂŒberdreht und unrealistisch, dass es mich fast schon gelangweilt ist. Da hĂ€tten mich realistischere Szenarien besser interessiert, wie es bei der Badeszene ein wenig der Fall war.

Überhaupt fand ich die Tatsache, dass er Kontakt zur Yakuza hat und die Leute dort ebenfalls so ĂŒberzogen waren, auch eher nervig.

Den Ausgang der Story wie auch die Auflösung ĂŒber das danach fand ich dagegen schön, hat mir richtig gut gefallen. Alle offenen Enden wurden hier genommen und zu einem schönen, ĂŒbersichtlichen Knoten zusammengetan.

Leider braucht das Buch viel zu lange, um in Fahrt zu kommen. Vermutlich bin ich nicht ganz die richtige Zielgruppe, vielleicht ist es eher fĂŒr jĂŒngere Leser oder fĂŒr Leute, die auf diesen ĂŒberzogenen Humor stehen, wie einen Pudel, der bei jeder Gelegenheit Durchfall bekommt. Oder diese stĂ€ndigen Comebacks zwischen den Charakteren, damit sie als witzig und klug rĂŒberkommen.

Aber mich erreicht es nicht, da hilft auch der schöne Farbschnitt nichts.

Btw, eine Sache, die ich noch merkwĂŒrdig fand: DafĂŒr, dass sich Malu so fĂŒr Japan interessiert, kannte sie viele doch recht gekannte Begriffe oder Gerichte nicht. Klar, der 08/15 Deutsche kennt sowas wie Gaijin, Takoyaki etc nicht, aber bei jemanden, der von sich behauptet, ein Fan des Landes zu sein, da wĂŒrde ich dann schon erwarten, dass sie das kennt. Vermutlich sollte es der AufklĂ€rung der Leser dienen, die sich damit nicht so gut auskennen. Dennoch, das hĂ€tte man auch anders klĂ€ren können, ohne dass Malu so unwissend sein muss. So kommt es eher vor, als hĂ€tte sie sich nur oberflĂ€chlich mit Japan beschĂ€ftigt und wĂ€re nur ein oberflĂ€chlicher Fan :/

Aber wenn man sich mit dem Land beschĂ€ftigt, und vor allem, wie sie halt auch Anime/Manga konsumiert, dann wird man mit vielen Begriffen frĂŒher oder spĂ€ter konfrontiert.

 

Fazit:

Das Buch war locker und entspannend zu lesen, aber ja, so ganz erreicht hat es mich nicht. Der Punkt, wo ich richtig viel Spaß beim Lesen hatte, kam leider ein bisschen zu spĂ€t. Wie gesagt, es könnte auch daran liegen, dass ich nicht zur Zielgruppe gehören könnte, dennoch finde ich es schade. Wenn man auf den Humor und die doch leicht unrealistischen Teile verzichtet hĂ€tte, dann hĂ€tte mir das Buch bestimmt mehr Spaß gemacht. Naja, aber ich bin trotzdem froh, dass ich es gelesen habe. Denn so habe ich noch mehr ĂŒber mich lernen können und weiß nun ein bisschen mehr, welche Art von BĂŒchern ich gerne lese oder nicht.

Von mir bekommt das Buch drei Sterne, da ist zwar schon vieles richtig gemacht worden, aber definitiv Luft nach oben.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Selbst geschossen

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