Montag, 12. Januar 2026

[Rezension #423] Das Erbe der weissen Rose

 

 

Titel: Das Erbe der weissen Rose

Autor*in: Philippa Gregory

Erschienen in Deutschland: 2014

Originaltitel: The White Princess

Erschienen in den USA: 2013

Übersetzer*in: Elvira Willems

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Historisch, Hetero, Romance

Preis:  9,99 [D] | € 10,30 [A]

Seiten: 624

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-499-26713-0

Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag

Rezensionsexemplar: Nein

 

Inhalt:

Henry Tudor hat sich nach der erfolgreichen Schlacht von Bosworth 1485 zum König krönen lassen. Doch der neugewonnene Frieden ist fragil: Um die verfeindeten HĂ€user York und Lancaster miteinander zu vereinen, heiratet er Elizabeth von York. Die LoyalitĂ€t der Königin wird auf eine harte Probe gestellt, als ein junger Mann auftaucht und Anspruch auf den Thron erhebt. Elizabeth Muss sich entscheiden, wem ihre Treue gilt: ihrem Gemahl, den sie langsam zu lieben lernt oder dem Mann, der behauptet, ihr Bruder zu sein. 

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Uff. Was fĂŒr ein Buch. Und das meine ich leider nicht im positiven Sinne. Aber von Anfang an.

Was ich hier erwartet hatte: Ein "Enemies-to-Lovers", ein "wem gehört ihr Herz denn nun? Lover oder Familie?"

Was ich bekommen habe: Absolutes Chaos. Ich habe keine Ahnung, was die Charakter auf Dauer gesehen wollten, und ich glaube, die Charaktere wussten es auch nicht so richtig.  

Gut, Henry hat Elizabeth nur geheiratet, um ĂŒber sie an den Thron ranzukommen und an den Titel. Er oder seine Armee haben ihren Mann umgebracht. Joah, eigentlich keine gute Ausgangssituation fĂŒr eine normale, gesunde Liebesbeziehung. Dennoch war ich bereit zu schauen, was daraus wird. Wie das hier verarbeitet bzw aufgearbeitet wird. Am Ende wars dann nichts halbes, nichts ganzes. Weil die stĂ€ndig zwischen Enemy und Lover hin und hergesprungen sind. 

Sie hasst Henry am Anfang und er verkehrt mit ihr nur, um Nachwuchs zu zeugen. Gleichzeitig ist er so von einer harten Paranoia gequĂ€lt, weil es hier und da GerĂŒchte ĂŒber die wahren Erbe der Krone gibt, die ihm den erkĂ€mpften Platz streiten machen könnten. Darum will er ganz dringend einen Erben. Und dass seine Mutter ihm Blödsinn an die Backe labert, ist auch nicht so wirklich hilfreich. 

Dann aber irgendwann verliebt sie sich ihn in, und will seine Aufmerksamkeit und Liebe, an anderen Tagen ist sie total angewidert von ihm. Irgendwann haben sie dann ein Kind und sie will dann nur noch zwei Dinge: seine Aufmerksamkeit und noch mehr Kinder mit ihm. Gut, ich bin keine Mutter, besonders keine Königin, keine Ahnung, ob dann son gesteigerter Kinderwunsch kommt oder nicht... kann ich nicht beurteilen. 

Er dagegen scheint erstmal genervt von ihr zu sein, dann verliebt er sich in sie und ist dann erstmal recht ertrĂ€glich, bis dann wieder die Paranoia zuschlĂ€gt. Aber gleich auf 11. Und das dann auf so eine nervige Art, dass man nur noch mit den Augen rollen kann. Gleichzeitig ist es ihm total egal, wie seine Mutter mit seiner Frau umgeht. Wenn sie z.B. Wochen vor der Geburt in eine komplette Isolation gesteckt, weil Religion und Aberglaube oder so, dann ist das voll ok fĂŒr ihn. 

Am meisten hat an seiner Paranoia genervt, dass er immer und ĂŒberall VerrĂ€ter gesehen hat, in den Ecken, in Elizabeth und ihrer Familie, in dem Volk etc. Irgendwann taucht dann ein Junge auf, der selbst, als er ein erwachsener Mann ist, immer noch nur als der Junge bezeichnet wird. Und mit zig anderen Namen, die nicht der seine sind. Und Henry macht echt alles, um den "Jungen" aufzuspĂŒren, zu verheiraten, bis aufs Hemd ausziehen und will dafĂŒr vom Volk geliebt werden, weil der "Junge" so beliebt ist und er nicht so. Doch selbst dann, selbst nach all dem ist er immer noch so paranoid und denkt, der "Junge" will ihm den Thron wegnehmen. Ob er Elizabeth liebt oder nicht, hĂ€ngt vom Kalendertag und dem Grad seiner Paranoia ab. Irgendwann taucht eine jĂŒngere Frau auf, der er dann wie son verliebter Gockel nachsteigt, selbst, als er merkt, dass er keine Chance bei ihr hat. Hilfe. 

Die Mutter existierte irgendwie nur, um Elizabeth auf den Sack zu gehen und ihr das Leben schwer zu machen. Und um Henrys Paranoia zu fĂŒttern. Anfangs dachte ich sogar, so eifersĂŒchtig wie dei auf Elizabeth war, dass sie ne Incest-Beziehung mit ihrem Sohn hĂ€tte, aber das stellte sich dann zum GlĂŒck als Irrtum heraus.  

Die Kinder von Elizabeth und Henry... keine Ahnung, die werden gezeugt, geboren und existieren. Abgesehen davon, dass sie nicht wie erhofft auf magische Art und Weise die Ehe kitten, haben sie keine große Rolle. Die sind da halt einfach. Genauso wie die meisten Verwandten von Elizabeth, die noch leben. Die chillen einfach ihr Leben, haben keine AnsprĂŒche, wollen nur ihre Ruhle haben. Und Henry denkt: OMG, die wollen meinen Thron, die wollen meinen Platz!

Nein, Bruder, niemand will dir was wegnehmen, chill einfach mal D: 

 

Fazit:

Wie man sieht, bin ich sehr begeistert. Warum ich das Buch dennoch durchgelesen habe? Weil ich wissen wollte, wie das alles ausgeht. Mit der "Bedrohung". Zwischen Elisabeth und Henry. Die sind viel öfter zwischen Enemies und Lovers hin und her gesprungen wie eine kleine Metallkugel in einer Flippermaschine, wenn man grad nen guten Lauf hat. Keine Ahnung, wie oft ich mich wÀhrend des Lesens aufgeregt habe oder mit den Augen gerollt. Oder beides. Wie auch immer. Von mir bekommt auch das Buch hier zwei Sterne.

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: Selbst geschossen

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