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Dienstag, 8. August 2023

[Rezension #233] 1984

 

Titel: 1984

Autor*in: George Orwell

Erschienen in Deutschland: 1976

Originaltitel: Nineteen Eighty-Four

Erschienen in England: 1949

Übersetzer*in: Kurt Wagenseil

 

 

Weitere Informationen:

Genre: Dystopie, Drama

Preis: Zwischen € 1,82 und € 10,00 (gebraucht, diese Version)

Seiten: 281

Sprache: Deutsch

ISBN: 3 548 03253 2

Verlag: Ullstein

 

Inhalt:

George Orwells Welterfolg wird hiermit erneut als Taschenbuch vorgelegt. Mit atemberaubender Unerbittlichkeit zeichnet der Autor in diesem visionĂ€ren Roman das erschreckende Zukunftsbild einer durch und durch totaliĂ€ren Gesellschaft, die bis ins letzte Detail durchorganisierte Tyrannei einer absolut autoritĂ€ren Staatsmacht. Dieses Buch entstand unter dem Eindruck unkontrollierter WillkĂŒrherrschaft, des Nazismus, des Faschismus, des Stalinismus, aber auch der wirtschaftsimperialistischen Tendenzen bei den IndustriemĂ€chten wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs. Pessimistischer und grimmiger noch als in seinen anderen BĂŒchern bringt Orwell hier seine Überzeugung zum Ausdruck, daß die Machtstruktur einer Gesellschaft auch durch Revolution nicht grundlegend verĂ€ndert werden kann und daß die Zerstörung des Menschen durch eine perfektionierte Staatsmaschinerie unaufhaltsam ist. Seine dĂŒstere Zukunftsvision gewinnt dadurch einen beklemmenden Wirklichkeitsbezug, dem sich auch der Leser von heute nur schwer entziehen kann.

 

Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Bevor ich auf den Inhalt des Buches eingehe, muss ich noch ein paar Worte zu den Eckdaten oben verlieren. Und zwar, dass ich die meisten Infos von Amazon habe, das es in meinem Taschenbuch leider kein Impressum gibt. Hab mehrfach nachgesehen, aber nie was gefunden. Daher kann ich nicht zu 100% sagen, ob die Angaben so stimmen und ich hab auch keine andere Quelle gefunden, wo ich das sicher sagen konnte. Wenn euch das zu unsicher ist, nehmt lieber ne neuere Version. Es gibt eine, die nicht viel kostet, mit einer neuen Übersetzung. Die habe ich allerdings nicht gelesen, daher kann ich nicht sagen, ob und welche Unterschiede es gibt. Aber es gibt bestimmt welche, die diese Version bereits gelesen und rezensiert haben :-)

Woher ich das Buch habe, kann ich auch nicht mehr so genau sagen. Ich habe es mal vor Jahren irgendwo entweder gĂŒnstig oder kostenlos bekommen, dazu ist es dann doch zu lange her, als das ich das genau sagen könnte. Es ist auf jeden Fall gebraucht. Und 1984 ist ein sehr bekannter Klassiker, ich war schon lĂ€nger darauf neugierig, das Buch zu lesen. Wie gesagt, irgendwann vor 2020 bin ich dann fĂŒndig geworden, aber nie so wirklich dazu gekommen es zu lesen. Und danach lag es dann in einem Umzugskarton^^°

Aber gut, mein SuB war so oder so hoch genug, dass ich so oder so nicht so schnell dazugekommen wÀre. Lieber spÀter als nie, nicht wahr?

Das Buch wurde oft erwĂ€hnt, besonders, wenn es um schreckliche Staaten oder Landeskritik ging, doch so viel wusste ich vor dem Lesen auch nicht. Höchstens so Schlagworte wie "Überwachungsstaat", "Gedankenpolizei" und "Big Brother". Besonders das letztere wurde oft erwĂ€hnt und als Vergleichsbeispiel benutzt.

Daher war ich neugierig auf das Buch, kam aber erst die Tage dazu es zu lesen.

Da ich nicht wirklich genau wusste, um was es genau geht, hatte ich auch keine Erwartungen und ließ es einfach auf mich zukommen. Und ich fand es an mehreren Stellen erschreckend, sehr erschreckend. Sogar noch mehr als damals "Die Farm der Tiere", da fand ich es schon jedes Mal furchterregend, wie schnell das System, dass die Tiere aufgebaut hatten, dem Untergang geweiht waren.

Hier in dem Buch ist es die stĂ€ndige Überwachung, nicht nur durch die technischen GerĂ€te, sondern auch durch die persönliche Umgebung. Ein Mann ist an einer Stelle froh, dass er fĂŒr sein "Gedankenverbrechen" verhaftet wurde, nachdem sein eigenes Kind ihn verpetzt hat. Er hat was im Schlaf gegen den "Großen Bruder" gesagt, das Kind hat es gehört und gleich am nĂ€chsten Tag den Behörden gemeldet. Und der war auch noch stolz darauf ...

Man weiß nie, wer alles zu der Gedankenpolizei gehört oder einen sonst irgendwie verpetzen könnte. Überhaupt, dass es Begriffe wie "Gedankenverbrechen" gibt, find ich schlimm. In dieser Welt sind die Gedanken absolut nicht frei. Man darf sich nicht mal anmerken lassen, dass man z.B. an dem "Großen Bruder" oder der Partei zweifelt, weil man sonst aus der Geschichte getilgt wird. Man wird wortwörtlich ausradiert, jegliche Spur die daraufhin deutet, dass du mal existiert hast - alles wird umgeĂ€ndert oder gelöscht.

Überhaupt wird viel umgeĂ€ndert, der Protagonist zum Beispiel sitzt in einer Abteilung, in der stĂ€ndig Meldungen reinkommen, was er alles umĂ€ndern soll, damit die Partei immer gut dasteht. Auch wird die Vergangenheit geĂ€ndert, damit Aussagen, die die Partei frĂŒher gemacht hat, zu den Ereignissen passt. Überhaupt besteht die Welt, in der Winston lebt, nur noch aus drei GroßmĂ€chten und einer FreiflĂ€che, von der keiner so wirklich weiß, was damit passiert oder wem die gehört. Es herrscht immer irgendwo Krieg und wer mit wem verfeindet ist und wer nicht, Ă€ndert sich stĂ€ndig.

So heißt es in einem Moment "Ozeanien und Eurasien sind schon immer VerbĂŒndete gewesen!" - im nĂ€chsten dann aber auf einmal: "Ozeanein und Eurasien sind Feinde, sind es schon immer gewesen!". Wenn eine solche Änderung eintritt, ist es u.a. Winstons Aufgabe, die Vergangenheit so hinzubiegen, dass die neue Tatsache auch so "richtig" ist.

Am Ende weiß keiner, was richtig ist und darĂŒber sollen die Leute auch nicht nachdenken, sie sollen einfach alles schlucken, was man ihnen vorwirft. Ist ja bei "Farm der Tiere" genauso, da ist ein Schwein namens Schneeball lange ein Held, irgendwann aber wird er zum Feind Nummer 1 erklĂ€rt und all seine Heldentaten dem Schwein Napoleon zugeschrieben. Wenn es kritische Nachfragen gibt, heißt es nur: "Das sind GerĂŒchte!", "Das hast du falsch in Erinnerung" oder "Das war schon immer so!"

Auch fand ich es krass, wie sehr die Partei versucht die Leute ausmerzen und die Menschlichkeit aus ihnen zu treiben. Die meisten von ihnen leben ohne wirklich Bildung zu erfahren, denn die brauchen sie als simple Arbeitskraft ja nicht. Und das, obwohl sie die Mehrheit der Gesellschaft darstellen. Menschen werden dazu animiert und erzogen, sich gegenseitig zu ĂŒberwachen und anzuzeigen, falls sie parteifeindliches Handeln an den Tag legen. Der in ihren Augen ideale Mensch soll keine Liebe spĂŒren (außer zum Großen Bruder und der Partei), keine Freunde haben und auch keine Freude. Die Leute in der mittleren Schicht dĂŒrfen sich nicht mal selbst einen Partner aussuchen, den sie körperlich oder sonst wie anziehen finden. Nein, sie sollen nur zusammen kommen und Sex haben, um mehr Parteimitglieder zu zĂŒchten. Wobei man laut dem Buch bereits daran arbeitet, auch das verhindern zu können, indem man Menschen kĂŒnstlich im Labor erstellt ...

Das alles fand ich erschreckend und auch sehr, sehr dĂŒster. In vielen anderen dystopischen BĂŒchern gibt es irgendeine Art von Hoffnung, dass die Protagonisten eine Chance gegen das unfaire System, gegen die unfaire Regierung haben. Doch diese gibt es hier nicht. Und jegliche Hoffnung wird frĂŒher oder spĂ€ter im Keim erstickt.

Was den Aufbau angeht, der Anfang zieht stark an. Der mittlere Teil ist ein bisschen langatmig teilweise, aber der Schluss ... OMG, ich weiß gar nicht, was ich ĂŒber den letzen bzw dritten Teil des Buches sagen soll, ohne großartig zu spoilern. Ich denke, dieser Teil wird mir noch jahrelang im Kopf hĂ€ngenbleiben. Hier hat das Buch auch wieder angezogen und das echt nicht zu wenig! Aber an dieser Stelle möchte ich nicht zu viel verraten. Das sollte man doch lieber selbst lesen, wenn man es nicht schon getan hat. 

 

Fazit:

Es könnte an der alten Übersetzung liegen, dass das Buch hier und da ein wenig hochgestochen ist. Ich kenne weder das englische Original, noch die neue Übersetzung, daher habe ich da keine Möglichkeit zum Vergleich. Das hat es ein bisschen anstregend gemacht beim Lesen. Und wie gesagt der Mittelteil war teilweise, auch wegen der Sprache, ein wenig schleppend. Dennoch war das Buch sehr interessant und ich bin froh, dass ich es gelesen habe. Zwar wird mein Favorit immer "Farm der Tiere" bleiben, was Orwell-BĂŒcher angeht, aber das hier belegt den zweiten Platz.

Von mir bekommt das Buch insgesamt fĂŒnf Sterne und eine Leseempfehlung! Welche Übersetzung die bessere ist, kann ich dagegen leider nicht sagen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:

Foto: Selbst geschossen

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